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Umland Sehnde Nachrichten Hilfe auf dem letzten Weg im Leben
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18:03 21.02.2018
Die ehrenamtlichen Begleiterinnen Doris Fischer (links) und Anke Ahlswede (rechts) mit der hauptamtlichen Koordinatorin Manuela Fenske-Mouanga. Quelle: Oliver Kühn
Sehnde

 Seit nunmehr zweieinhalb Jahren hält der Ambulante Hospizdienst regelmäßig Sprechstunden für schwerstkranke, sterbende und trauernde Menschen in Sehnde ab – doch das Angebot hat sich offenbar noch nicht so richtig herumgesprochen. Dabei ist die Beratung und Betreuung sowohl für Betroffene als auch deren Angehörige vollständig kostenlos und konfessionsübergreifend – auch bei der Trauerbegleitung nach dem Tod. Der Hospizdienst des Diakonieverbandes Hannover-Land will nun eine Werbeoffensive starten und dabei auch Hausärzte und Pflegedienste verstärkt ins Boot holen.

„Viele Menschen sind wegen der Kostenfrage verunsichert“, sagt Manuela Fenske-Mouanga, hauptamtliche Koordinatorin des Hospizdienstes aus der Zentrale in Burgdorf. Doch das Angebot werde von den Krankenkassen und mit Spenden finanziert, für Hilfesuchende fielen keine Kosten an. Dies sei neben dem schwierigen und sensiblen Thema eine der Hemmschwellen, weshalb das Angebot in Sehnde nur langsam in Gang komme. „Die Beratungszahlen liegen im niedrigen zweistelligen Bereich“, rechnet Fenske-Mouanga vor. Dagegen sei dieses Jahr bereits gut angelaufen. In nur sechs Wochen habe es schon drei Anfragen gegeben. Man habe bereits Hausärzte und Pflegedienste besucht, um eine Zusammenarbeit anzuregen. Dies wolle man vertiefen, denn danach seien stets Anfragen eingegangen.

Der Hospizdienst versteht sich als Ansprechpartner von Menschen mit schweren Erkrankungen, die meist so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung leben wollen. Aber auch deren Angehörigen haben die Ehrenamtlichen im Visier. Sie beraten diese unabhängig von Therapie und Prognose und begleiten sie, sofern dies gewünscht wird, während ihres letzten Lebensabschnittes. Darüber hinaus bieten die Helfer aber auch eine Trauerbegleitung für deren Familie an. „Zu beiden gehören auch Hausbesuche“, verdeutlicht Manuela Fenske-Mouanga. Denn nach dem ersten Schock der Diagnose fühlten sich viele Familien ratlos und allein gelassen. Über allem stehe die Frage: Wie geht es weiter? 

Dies sei besonders problematisch, wenn keine Familienangehörigen mehr am Ort wohnten. Sie für ein paar Stunden zu entlasten, sich bei einem Gespräch einmal die Last von der Seele zu reden, sei das Ziel. Zudem könnten weitere ambulante Hilfen oder die Überführung in eine stationäre Einrichtung vermittelt werden.

Denn sowohl Betroffene wie auch pflegende Familienmitglieder vereinsamen dabei oft und verlieren den Kontakt zu ihrem sozialen Umfeld. Das weiß auch die Sehnderin Anke Ahlswede. „Pflegende Angehörige opfern sich gerne auf.“ Sie habe sich als ehrenamtliche Helferin zur Verfügung gestellt, um das Thema aus der Tabuzone zu holen und mehr in die Öffentlichkeit zu bringen. „Es ist keine Schande, sich Hilfe zu holen.“ Zudem lerne man viel über den Umgang mit kranken Menschen und das Sterben.

Ähnlich sieht es Doris Fischer. Die Haimarerin hat ihre Motivation zu helfen aus einem Erlebnis in ihrer Familie gezogen. Als ihre Großeltern sehr krank wurden, habe diese ein Hospizdienst unterstützt. „Das hat bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen“, sagt Fischer, die sich außer für den Hospizdienst auch in der Kirchengemeinde Haimar engagiert. Bei der Betreuung entstehe oft eine intensive Beziehung. „Und man bekommt viel Freude und Dankbarkeit zurück.“

Beratung ist kostenlos und überkonfessionell

Der Ambulante Hospizdienst des Diakonieverbandes Hannover-Land hält in Sehnde regelmäßig jeden Montagnachmittag eine Sprechstunde ab. Diese ist von 16 bis 18 Uhr in der Begegnungsstätte Sehnde, Peiner Straße 13. Alternativ ist eine telefonische Beratung unter (0 51 38) 80 21 möglich. Darüber hinaus können Betroffene auch im Vorfeld einen Termin unter Telefon (0 51 36) 89 73 11 oder per E-Mail an hospizdienst.burgdorf@evlka.de vereinbaren. Die Beratung ist kostenlos sowie unabhängig von Konfession und Herkunft, und die Gespräche unterliegen der Schweigepflicht.ok

Von Oliver Kühn

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