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„Bolzumer Stube“: Mit dem Abriss endet eine Epoche

Sehnde „Bolzumer Stube“: Mit dem Abriss endet eine Epoche

Am Mittwoch hat der Abriss der historischen Gaststätte „Bolzumer Stube“ an der Marktstraße begonnen. 

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Die historische Gaststätte "Bolzumer Stube" wird abgerissen.

Quelle: Oliver Kühn

Bolzum.  Der Bagger hat schon (fast) ganze Arbeit geleistet: Am Mittwoch hat eine Firma begonnen, das Gebäude der fast 250 Jahre alten „Bolzumer Stube“ an der Marktstraße abzureißen. Mit der Traditionsgaststätte verschwindet eine Institution im dörflichen Leben, auch wenn sie schon länger leer stand. Auf dem Grundstück will die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Region Hannover eine Anlage für betreutes Wohnen errichten. Dabei soll auch ein Balken mit Inschrift aus dem Jahr 1791 als Reminiszenz an die Vergangenheit wiederverwendet werden.

Ein Balken in der Scheune, der bei Vorarbeiten entdeckt wurde, soll womöglich noch älter sein, doch das muss noch geklärt werden. Weitere Schätze wie alte Münzen oder Gegenstände der früheren Bewohner sind nicht zum Vorschein gekommen – nur eine Kleinigkeit. Der Baggerfahrer legte Steine frei, in die eine Bierflasche eingemauert war. Keine historische, sondern eine moderne einer Brauerei aus Herrenhausen. Darinein Zettel. „Gemauert Anno 10.06.1987 von den Alkis“, steht darauf, geschrieben mit einem türkisfarbenen Filzstift. Unterschrieben ist er „Mit Bikergruß und Prost“ von Klaus Ölkers, Thomas Müller, Michael Telch, Manfred Niesbor und Norbert Niedergesäß – einer Clique des Motorrad Clubs Bolzum (MCB), der dort sein Vereinsheim hatte. „Die kenne ich alle“, sagt der alteingesessene Bolzumer Gerhard Lehrke, der sich mit der Geschichte des Hofes vertraut gemacht hat. Und schmunzelt: „Das war eine wilde Truppe.“

Die Zukunft an dieser Stelle des 1300-Einwohner-Orts wird dagegen gesitteter. Die AWO will auf dem 2000 Quadratmeter großen Areal ein Servicehaus für Senioren bauen. Dazu gehören Wohnungen, eine betreute Wohngemeinschaft und eine Tagespflege vor allem für Demenzkranke – eine „Kita für Senioren“, die gebracht und wieder abgeholt werden, wie es Geschäftsführer Dirk von der Osten nennt.

Von Oliver Kühn

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