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Umland Sehnde Nachrichten Feuer in Bus: Üstra-Fahrzeug brennt bei Sehnde aus
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12:08 13.06.2018
Aus bislang noch ungeklärter Ursache ist im Wald des Sehnder Ortsteils Müllingen ein Bus der Üstra-Linie 372 vollständig ausgebrannt. Quelle: Oliver Kühn
Müllingen

Am Ende blieb nur ein Skelett aus Stahl und Kunststoff auf dem Asphalt zurück: Aus bislang noch ungeklärter Ursache ist am Dienstag kurz nach 12 Uhr ein Linienbus der Üstra auf der B 443 im Bockmerholz im Sehnder Ortsteil Müllingen vollständig ausgebrannt. Die Rauchsäule war schon vom Verkehrsknoten Seelhorster Kreuz in Hannover aus zu sehen. Glück im Unglück: Der Linienbus kam gerade erst aus dem Depot und war auf dem Weg zu seiner seiner ersten Dienstfahrt. Fahrgäste waren nicht an Bord.

Aus noch ungeklärter Ursache ist im Wald des Sehnder Ortsteils Müllingen ein Linienbus der Üstra vollständig ausgebrannt.

Weil der Brand nach ersten Erkenntnissen im hinteren Teil des Busses ausbrach, konnte sich der 21 Jahre alte Fahrer unverletzt aus dem Fahrzeug retten – doch er erlitt einen Schock und musste von einem Arzt behandelt werden.

Ein Spezialunternehmen wird das Buswrack nun vermutlich in zwei Teilen bergen. Die Bundesstraße ist deswegen derzeit gesperrt und wird voraussichtlich erst im Laufe des Mittwochs wieder freigegeben, eventuell aber nur einspurig.

„Dieser Vollbrand war schon ein heftiges Ding“, sagt selbst Sehndes Stadtbrandmeister Jochen Köpfer. Nach seinen Angaben habe offenbar ein hinter dem Bus der Linie 370 folgender Autofahrer den Rauch bemerkt und den Fahrer darauf aufmerksam gemacht. Zwei Lastwagenfahrer aus Richtung Laatzen hielten ebenfalls an und sperrten geistesgegenwärtig mit Warnwesten bekleidet die Strecke durch den Wald. Auf der anderen Seite der Unglücksstelle stand die Polizei – doch immer wieder fuhren Autofahrer trotzdem vorbei und stoppten erst, nachdem die Beamten des Polizeikommissariats Lehrte das Martinshorn einschalteten. Sie erhielten eine scharfe Ermahnung. „Die würden sogar noch die Hütchen zur Seite räumen und durchfahren“, sagte ein Polizist sichtlich verärgert.

Aus dem Fahrerhaus ragt nur noch das Lenkrad heraus. Quelle: Oliver Kühn

Der Einsatz war zudem schwierig, weil die Unglücksstelle mitten im Wald liegt, kurz hinter dem Abzweig zur Gaststätte Müllinger Tivoli: Dort gibt es keine Hydranten. Um genügend Löschwasser zu haben und ein Überspringen des Feuers auf die Bäume zu verhindern, seien deshalb die Ortsfeuerwehren Müllingen-Wirringen, Bolzum, Wassel, Sehnde, Ilten und Höver sowie die Berufsfeuerwehr Hannover und die Feuerwehr Wülferode alarmiert worden, verdeutlicht Köpfer. Doch auch Schaum kam zum Einsatz, weil dieser länger haften bleibt und entsprechend länger kühlt.

Dies ist der Rest der Fahrertür. Quelle: Oliver Kühn

Danach wurde das Wrack mit einer Wärmebildkamera nach Glutnestern untersucht. An einigen Stellen wurden nach dem Löschen noch 90 Grad gemessen. Zum Glück habe es sich um einen Diesel-Bus gehandelt und nicht einen mit Gastank oder Hybrid-Batterien, sagt Köpfer. Dies hätte die Gefahrenlage deutlich erhöht. Bei seiner Ankunft habe es einen „richtig lauten Rumms“ gegeben, sagt Köpfer. Da war ein Reifen aufgrund der Hitze geplatzt und von der Achse geflogen.

Üstra-Sprecher Iwannek geht bei dem Brand von einem technischem Defekt aus. „Das ist wirklich ein seltenes Unglück“, meint er. Der 12 Meter lange Bus gehöre der Unternehmenstochter Üstra-Reisen und sei mit mehr als zehn Jahren im Dienst ein älteres Baujahr. „Aber alle Fahrzeuge werden regelmäßig gewartet“, betont der Sprecher.

Der Schaden liege deshalb nur im unteren fünfstelligen Bereich. Die Ermittler der Kriminalpolizei Hannover haben den Schaden inzwischen auf 30.000 Euro geschätzt. Die Ursache soll nun schnell in einer Werkstatt ermittelt werden.

Neun Ortsfeuerwehren und die Berufsfeuerwehr Hannover waren im Einsatz. Quelle: Oliver Kühn

Ein Spezialunternehmen muss das Wrack nun mit einem Kran bergen, wahrscheinlich in zwei Teilen, wie Stadtbrandmeister Köpfer vermutet. Das Heck liegt auf dem Boden und kann deshalb nicht mehr bewegt werden. Zudem soll untersucht werden, ob der Asphalt der Fahrbahn beschädigt ist und erneuert werden muss. Auch die Untere Wasserbehörde soll klären, ob noch weitere Maßnahmen wegen der ausgelaufenen Betriebsstoffe notwendig sind.

Von Oliver Kühn

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