Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten AG pflegt seit 30 Jahren Höversche Kippen
Umland Sehnde Nachrichten AG pflegt seit 30 Jahren Höversche Kippen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:43 26.03.2018
Die Arbeitsgruppe Naturschutz pflegt seit 30 Jahren die Höverschen Kippen. Quelle: Privat
Höver

 Das ist regionsweit einzigartig: Die AG Naturschutz des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Höver ist seit 30 Jahren aktiv. Rund 50 Mitglieder kümmern sich um die Pflege der Höverschen Kippen und des Kleinen Holzes.

Bei der Jubiläumsveranstaltung wurde die Arbeit der regionalen Arbeitsgruppe sehr gelobt. Das langjährige Engagement einer regionalen Arbeitsgruppe für eine Sache sei ein Pilotprojekt und in der Region einzigartig, sagte Gisela Wicke, Geschäftsleiterin Regionaler Naturschutz beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Auch Gerd Wach, Vorsitzender des BUND Hannover, hob die AG Naturschutz als besondere Gruppe hervor, die eine hervorragende Naturschutzarbeit leiste. 

Die Höverschen Kippen, die sich von Höver in Richtung Hannover erstrecken, beherbergen viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Der Gartenarchitekt Karsten Poschadel entdeckte vor 30 Jahren über seine Diplomarbeit im Bereich der Pflanzensoziologie und Naturschutzplanung die Leidenschaft für dieses Gebiet. Er gründete 1988 die AG Naturschutz. Ihre Hauptaufgabe besteht heute noch in der Pflege der Kippen. „Die dort vorkommenden geschützten Arten brauchen die Kultur- und Landschaftspflege für ihren Erhalt“, sagt Poschadel. Die Rasen- und Wiesenflächen des zehn Hektar großen Gebietes müssen deshalb einmal im Jahr gemäht werden. Die 50 Aktiven teilen sich jährlich die rund zehn bis 20 Einsätze. 

Auch ein kleiner Wald gehört zu dem Gebiet, das die 50-köpfige AG bearbeitet. Dieser sogenannte Niederwald sei ein alter Bauernwald, erklärte Poschadel. „Es gibt viele Tiere und Pflanzenarten, die brauchen das offene Gelände, um zu gedeihen“, sagt Poschadel. 400 Pflanzenarten, davon besonders viele gefährdete, seien allein in diesem Waldgebiet nachgewiesen worden. Um die Offenheit zu erhalten, würden immer wieder Bäume gefällt. 

Poschadel ist stolz auf das, was bisher erreicht wurde. Er hat zusammen mit der Naturschutzgruppe die Höverschen Kippen davor bewahrt, dass sie Kraftwerksgelände wurden. Ihr Widerstand sorgte auch dafür, dass die Zementfabrik das Gebiet nicht nutzen konnte. Und die Aktivisten sind dafür verantwortlich, dass bei der Verbreiterung des Mittellandkanals Ausgleichsmaßnahmen für den Naturschutz entstanden.

Die Arbeit der AG hat den gefährdeten Pflanzenarten bereits genützt. Die Wiesenschlüsselblume etwa habe sich von anfangs 300 Pflanzen auf mittlerweile 5000 Pflanzen vermehrt, sagt Poschadel. Auch die Veilchen und andere konkurrenzschwache Arten gedeihten auf dem Gelände mittlerweile prächtig.

Von Patricia Oswald-Kipper

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Müllinger fordern, dass in der Ortsdurchfahrt wieder eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern eingeführt wird und untermauern den Wunsch mit 270 Unterschriften.

26.03.2018

Die Stadt Sehnde wird zum Autohändler: Ende vergangenen Jahres hatte sie erstmals drei ausrangierte Feuerwehrfahrzeuge bei einer Online-Aktion im Internet angepriesen – und tatsächlich alle verkauft.

25.03.2018

Zum Ostermarkt des Klinikum Wahrendorff auf dem Dorff-Platz in Köthenwald hat sich auch der Osterhase angesagt. Mit dem können sich Besucher am 24. März sogar fotografieren lassen. 

25.03.2018