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Ein Stück Geschichte wechselt den Besitzer

Sehnde Ein Stück Geschichte wechselt den Besitzer

Ein Stück Höveraner Geschichte wechselt seinen Besitzer: Die Stadt will die Sammlung von Lothar Fischer mit Dingen des allgemeinen Lebensbedarfs aus früheren Zeiten auf die Heimatbundgruppe Unser Höver übertragen.

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Ernst Köhler, Vorsitzender der Heimatbundgruppe Unser Höver, nimmt in einem alten Sofa der Sammlung Platz.

Quelle: Oliver Kühn

Höver. Die Sammlung geht auf eine Initiative des Friseurmeisters Willi Fischer zurück, der sein Geschäft in Höver von 1948 bis in die Sechzigerjahre betrieb. Dieser hatte mit Freunden am Stammtisch im Gasthaus Weißer Bär darüber nachgedacht, ein Heimatmuseum für Höver zu gründen. Er fing an, alte Dinge des täglichen Bedarfs zu sammeln und animierte auch andere Höveraner, ihm alte Stücke zu überlassen - oft für eine Runde Bier und Korn.

In den Siebzigerjahren übernahm sein Sohn Lothar die Exponate und ergänzte sie mit eigenen Gebrauchsgegenständen. 1985 zog auch er sich zurück, schloss mit der Stadt Sehnde einen Vertrag und überließ ihr die Sammlung leihweise. Als er dann schließlich 1996 aus Höver wegzog, übertrug er sie per Überlassungsvertrag endgültig an die Stadt. Damit verbunden war die Auflage, die Ausstellungsstücke möglichst im Ortsteil Höver aufzubewahren und der Bevölkerung zugänglich zu machen. Diese Aufgabe hat das Ehepaar Ingrid und Karl-Heinz Schnelle jahrelang wahrgenommen und die Stücke gehegt und gepflegt.

Vor vier Jahren schließlich hat die Heimatbundgruppe Unser Höver die Exponate übernommen, neu sortiert und konzipiert, mit Beschriftungen versehen und in Glasvitrinen gestellt. Jetzt hat sich die Gruppe gewünscht, die Geräte vornehmlich aus praktischen Gründen in ihren Besitz zu übernehmen, weil in der Heimatstube im Obergeschoss der Kita Höver auch eigene Exponate ausgestellt werden. "Dann kommt nicht immer die Frage auf, wem was gehört", meint der Vorsitzende Ernst Köhler. Auch aus versicherungstechnischen und organisatorischen Gründen wäre eine einheitliche Verwaltung für den Verein wünschenswert, heißt es in einer Informationsvorlage der Stadt für den Ausschuss für Schule, Sport, Kultur und Soziales. Grundsätzlich handele es sich bei der dauerhaften Überlassung um eine Schenkung. Da der Wert der Ausstellungsgegenstände aber nur auf rund 6000 Euro geschätzt wird, kann dies Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke als sogenanntes Geschäft der laufenden Verwaltung selbst entscheiden.

 Die Sammlung bietet eine breite Palette von Gebrauchsgegenständen aller Art. Etwa ein Koffergrammophon nebst Schallplattensammlung, zu der alte Scheiben mit Hits von annodazumal wie "La Paloma" von Tenor Rudolf Schock oder "Einmal am Rhein" von Schnulzensänger Willy Schneider gehören. Weiter liegen in den Vitrinen Haushaltsgegenstände wie eiserne (Dampf-)Bügeleisen, eine verbeulte Wärmflasche aus Zinn, die auf dem Ofen erhitzt wurde. Oder eine Standuhr aus Spritzguss aus der Zeit um 1900, ein mächtig schweres Fleischerbeil aus Eisen mit Holzgriff, ein Telefon aus Vorkriegszeiten und Hundertausendmark-Scheine aus der Inflation von 1923. Eines der ältesten Stücke ist die Vereinsfahne des Männergesangvereins Höver aus dem Jahr 1883.

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Von Oliver Kühn

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