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Umland Sehnde Nachrichten Ins Bergwerk Hugo fließt bald auch Asse-Wasser
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00:16 25.06.2017
Im Schnitt sollen täglich rund 12 Kubikmeter Assewasser eingeleitet werden - das sind 0,003 Prozent des pro Tag angelieferten Salzwassers zur Flutung des stillgelegten Bergwerks Bergmannssegen-Hugo in Ilten. Quelle: Oliver Kühn (Archiv)
Ilten

Hintergrund dafür ist, dass in die Asse täglich rund 12 Kubikmeter (12.000 Liter) eindringen - und dieses Wasser muss entsorgt werden. Den größten Teil fängt die Bundesgesellschaft deutlich oberhalb der Einlagerungskammern mit den radioaktiven Abfällen auf. "Die Flüssigkeiten kommen daher nicht mit diesen in Kontakt und sind radiologisch unbelastet", teilten sowohl das BGE als auch die Asse GmbH am Mittwoch auf ihren Internetseiten mit. Regelmäßige Messungen belegten dies und seien für Bürger im Internet abrufbar. Die Werte, etwa für den radioaktiven Stoff Tritium, unterschritten die Grenzwerte für Trinkwasser um das Zwanzigfache. Damit sei das Asse-Salzwasser deutlich weniger belastet als Trinkwasser. Ob auch ein unabhängiger Gutachter eingeschaltet wird, ist noch offen.

Salzwasser kommt im Lastwagen

Geplant ist offenbar, dass Lastwagen alle vier bis fünf Wochen rund 400 Kubikmeter Salzwasser anliefern, umgerechnet im Schnitt etwa 12 Kubikmeter täglich. Ins Visier geriet Bergmannssegen-Hugo, weil das stillgelegte Bergwerk von K+S als Betreiber bereits seit vergangenem Jahr zur Stabilisierung mit etwa 6000 Kubikmetern Salzlauge am Tag geflutet wird. Der Anteil des Asse-Wassers an der Flutung läge demnach bei etwa 0,003 Prozent. Dies sei nötig geworden, um eine Alternative zu haben, falls der Vertrag mit einer außerhalb Niedersachsen liegenden Firma, die derzeit 11 Kubikmeter pro Tag entsorgt, enden oder sich die Mengen erhöhen sollten.

Die Asse-GmbH und die K+S Entsorgung GmbH haben sich bereits auf die Anlieferung geeinigt. Diese soll frühestens im nächsten Jahr beginnen. Bis dahin muss noch eine Genehmigung beim Landesamt für Bergbau eingeholt werden. Diese schreibt vor - so wie bei der Flutung des ehemaligen Kalibergwerks Mariaglück in Höfer (Samtgemeinde Eschede) - dass die Salzlauge vor jedem Abtransport von der Asse auf Radioaktivität geprüft und dies auch dokumentiert werden muss. Ein Abtransport erfolgt nur, wenn die Salzlauge als radiologisch unbedenklich freigegeben wird.

Trotz des Reiznamens "Asse" wollen die beiden betroffenen Städte Sehnde und Lehrte erst einmal abwarten. In einem Gespräch hatten die Asse GmbH und K+S die beiden Bürgermeister am Mittwoch vorab informiert. "Ich kann das noch nicht beurteilen", sagt Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke. Er sei vom Brief der Asse GmbH zwar überrascht gewesen, warte vor einer Stellungnahme aber erst einmal das weitere Verfahren und die Diskussion in den politischen Gremien ab. Auch in Lehrte hofft man dabei auf Transparenz. "Uns wurde mitgeteilt, dass das Asse-Wasser radiologisch weniger belastet ist als Trinkwasser", sagt Stadtsprecher Fabian Nolting. Die Belastung soll bei 2 bis 5 Becquerel liegen - beim Trinkwasser bei 100 Becquerel. Von der Asse gebe es bereits eine Einladung an den Umweltausschuss, sich die Anlage anzusehen.

Die Asse: Vom Salzbergwerk zum Atomlager

Die Schachtanlage Asse II bei Wolfenbüttel ist ein rund 100 Jahre altes Kali- und Salzbergwerk. Dort wurde von 1909 bis 1925 Kalisalz und von 1916 bis 1964 Steinsalz abgebaut. Danach wurde die Salzförderung eingestellt. Der stillgelegte Schacht wurde 1965 vom Bund gekauft und im Auftrag des Bundesforschungsministeriums genutzt, um die Handhabung und die Lagerung von radioaktiven Abfällen in einem Endlager zu erproben – vor allem aus Anlagen der heutigen Kernkraftwerksbetreiber. Von 1967 bis 1978 wurden insgesamt 125.787 Fässer und 46.930 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert, die aufgrund der Unstabilität des Bergwerks wieder herausgeholt werden sollen. Der Bereich, wo heute das Wasser eintritt, befindet sich jedoch 150 Meter höher.

Von Oliver Kühn

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