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Umland Sehnde Nachrichten Ohne Vorsitz: AWO-Ortsverein droht die Auflösung
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00:30 08.03.2018
Akkordeonspieler Aloys Schonebeck bringt Stimmung in die Kaffeenachmittage. Quelle: Reiner Luck
Sehnde

 Wie soll es künftig weitergehen? Diese Frage schwebt wie ein Damoklesschwert über der Jahresversammlung des Ortsvereins Sehnde der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Der Wohlfahrtsverband steht bereits seit zwei Jahren ohne Vorsitzenden da, sodass der Regionsverband die Geschäftsführung übernommen hat. Der Stamm der Ehrenamtlichen ist überaltert und die Mitgliederzahl auf dem tiefsten Stand seit der Gründung. Nun hofft der Verein, bis zum 15. März noch einen Kandidaten oder eine Kandidatin zu finden – sonst droht notfalls auch die Auflösung des Vereins. 

„Wir wollen die AWO in Sehnde nicht sterben lassen“, verdeutlicht Gerda Thölke die Brisanz der Lage. Die Sehnderin hat den Ortsverein mit aufgebaut, ist seit 1972 dabei, war von 1978 bis 2008 Vorsitzende – doch jetzt ist sie 83 Jahre alt. Heute engagiert sich Thölke deshalb nur noch als „einfache“ Ehrenamtliche in der Gymnastikgruppe, bei den Klön- und Spielenachmittagen und organisiert etwa Fahrten. Auch die regelmäßigen Angebote werden von den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen mit Blick auf die langjährigen, meist weiblichen und oftmals alleinstehenden Nutzerinnen unverdrossen weiterhin aufrechterhalten. „Damit wollen wir den Teilnehmern den Alltag etwas bunter gestalten“, verdeutlicht Thölke die Motivation. Außer Thölke sind dies noch Marlene Brude, Ruth Klinger, Ursula Arends, Christa Schulz und Ingrid Wulf.

Doch wie lange das noch gehe, sei fraglich. Von den fünf engagierten Damen seien vier ebenfalls schon älter als 80, und die jüngste immerhin auch schon 70. Der vor zwei Jahren gewählte Vorstand habe seine Ämter schon nach kurzer Zeit aufgrund der Arbeitsbelastung wieder abgegeben, sagt Thölke: „Viele wollen nur mal helfen, aber nicht immer präsent sein und dann auch noch die Verantwortung tragen.“ Aber für einen Vereinsvorsitz müsse man schon Lust und Liebe mitbringen. „Wir hoffen dennoch, dass wir bis zur Jahresversammlung noch einen Kandidaten finden“, gibt sich Thölke optimistisch. Auch die Mitgliederzahl ist deutlich zurückgegangen. In den besten Zeiten seien es 200 gewesen, jetzt seien es nur noch 150. 

Die Kleiderkammer ist ein stets gut genutztes Angebot der AWO Sehnde. Quelle: Reiner Luck

Derzeit wird der Sehnder Ortsverein von der AWO Region Hannover geleitet, der die finanziellen Angelegenheiten und die Organisation steuert. „Wir führen die Kasse und machen die Abrechnungen“, erläutert Adalbert Mauerhof. Für traditionelle Vereine wie die Arbeiterwohlfahrt sei es immer schwieriger, Menschen für die Vorstandsarbeit zu finden, besonders für den Vorsitz.

Eines sei dabei klar: „Wenn nicht in absehbarer Zeit ein Kandidat gefunden wird und bei den derzeitigen Ehrenamtlichen die Kräfte schwinden, ist die Auflösung des Vereins eine Option.“ Die Angebote würden jedoch auch ohne einen Ortsverein bestehen bleiben, beruhigt Mauerhof alle Nutzer. Der Ortsverein würde dann zu einem sogenannten Stützpunkt. Kleiderkammer und Begegnungsstätte würden wie bereits derzeit weiterlaufen, gleiches gelte etwa für Jubilarehrungen und die Weihnachtsfeier.

Wer sich ein Engagement bei der AWO Sehnde vorstellen kann, kann Adalbert Mauerhof unter Telefon (05 11) 8 11 42 45 oder per E-mail an info@awo-hannover.de erreichen. Die Jahresversammlung ist am Donnerstag, 15. März, ab 14.30 Uhr in der Begegnungsstätte, Peiner Straße 13.

Von Oliver Kühn

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