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Sehnde Tempo 30: Initiative setzt auf Vernetzung
Umland Sehnde Tempo 30: Initiative setzt auf Vernetzung
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00:16 11.01.2019
So wünschen es sich die Rethmarer: Sonntagvormittag herrscht auf der Ortsdurchfahrt nur wenig Verkehr, unter der Woche reihen sich die Autos und Lastwagen jedoch aneinander und fahren oftmals auch noch zu schnell. Quelle: Katja Eggers
Rethmar

Die Initiative in Rethmar, die derzeit für eine Verkehrsberuhigung auf der Ortsdurchfahrt (B 65) kämpft, will am Ball bleiben. Auch nachdem die zuständige Polizeiinspektion (PI) Burgdorf und die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr eine stationäre Geschwindigkeitsüberwachung und Tempo 30 abgelehnt haben, geben Daniela Amelunxen, Marion Schiller und Marina Franke von der Initiative die Hoffnung nicht auf. Ihr Ziel: die Vernetzung mit anderen Sehnder Ortsteilen, die ebenfalls eine Verkehrsberuhigung fordern.

„Wir müssen Kräfte bündeln – wenn wir mehr sind, bekommen wir vielleicht mehr Gehör und können mehr erreichen“, meint Amelunxen und denkt dabei an Ortschaften wie Müllingen und Höver. Für beide Dörfer war eine Geschwindigkeitsreduzierung abgelehnt worden. In Müllingen hatte es im vergangenen Jahr eine Unterschriftenaktion für Tempo 30 gegeben. Auch die Rethmarer hatten ihre Forderungen jüngst mit einer Unterschriftensammlung untermauert.

Wochentags ist auf der Ortsdurchfahrt mächtig was los. Quelle: Katja Eggers (Archiv)

Bisher ist das Engagement der drei Frauen jedoch erfolglos geblieben. „Wir sind sehr enttäuscht, dass Tempodrosselungen in anderen Kommunen anscheinend funktionieren, aber bei uns nicht“, sagt Amelunxen. In Großstädten werde ein Blitzer nach dem anderen aufgestellt, an denen auch noch gut verdient werde. Für Rethmar verweise die PI Burgdorf stattdessen auf die Straßenverkehrsordnung und wehre die Forderungen der Initiative mit der Begründung ab, dass Rethmar kein Unfallschwerpunkt sei und dort keine besondere Situation vorliege, die ein Tempo 30 rechtfertigten, so wie etwa beim Altenheim in Klein Lobke oder dem Klinikum Wahrendorff in Köthenwald.

Amelunxen sorgt sich als Mutter wie viele andere Bürger um die Sicherheit der Kinder in Rethmars Straßenverkehr. Das Verkehrsaufkommen sei im Dorf schon jetzt und besonders bei Staus auf der A 2 sehr hoch und werde in den nächsten Jahren sicher nicht weniger werden. Umso dringlicher müssten nun präventive Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung getroffen werden. „Leider muss in Deutschland aber immer erst etwas Schlimmes passieren, bevor gehandelt wird“, sagt Amelunxen. Sie ist sich sicher, dass das Geschrei groß wäre, wenn es den ersten Unfall, Verletzte oder sogar Tote im Ort geben würde.

Die Initiative will nun einen Brief an die Polizeiinspektion schreiben, um zu erfahren, auf welchen Passus in der Straßenverkehrsordnung sich die Behörde bei ihrer Ablehnung bezieht. Amelunxen vermutet, dass geltende Gesetze teilweise noch aus grauer Vorzeit stammen und nicht auf ihre aktuelle Anwendbarkeit überprüft werden.

Im Sehnder Rat sind Forderungen zur Verkehrsberuhigung bereits Thema. Das Engagement der Initiative Rethmar wird dort ausdrücklich begrüßt. Ratsherr Bernd Ostermeyer (CDU) hatte in der jüngsten Ratssitzung gefordert, die Bemühungen flächendeckend auf alle Ortsteile auszuweiten. Fraktionskollegin Elisabeth Schärling aus Höver und Ratsvorsitzende Silke Lesemann hatten angeregt, die örtlichen Bundestagsabgeordneten Maria Flachsbarth (CDU) und Matthias Miersch (SPD) einzuschalten. Jonas Renz (FDP) hatte sogar die Idee ins Spiel gebracht, sich direkt an den niedersächsischen Innenminister zu wenden. Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke erinnerte zudem daran, dass der vor fast zwei Jahren angeschobene landesweite Modellversuch zu Tempo 30 auf zehn ausgesuchten Hauptverkehrsstraßen noch nicht mal begonnen habe, geschweige denn ausgewertet sei.

Wer die Initiative Rethmar bei ihren Bemühungen unterstützen möchte, kann Daniela Amelunxen per E-Mail an initiative-b65@gmx.de erreichen. Amelunxen hofft, dass sich möglichst viele Bürger aus Höver und Müllingen melden.

Von Katja Eggers

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