Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten SPD und Grüne wollen 16-Uhr-Gruppen in Stadt-Kitas
Umland Sehnde Nachrichten SPD und Grüne wollen 16-Uhr-Gruppen in Stadt-Kitas
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:46 23.02.2018
Die Kita Marggrafstraße wird ab August die erste in Sehnde-Mitte mit einer Betreuungszeit bis 16 Uhr. Quelle: Sandra Köhler (Archiv)
Sehnde

 Die Gruppe SPD-Bündnis 90/Die Grünen im Rat fordert eine Umkehr bei der Kindergartenbedarfsplanung. Statt nur bei entsprechender Nachfrage die Betreuungszeiten auszuweiten, soll zukünftig grundsätzlich in allen zwölf städtischen Kindertagesstätten mindestens eine 16-Uhr-Gruppe eingerichtet werden. Die Stadt soll dafür die Kosten für Personal und bauliche Maßnahmen ermitteln. „Wir möchten für die Familienstadt Sehnde eine zukunftsweisende Politik betreiben, die vorzugsweise agiert statt reagiert“, sagt Gruppensprecher und SPD-Fraktionschef Olaf Kruse.

Der Antrag, der noch in der Politik diskutiert werden muss, sei „kein böser Vorwurf“ an die Verwaltung. Doch die Kindergartenbedarfsplanung sei lediglich eine grobe Einschätzung künftiger Bedürfnisse von Eltern und oftmals „schon bei Druck überholt“, sagt Kruse: „Die Eltern hängen dann in der Luft, und wir müssen hinterherhecheln und kurzfristig etwa baulich entscheiden.“ Das Problem dürfte sich  mit der von der Landesregierung beschlossenen betragsfreien Kindergartenzeit noch verschärfen. „Dies könnte dazu führen, dass Eltern weitere Bedarfe anmelden, dies dies vorher aus Kostengründen nicht getan haben“, meint Kruse.

Ähnlich sei es auch bei der Kita Marggrafstraße gewesen, fügt Andrea Gaedecke hinzu, Vorsitzende des Ausschusses für Kindertagesstätten und Jugend. Die Stadt habe erst nach einer Erhebung im Dezember festgestellt, dass in Sehnde-Mitte 24 Ganztagsbetreuungsplätze fehlen. Nun bekommt die Kita ab August als erste Einrichtung in Sehnde-Mitte eine 16-Uhr-Gruppe. Damit habe die Stadt aber wiederum nur auf die Anmeldezahlen aus dem Neubaugebiet „Kleines Öhr“ reagiert, obwohl schon vorher klar gewesen sei, dass die angebotenen Öffnungszeiten für viele berufstätige Eltern nicht ausreichend seien. Nun habe erneut nachgesteuert werden müssen. „Das ist oft Stückwerk, hier mal eine Stunde, da mal eine Stunde“, moniert Gaedecke.

Ist ist dabei klar, dass die von der Gruppe gewünschte flächendeckende Einführung von 16-Uhr-Gruppen in absehbarer Zeit unrealistisch ist. Für die Kita Marggrafstraße hatte die Stadt allein für die dann nötig werdenden zusätzlichen Mitarbeiterinnen Mehrkosten von etwa 40.000 Euro im Jahr errechnet – bei zwölf städtischen Kitas wären das mehrere Hunderttausend Euro. „Wir müssen aber wissen, was es uns wert ist und was wir finanziell stemmen können“, sagt Kruse. Die Verwaltung könne ausloten, ob eine solche Gruppe in jeder Kita und jedem Ortsteil nötig sei oder ob bestimmte Orte besonderen Bedarf haben. Verfolge man diese Strategie künftig bei der Kindergartenbedarfsplanung, habe man eine solidere Basis, die für mehrere Jahre tragfähig wäre, sagt Kruse. 

Die Stadt soll daher zunächst ermitteln, wo die Einrichtung von 16-Uhr-Gruppen sofort, ohne Umbau und mit dem vorhandenen Personal umgesetzt werden könnte – und zwar mit einer entsprechenden Zeitschiene. Darüber hinaus soll sie kalkulieren, in welchen Kitas neues Personal eingestellt werden müsste und wo Baumaßnahmen nötig wären. Zudem sollen alle Eltern mit Kindern unter sechs Jahren zu ihrem Bedarf nach einer 16-Uhr-Gruppe befragt werden.

Von Oliver Kühn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gut Ding will Weile haben: Das scheint für die Skateranlage zwischen Bundesstraße 65 und dem Kötterschem Park zu gelten. Doch nun soll sie endlich saniert werden – nach gut einem Jahr Sperrung. 

23.02.2018

Das TFA Team Höver (Toughest Firefighter Alive) hat einen Sponsor für eine sogenannte Hammerschlagmaschine gefunden. Das Trainingsgerät hat einen Wert von 2000 Euro.

23.02.2018

Die Sehnder Feuerwehr ist am späten Sonntagabend zu einem Schornsteinbrand gerufen worden. Durch das schelle Eingreifen konnte Schlimmeres verhindert werden.

22.02.2018