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Umland Sehnde Nachrichten Kitas fehlen Räume für Sprachförderung
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14:10 21.02.2018
Die Sprachförderkraft der Region Hannover sieht sich wegen fehlender Räumlichkeiten nicht in der Lage, in der Kindertagesstätte Marggrafstraße tätig zu sein. Weil dort zahlreiche Kinder aus verschiedenen Ländern zusammenkommen, ist eine Förderung umso wichtiger. Quelle: Sandra Köhler
Sehnde

 Das Kultusministerium will die bisher in Grundschulen geleistete Sprachförderung für künftige ABC-Schützen in die Kitas zu verlagern. Das hält die städtische Fachdienstleiterin Katharina Fischer für schwierig. Es stellt die Kommune vor allem vor räumliche Probleme.

Für viele Kinder, speziell für solche, die aus anderen Ländern stammen, ist Sprachförderung der unverzichtbare Schlüssel zur Bildung. Die Grundschulen haben bisher auch in Sehnde sowohl die Sprachstandsfeststellung der künftigen ABC-Schützen als auch die Förderung dieser übernommen. Nun hat das niedersächsische Kultusministerium eine Änderung vor: „Der sprachliche Förderbedarf ist nicht mehr als schulische Spachförderung benannt, sondern kann auch in anderen Einrichtungen erfolgen“, erklärt  Katharina Fischer, Fachleiterin Kindertagesstätten und Jugend bei der Stadt Sehnde. „Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht“, sagt sie. Die Schulen müssten sich zu dem Vorhaben erst noch positionieren.

Eine Verlagerung der Sprachförderung in die Kindertagesstätten sei in Sehnde schlichtweg nicht möglich, so Fischer. Denn diese seien weder räumlich noch personell dafür ausgestattet. In nahezu allen Kindertagestätten fehlten die dafür nötigen Differenzierungsräume. Eine Sprachförderung könne also zurzeit nur in den Gruppenräumen erfolgen. Das aber sei pädagogisch und organisatorisch nicht möglich – und würde sich zudem negativ auf die Qualität und Wirkung der Förderung auswirken. 

Die Raumproblematik wird am Beispiel  der Kindertagesstätte Marggrafstraße deutlich. Diese ist zentral gelegen und wird von zahlreichen Kindern besucht, die aus anderen Ländern stammen. Entsprechend haben sich die Leiterin Martina Lübberstedt und ihre Mitarbeiterinnen Inklusion, Integration und Sprachförderung für die drei bis Sechsjährigen auf die Fahnen geschrieben. Neben der regelmäßigen kinderärztlichen Sprechstunde heißt das vor allem: alltagsintegrierte Sprachförderung in den Gruppen. 

Bislang gab es dazu auch ein Angebot der Region Hannover, die zusätzlich  zweimal in der Woche eine Sprachförderkraft für Kleingruppenarbeit in die Kita entstandte. Das Angebot wurde nun erst einmal eingestellt. Der Grund: Der Raum, in dem die Förderung bislang stattfand, ist eigentlich ein Büro und dient auch als Rückzugsort für die Mitarbeiterinnen. Die Fachkraft der Region hat sich daher geweigert, das Programm unter diesen Bedingungen in der Kita Marggrafstraße weiterzuführen. „Wir haben nun schon Räume in der Astrid-Lindgren-Schule als Alternative geprüft“, sagt Fischer. Doch auch diese Lösung sei als unbefriedigend eingestuft und daher verworfen worden. Die Stadt will nun mit der für Sprachförderung zuständigen Regionsmitarbeiterin noch andere Möglichkeiten prüfen. „Es wäre wirklich sehr schade, wenn das Angebot aufgrund der mangelnden räumlichen Situation nicht mehr weitergeführt werden könnte“, so Fischer.

Von Sandra Köhler

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