Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Extremwetter erschwert Bauern die Arbeit
Umland Sehnde Nachrichten Extremwetter erschwert Bauern die Arbeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 01.01.2018
Auf den Äckern rund um Uetze - hier in der Schwüblingser Feldmark - liegen noch große Mieten mit Zuckerrüben. Sie werden erst im neuen Jahr zur Zuckerfabrik transportiert. Die Rübenkampagne soll Mitte Januar enden. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Anzeige
Uetze

Das Jahr ist zwar zu Ende, doch die Ernte 2017 ist längst nicht unter Dach und Fach: Auf den Feldern lagern noch große Mieten mit Zuckerrüben. Sie werden erst im neuen Jahr zur Zuckerfabrik, die bis Mitte Januar arbeitet, gebracht. Trotz der Wetterkapriolen mit Regenmengen, die weit über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre liegen, können die Landwirte zumindest mit der Rübenernte zufrieden sein. „Der Ertrag ist mit mehr als 80 Tonnen sehr gut“, sagt der Schwüblinger Landwirt Niels Kynast, „und selbst der Zuckergehalt ist mit 17,5 Prozent zufriedenstellend.“

Uetzer Landwirt: „Es war ein katastrophales Jahr“

„Doch die Bedingungen für die Feld- und Erntearbeit sind in diesem Jahr alles andere als gut gewesen“, sagt Kynast. Die Abfuhr der Zuckerrüben sei problematisch, weil nicht nur die Feldwege, sondern auch die Äcker durchweicht seien. Teilweise hätten sogar die schweren Rübenmäuse, die die zuckerhaltigen Wurzeln auf die Transporter laden, wieder wegfahren müssen, weil sie sonst im Acker versunken wären, berichtet er. 

Deutliche Worte findet der Uetzer Landwirt Heinrich Wrede jun.: „Es war ein katastrophales Jahr. Der Januar und Februar waren zu trocken. Die Nachtfröste Ende April haben auf denFrühkartoffelfeldern hohen Schaden angerichtet. Die Folien schützen die Pflanzen zwar, aber nur bis minus 1 Grad, das Thermometer fiel jedoch auf minus 7 Grad.“ Und das bereits ab Mitternacht und nicht wie in anderen Jahren ein, zwei Stunden vor der Morgendämmerung. Die Landwirte haben schlaflose Nächte verbracht, um ihre Kartoffelfelder zu beregnen und so vor dem Frost zu schützen.

Eispanzer auf den Kartoffelpflanzen: Ende April fallen die Temperatur in mehreren Nächten auf bis zu minus 7 Grad. Quelle: privat

Der Mai war laut Wrede dann wieder zu trocken und zu kalt. „Der Umschwung kam am 30. Juni mit sehr ergiebigen Niederschlägen. Diese Nässe hat uns bis heute begleitet. In Uetze fielen 2017 bislang fast 1000 Millimeter Regen, normal sind rund 700.“ In Schwüblingsen hat Landwirt Carsten Fricke bislang rund 900 Millimeter Regen gemessen. Das sind fast 30 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. „Das Problem war der Starkregen gleich am Anfang des Sommers. Dadurch sind die Böden verschlämmt, sodass das Wasser nicht versickern konnte“, erklärt er. „Im Juni, Juli, August und September sind jeweils über 100 Millimeter Regen gefallen. Das hat es in den letzten 40 Jahren nicht gegeben“, sagt Fricke, der das Wetter seit Jahrzehnten dokumentiert. Die Folge des Dauerregens: Die Ernte des Getreide, der Kartoffeln und Zwiebeln kam ins Stocken und musste schließlich in kürzester Zeit über die Bühne gehen. „Das war sehr anspruchsvoll“, sagt Wrede.

Ende Juli haben die starken Regenfälle die Kartoffelernte zum Erliegen gebracht, weil auf den Äckern das Wasser stand. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

„Wir haben immer auf einen goldenen Oktober gehofft, aber der hat sich nicht eingestellt“, sagt Fricke. Stattdessen verwüstet Sturm Xavier Anfang Oktober die Maisfelder.

Das nasse Jahr wird sich auch auf 2018 auswirken. Denn: „Auf den nassen Feldern konnten wir im Herbst kein Wintergetreide aussäen“, berichtet Wrede. Jetzt hoffe er auf starken Frost, damit der Boden durchfriere und sich die Bodengare regeneriere.

Fricke kann dem Dauerregen auch Positives abgewinnen. „Die Grundwasserspeicher im Boden konnten sich endlich wieder auffüllen.“ Das sei gerade im Wassergewinnungsgebiet rund ums Burgdorfer Holz wichtig. In den Jahren zuvor war es viel zu trocken gewesen, sodass der Grundwasserspiegel sank. 

Nach dem Dauerregen Ende Juli stehen in Dollbergen die Wiesen unter Wasser. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Sturm Xavier verwüstet im Oktober Maisfelder - die umgekippten Pflanzen sind nur schwer zu ernten. Auf den Äckern verzeichnen die Landwirte Ertragseinbußen von 20 bis teilweise 40 Prozent. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Von Anette Wulf-Dettmer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der neue Burgdorfer Veranstaltungskalender 2018 ist da. 336 Termine sind in der Faltbroschüre aufgeführt – so viele wie noch nie.

31.12.2017

Weil das frühere Avacon-Gelände an der Peiner Straße vermarktet werden soll, sorgt sich die Sehnder Tafel um ihre dortigen Räume. Andere Unterbringungsmöglichkeiten sind nicht in Sicht oder zu teuer.

31.12.2017

Vielfalt fördern – das will die Kooperative Gesamtschule (KGS) Sehnde mit dem Wettbewerb „Sehnde United“. Schüler sollen Integrationsprojekte für den Landeswettbewerb „Alle Kids sind VIPs“ entwickeln. 

31.12.2017
Anzeige