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00:27 28.02.2018
Umwelt-Abteilungsleiter Kay Nitsche überreicht der NVN-Vorsitzenden Carola Sandkühler im Beisein von Projektleiterin Julia Günther und Holcim-Werksleiter Erik Jantzen den Förderbescheid des Landes Niedersachsen. Quelle: Katja Eggers
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Höver

 Schon bald sollen rund um den Lärmschutzwall am Steinbruch bei Höver viele bunte Schmetterlinge fliegen. Dafür kooperiert der Zementhersteller Holcim jetzt mit dem Naturschutzverband Niedersachsen (NVN). Das Umweltprojekt ist bereits am 1. Februar gestartet. Am Freitag wurde auf dem Wall der Förderbescheid des Landes Niedersachsen übergeben.

Das Projekt „Lebensraum für Schmetterlinge verbessern“  hat eine Laufzeit von drei Jahren und sieht vor, dass Holcim langfristig nicht überplante Teilflächen der Lärmschutzwälle am Steinbruch für neue Schmetterlingsbiotope zur Verfügung stellt. Der NVN wird die Aufwertung der Lebensräume übernehmen. Ziel ist es, die Fauna der Tagfalter zu schützen. 

Schwalbenschwanz Quelle: privat

„Die Flächen am Steinbruch bieten für die Schmetterlinge einen idealen Lebensraum, weil die Kalkmergelböden dort besonders warm und trocken sind“, erklärte die NVN-Vorsitzende Carola Sandkühler. Die Diplombiologin hat auf dem Lärmschutzwall bei Höver bereits Tagfalter wie den Schwalbenschwanz und das Fleck-Widderchen, auch Blutströpfchen genannt, gesichtet. „Es gibt hier eine stabile kleine Population“, erklärte sie. Durch die Aufwertung der Lebensräume könne die Population deutlich wachsen.  Auch zahlreiche Insektenarten wie die stark bedrohten Bienen würden profitieren – Stichwort Insektensterben. Laut Untersuchungen ist die sogenannte Biomasse von Fluginsekten wie Schmetterlingen, Bienen und Fliegen in den vergangenen 25 Jahren um bis zu 80 Prozent zurückgegangen.

„Wir werden dort verfilzte Schichten abtragen, die durch abgestorbenes Pflanzenmaterial enstanden sind, umpflügen, Gras mähen und neu einsäen“, erklärte Sandkühler. Darüber hinaus soll die Schmetterlingsfauna erfasst werden, die Daten sollen aufbereitet und veröffentlicht werden. „Für die Besucher möchten wir zudem einen Lehrpfad mit Informationstafeln anlegen und Exkursionen anbieten – zum Beispiel dann, wenn der Schwalbenschwanz fliegt“, erklärte Projektleiterin Julia Günther vom NVN.

Fleck-Widderchen Quelle: privat

Mit dem Schmetterlingsprojekt fördert Holcim die Biodiversität. Dies gehöre zu den Nachhaltigkeitszielen des Holcim-Konzerns. „Wir haben schon heute die Absicht, das Projekt über die reguläre Laufzeit hinaus fortzusetzen“, erklärte Werksleiter Erik Jantzen.

Für das Umweltprojekt fließen insgesamt 34.950 Euro aus mehreren Fördertöpfen. Die erste Zusage der Bingo-Umweltstiftung erfolgte Ende 2017. Das Projekt wird zudem über EU-Mittel (Europäischer Fond für regionale Entwicklung) sowie mit Landesmitteln aus Niedersachsen gefördert. 

Der Förderbescheid. Quelle: Katja Eggers

Kay Nitsche, Abteilungsleiter im niedersächsischen Umweltministerium, überreichte Sandkühler am Freitag den Fördebescheid des Landes Niedersachsen. Er betonte, dass das Schmetterlingsprojekt in Höver im Rahmen des Sonderförderprogramms „Erhalt der Biologischen Vielfalt in Städten und Dörfern“ des Landes entstanden ist. Dabei werden erstmals deutschlandweit auch kleine Flächen und industrielle Nischen als Lebensräume für vielfältige Arten in den Blick genommen. Das Programm richtet sich auch an Unternehmen und die Verbesserung von Betriebsgeländen. „Wir gehen hier eine positive Partnerschaft von Naturschutz und Wirtschaft ein“, erklärte Nitsche. 

Land fördert biologische Vielfalt

Das Projekt „Lebensraum für Schmetterlinge verbessern“ vom Zementhersteller Holcim und dem Naturschutzverband Niedersachen (NVN) ist eines von 15 Projekten, welches derzeit vom Land Niedersachsen gefördert wird. Insgesamt stellt Niedersachsen Sondermittel in Höhe von 1,4 Millionen Euro für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Städten und Dörfern zur Verfügung. Zusammen mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) werden die 15 Projekte mit einem Gesamtvolumen von fast 3,7 Millionen Euro gefördert. 

Bei den Projekten handelt es sich vor allem um Maßnahmen an Fließ- und Stillgewässern in Ortschaften. Es werden aber auch Firmengelände mit Biotopen und Trockensteinmauern aufgewertet sowie Trafostationen umgenutzt. „Wir wollen für unsere Natur in der Stadt einen innovativen Beitrag leisten und damit die Lebensqualität von Menschen, Tieren und Pflanzen nachhaltig erhöhen“, erklärt Umweltminister Olaf Lies.eg

 

 

Von Katja Eggers

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