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Nachrichten Bürgerinitiative sieht 1000 Seiten Akten ein
Umland Sehnde Nachrichten Bürgerinitiative sieht 1000 Seiten Akten ein
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00:26 02.04.2018
Ansgar Hoppe (von links), Jens Reimann, Horst Wollher und Klaus Emiljanow haben beim Landesamt für Bergbau rund 1000 Seiten Akten eingesehen. Quelle: Privat
Sehnde

 Die Bürgerinitiative (BI) „Assewasser – Nein Danke“ bleibt hartnäckig bei ihrem Widerstand gegen die mögliche Einleitung von Wasser aus dem Atommüllendlager Asse in das stillgelegte Bergwerk Friedrichshall. Jetzt haben vier Mitglieder dazu Akten beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie eingesehen – insgesamt rund 1000 Seiten. Doch dafür waren nur zwei Stunden Zeit. „Wir konnten die Unterlagen erstmal nur überfliegen und lassen deshalb jetzt Kopien anfertigen, um sie dann auszuwerten“, kündigt BI-Mitstreiter Boris Hallmann an.

In den Akten geht es vor allem um das Genehmigungsverfahren für die Einleitung und den Abschlussbetriebsplan für das Bergwerk. Dazu müsse die Historie seit 1999 nachverfolgt werden, etwa was Bohrungen und deren Hintergrund betreffe. Eine zentrale Rolle spiele die Zusammensetzung des Assewassers, erläutert Hallmann. Die zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) habe bislang nur die Grenzwerte für Tritium und Cäsium 137 auf die strengen Vorgaben für Trinkwasser festgelegt. 

In ihrer Stellungnahme, die nach dem Bergrecht eigentlich gar nicht vorgesehen ist und nur auf Anweisung von Umweltminister Olaf Lies möglich wurde, hatte die Stadt aber mehr gefordert. Dort heißt es wörtlich: „Es muss sichergestellt sein, dass die angelieferten Sickerwässer frei von Radionukliden aus Kernbrennstoffen und deren Brutprodukten sind. Da in der Asse auch medizinische und radioaktive Abfälle gelagert sind, wird insbesondere die zusätzliche Untersuchung auf z.B. die Beta-Strahler Strontium 90 und Radium und weiterer gesundheitsrelevanter Nuklide und deren Grenzwerte gefordert.“ Die den Antragsunterlagen beigefügte Analytik der betrachteten Probe stelle lediglich eine Momentaufnahme dar, Veränderungen der Verhältnisse in der Schachtanlage Asse II oder gar Störfälle seien dabei völlig außer Acht gelassen worden: „Insofern sind bereits die Ausgangswerte in Frage zu stellen.“

Unterdessen hat die BI bereits mehr als 2500 Unterschriften gegen die Einleitung gesammelt. Das Thema Assewasser werde in der Sehnder Bevölkerung immer bedeutender, meint Sprecher Bernd Nieding: „Die für unsere Aktion stehenden gelben Assekreuze werden so stark wie nie nachgefragt.“ 150 Exemplare stünden bereits im Stadtgebiet, mit der Produktion komme man kaum noch nach. 

Wer sich für die Thematik interessiert, kann sich bei den regelmäßigen Sitzungen der Bürgerinitiative informieren. Das nächste Treffen ist für Donnerstag, 5. April, von 19.30 bis 21 Uhr im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Sehnde an der Mittelstraße 56 geplant. 

Von Oliver Kühn

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