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Umland Sehnde Nachrichten Reisemobilverkäufer klagt über Umsatzeinbruch
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00:36 19.04.2018
Die Wohnmobile stehen zwischen Baumaschinen und Erdhaufen - dort hin verirrt sich kaum ein Kunde. Quelle: Oliver Kühn
Sehnde

 Die Erschließung des Neubaugebiets Maschwiesen Süd geht mit großen Schritten voran. Doch wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten: Für den Verkäufer von Reisemobilen, der am Rande des Areals seinen Standplatz hat, bedeuten die Bauarbeiten einen deutlichen Umsatzeinbruch. Darüber hinaus ist es bei Kanalarbeiten zu einem Rückstau des Billerbachs gekommen, sodass vier Keller von Anwohnern vollgelaufen sind und von der Feuerwehr ausgepumpt werden mussten.

Unproblematisch verläuft hingegen die Erschließung des Baugebiets. Der Damm für die neue Straße sei bereits zu 70 Prozent fertig, sagt Fachdienstleiter Godehard Kraft. Gleiches gelte für die Regen- und Schmutzwasserkanäle, die bereits auf einer Länge von mehr als 160 Metern verlegt seien. Und auch der Durchlass für den Billerbach, der dort als Vorfluter dienen soll, sei inzwischen fertiggestellt. Dabei handelt es sich um einen Staukanal, mit dem das Oberflächenwasser vor der Einleiung in den Billerbach gedrosselt wird. Jetzt werden die Versorgungsleitungen für Gas, Strom und Wasser in den Boden gebracht, die auch die Lehrter Straße (B443) kreuzen. 

Im Anschluss wird dann die neue Straße durch die Maschwiesen gebaut. Laut Bauzeitenplan sollen die Arbeiten spätestens Anfang Juni abgeschlossen sein. Erst dann beginnt der Hochbau. Dort sind 70 Wohneinheiten vorwiegend in dreistöckigem Geschosswohnungsbau geplant. Kraft rechnet mit einem Mietpreis von rund 10 Euro pro Quadratmeter. Es gebe mehrere Investoren, wer den Zuschlag bekomme, sei vertraglich aber noch nicht entschieden. Auch ob und wie viele davon Eigentums- oder Mietwohnungen würden, sei noch offen, sagt Kraft: „Die Nachfrage ist aber gut.“ Für einen Teil der Grundstücke lägen bereits Reservierungen vor. 

Sozialer Wohnungsbau sei dort aber nicht vorgesehen, verdeutlicht Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke. Das Grundstück gehöre nicht der Stadt, dafür gebe es laut öffentlichem Planungsrecht deshalb auch keine Handhabe. Unklar ist zurzeit auch noch, ob in dem Neubaugebiet eine Kindertagesstätte gebaut wird. „Wir sind darüber in Gesprächen“, sagt Lehrke. Bei derartigen Neubaugebieten sei es inzwischen Standard, die Kinderbetreuung immer gleich mitzubetrachten, etwa im Erdgeschoss eines Wohnblocks.

Das Ende der Erschließungsarbeiten sehnt vor allem Faiz Tozo herbei. Er residiert mit seinem Geschäft Marcel-Reisemobile eigentlich am Rande des Baugebiets – derzeit stehen die meisten Fahrzeuge aber mittendrin zwischen Schlammpfützen und Erdwällen. Für ihn bedeute das eine enorme Behinderung und einen großen wirtschaftlichen Verlust.

„Ich habe im März nur ein Fahrzeug verkauft, dabei ist das die Hauptzeit vor der Reisesaison“, klagt der Unternehmer. Potenzielle Kunden führen weiter, weil sie dachten, der Platz sei gesperrt. Viele Wagen stünden zudem im Matsch und könnten gar nicht besichtigt werden. Diebe hatten sich davon allerdings nicht abschrecken lassen. Sie hatten am vorvergangenen Wochenende versucht, eines der Fahrzeug zu stehlen, waren jedoch gescheitert, weil sich das Wohnmobil nicht starten ließ. „Jetzt habe ich Angst, dass die nochmal kommen“, sagt Tozo. Die Reisemobile stünden ja nun im Dunkeln und abseits der Lehrter Straße.

Einige von deren Anwohnern waren in der vergangenen Woche ebenfalls Leidtragende der Bauarbeiten. In einer Rohrleitung war es offenbar durch unsachgemäße Arbeiten verbunden mit heftigem Regen zu einem Rückstau gekommen – und Keller liefen voll. Die Ortsfeuerwehr Sehnde musste ausrücken und in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken aus vier Kellern an der Maschwiese und in der Bahnhofstraße Wasser abpumpen. Erst nach drei Stunden war der Einsatz beendet.

Von Oliver Kühn

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