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Umland Sehnde Nachrichten Regionalmuseum widmet sich Schützenhistorie
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00:30 10.06.2018
Prunkstück der neuen Schau im Regionalmuseum Sehnde ist eine mit einem Schützenkönigspaar ausstaffierte Kutsche. Auf diese sind Erhard Niemann, Vorsitzender des Regionalmuseums (rechts) und Heinz Köneke, Vereinsmitglied und langjähriger Vorsitzender der Schützenbruderschaft "Das Große Freie" mächtig stolz. Quelle: Sandra Köhler
Rethmar

„Das Schützenwesen im Großen Freien“ ist der Name der kommenden Sonderausstellung im Regionalmuseum Sehnde. Sie wird am Sonntag, 10. Juni, um 12 Uhr in den Museumsräumen im Gutshof Rethmar eröffnet. Die Einführung übernimmt Dietmar Müller, Vorsitzender der Schützenbruderschaft „Das Große Freie“.

Dieses Schild wird dem Silbervogelkönig im Umzug vorausgetragen. Quelle: Sandra Köhler

Prunkstück der Schau, die vom 10. Juni bis 9. September zu sehen sein wird, ist eine mit einem Schützenkönigspaar ausstaffierte Kutsche. „Da muss man sich nur noch die Pferde dazu denken“, ulkten Erhard Niemann, Vorsitzender des Museumsvereins, und Heinz Köneke, Vereinsmitglied und langjähriger Vorsitzender der Schützenbruderschaft „Das Große Freie“ beim Aufbau. Die Kutsche, zur Verfügung gestellt von Dieter Rose-Borsum, sei tatsächlich früher in Schützenumzügen unterwegs gewesen, sagt Köneke. Die Schaufensterpuppen tragen die Originaluniformen verstorbener Mitglieder der Schützenbruderschaft: „Der Schützenkönig ist also quasi Manfred Wilk, der auch Ehrenbürger war“, erläutert Niemann: „Und die Königin trägt die Sachen von Anneliese Jäntsch.“

Alle Vereine, die Niemann angeschrieben hatte, stellten historisch bedeutsame Exponate zur Verfügung. „Über das Vertrauen habe ich mich sehr gefreut“, sagt der Vorsitzende. Auch darüber, dass die überwiegende Mehrheit der Vereine, einverstanden waren, das Schützenwesen der Sehnder Ortschaften mit in die Ausstellung einzubeziehen, die eigentlich nicht zum Dörferverbund „Zum Großen Freien“ gehören: Müllingen, Wirringen, Wassel und Bolzum.

Das älteste Stück der Ausstellung ist die Bilmer Schützenscheibe aus dem Jahr 1883. Quelle: Sandra Köhler

Aus Bilm stammt das älteste Exponat, eine Schützenscheibe aus dem Jahre 1883. Die zeugt davon, dass das Königsschießen seinerzeit nicht auf abgeschlossenen Schießständen mit Kleinkaliberwaffen erfolgte. „Die haben die Scheiben auf einer Wiese aufgebaut, aufgepasst, dass keiner dahinter stand, und dann mit Jagdwaffen geschossen“, erklärt Köneke. Um bei der Auswertung zu markieren, welche Schüsse bereits gezählt waren, wurden die Geschosse wieder hineingesteckt. Eine solche Scheibe kam beim Schießwettbewerb 2013 in Gretenberg – dort existiert seit Jahren kein Stand mehr - per Zufall ans Licht. Ein Landwirt erwähnte, dass sie sich auf seinem Dachboden befände.

So wie in früheren Zeiten Steuererleichterungen etwa Anreiz waren, Schützenkönig zu werden, diente auch das sogenannte Silbervogelschießen einem bestimmten Zweck. „In der Zeit des Übergangs von den Hellebarden zu den Vorderladern waren die Oberen natürlich daran interessiert, dass die Männer den Umgang mit den neuen Waffen vernünftig lernten“, sagt Köneke: „Dejenige der der Silbervogelkönig unter der Regie der Reihenstellenbesitzer wurde, bekam das Recht, die Gemeinschaftswiese abzuernten. In Zeiten, in denen die Höfe nicht so große waren, war das ein schönes Zubrot.“ Als 1963 das Silbervogelschießen im "Großen Freien" wieder eingeführt wurde, gab es zwar keine Vergünstigungen, aber es brauchte eine Königskette. Die, dem Namen des Wettbewerbs entsprechend aus Silber, stiftete die damals noch selbstständige Gemeinde Ilten. Auch diese Kette ist in der Ausstellung zu sehen.

Die Silbervogelkette wurde 1963 von der damals noch selbständigen Gemeinde Ilten gestiftet. Quelle: Sandra Köhler

Von Sandra Köhler

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