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Sehnde Grüne Trams kommen nachts auf Tiefladern
Umland Sehnde Grüne Trams kommen nachts auf Tiefladern
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00:17 12.10.2018
Stopp in der Nacht: Wegen der Länge des Transports muss ein Tor am Eingang des Straßenbahn-Museums ausgehängt werden. Quelle: Carsten Borsum
Wehmingen

Zuwachs für das Hannoversche Straßenbahn-Museum (HSM): Der gemeinnützige Verein hat zwei der grünen Straßenbahnen vom Typ TW 6000 erworben, die seit 1974 das Stadtbild Hannovers geprägt haben. Weil der Transport der rund 28 Meter langen Bahnen mit acht Achsen wegen vieler enger Kurven eine logistische Herausforderung war, wurden die Trams bei Nacht auf Sattelschleppern angeliefert.

Ein Hannoversches Straßenbahn-Museum, das Hannover im Namen führt, aber kein Exemplar der Stadtbahnen besitzt, welche seit Jahrzehnten für den Öffentlichen Nahverkehr in der Landeshauptstadt stehen – ein Ding der Unmöglichkeit. „Wir haben uns schon sehr darum bemüht, eines der Exemplare zu bekommen“, bestätigt HSM-Sprecher Bodo Krüger. „Sonst wären sie auf einmal weg gewesen.“ Dass es nun zwei statt der erwünschten einen Bahn geworden sind, freut Krüger denn auch doppelt.

Der Sattelschlepper auf seiner Fahrt durch das Dorf Müllingen. Quelle: Carsten Borsum

So machten sich die Stadtbahnen Nummer 6129 aus dem Jahr 1980 und 6166 aus dem Jahr 1982 am Wochenende auf die Reise vom Betriebshof in Döhren zum Museum an der Hohenfelser Straße. Letztere war noch bis Mai dieses Jahres im Liniendienst im Einsatz und ist künftig für den Fahrbetrieb im Museum vorgesehen, das zweite dient mehr als Ersatzteillager. Einzeln wurden die beiden geschichtsträchtigen Trams auf Tiefladern angeliefert. Der Schwertransport musste aufgrund seiner Länge einige Tücken meistern. „Bei uns am Eingang wurde es ganz schön eng“, schildert es Krüger. Um die Bahnen auf das Museumsgelände schaffen zu können, habe der Verein sogar extra ein elektrisch betriebenes Tor aushängen müssen.

Die Baureihe mit insgesamt 260 Stadtbahnwagen, fortlaufend nummeriert von 6001 bis 6260, war vorher seit Jahrzehnten in Hannover im Einsatz. „Das sind die Bahnen, die seit der Einführung der U-Bahn in Hannover fahren“, berichtet Krüger. Die Trams waren zu ihrer Zeit ausgesprochen innovativ, wurden sie doch speziell für die neuen Anforderungen des geänderten Stadtbahnnetzes in der Landeshauptstadt entwickelt. So mussten sie etwa einen Zweirichtungsbetrieb leisten, Hoch- und Niedrigbahnsteige bedienen können und sollten zudem mehr Komfort für die Fahrgäste bieten.

Krüger spricht über die Reihe gar von einem „Meilenstein der Stadtbahnentwicklung“. Sie sei weltweit die erste Serie gewesen, die mit einer sogenannten Chopper-Steuerung, der Stromrückgewinnung beim Bremsen, ausgestattet war. „Daher ist es für unser Museum sehr wichtig, so ein Fahrzeug auch in einer überregionalen Sammlung zeigen zu können.“ Auch einen anderen Rekord hielten die Triebwagen des Typs 6000: Sie bildeten die größte geschlossene Stadtbahn-Fahrzeugserie in Deutschland. Bis 1993 wurden die Bahnen gebaut, erst von der Düwag, dann von Linke-Hoffmann-Busch (LHB).

Der grün-weiße Blitz wird auf der Außenstrecke ausprobiert. Quelle: Carsten Borsum

Auch wenn die beiden Trams vor ihrer Reise an die Hohenfelser Straße bei der Üstra noch einmal technisch durchgecheckt wurden – bis zumindest eine von ihnen auf der Museumsstrecke zur Mitfahrt einladen kann, wird es noch etwas dauern, sagt Krüger: „Die Straßenbahnen haben eine Stromrückgewinnung, darauf ist unser Umspannwerk noch nicht ausgelegt.“

Von Sandra Köhler und Oliver Kühn

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