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Umland Sehnde Nachrichten Kirchenvorstand ist kein begehrtes Amt
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00:15 05.01.2018
Pastor Thorsten Leißer (von links) mit den Vorständen Annegret Gutsche, Doris Fischer, Ute Thomas, Inge Busch und Iris Bennwig in der Kirche St. Ulrich in Haimar. Quelle: Michael Schütz
Rethmar/Haimar

Die selbstständigen Gemeinden Rethmar und Haimar teilen sich den Pastor in Sehndes Osten. Deswegen arbeiten die beiden Kirchenvorstände eng zusammen. Auch vor der Wahl machen sich die Ehrenamtlichen Gedanken, wie man Gläubige für die Aufgabe interessieren könnte. In Haimar habe man es zunächst mit der direkten Ansprache probiert, sagt Doris Fischer, Vorsitzende des Vorstands. Unter den 911 Gemeindegliedern habe man 40 angesprochen, aber wenig Erfolg gehabt. "Die meisten haben keine Zeit oder sind schon an einer anderen Stelle ehrenamtlich engagiert." Selbst eine gewisse Kirchenferne sei den Werbern untergekommen: "Es gab auch Gemeindeglieder, die kein Interesse an der Kirche als Grund angaben."

In Rethmar hatte der Vorstand vor allem die Neubaugebiete im Auge, in denen er frische Ideen für die Kirchenarbeit vermutete, wie die Vorsitzende Ute Thomas berichtet. "Aber bei den Jungen ist das schwierig." Gerade in diesen Familien seien oft beide Partner berufstätig und hätten wenig Zeit. "Andere trauten sich die Aufgabe nicht zu", sagt Thomas. Dabei gebe es auf Anfrage auch Hilfe vom Kirchenkreis.

Der Hauptgrund, warum das Interesse so gering ist, sehen beide Vorstände allerdings in der sechs Jahre währenden Amtszeit eines Kirchenvorstands. "Das schreckt viele ab", befindet Iris Bennwig, die sich nach 18 Jahren im Vorstand in diesem Jahr aus dem Gremium verabschiedet. Aber es sei nicht der einzige Grund für das Desinteresse, meint Pastor Thorsten Leißer, der die beiden Gemeinden in der derzeitigen Vakanz nach dem Weggang von Hans-Jürgen Pabst betreut.

Leißer hält die Arbeit im Kirchenvorstand für nicht mehr so einfach greifbar. "Für konkrete Projekte, etwa wenn es darum geht, den Weihnachtsbaum aufzustellen, findet sich immer jemand." Aber einen Finanzhaushalt zu betreuen oder die Gebäude in Schuss zu halten sei eine langfristige Aufgabe. In größeren Städten gebe es dieses Phänomen schon länger. "Aber jetzt kommt es auch auf dem Land an." Und dabei stehe man in Konkurrenz zu den Vereinen, die ähnliche Nachwuchsprobleme hätten.

Die beiden Vorstände hoffen, dass sich noch Kandidaten für die Wahlvorschläge finden lassen, denn wenn ein Vorstand die nach den Gemeindegliederzahlen bemessene Größe unterschreitet, übernimmt der Kirchenkreis die Verwaltung. "Dann würde der Gemeinde vor Ort Entscheidungshoheit und Kontrolle genommen", sagte Thomas. Gerade im eigenen Gestalten sehen die beiden Vorstände den Reiz ihrer Arbeit: "Jetzt in der Vakanz kann man sich noch stärker mit eigenen Ideen einbringen", sagt Leißer. "Manchmal entdeckt man dabei Seiten an sich, die man gar nicht gekannt hat", befindet Bennwig. Thomas freut besonders die Anerkennung, die das Amt im Dorf mit sich brächte: "Man wird ständig gegrüßt."

Leißer kann sich vorstellen, das System der Wahl zu ändern, um es zugänglicher zu machen. "Warum muss man dafür einen so großen Aufriss machen?" Er könne sich vorstellen, Kandidaten etwa bei einer Versammlung per Abstimmung für zwei Jahre zu wählen.

Von Michael Schütz

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