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Assewasser: Rat steht hinter Bürgerinitiative

Sehnde Assewasser: Rat steht hinter Bürgerinitiative

Mit einer Mahnwache hat die Bürgerinitiative (BI) "Assewasser - Nein Danke" vor der Ratssitzung am Donnerstagabend auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. In der Einwohnerfragestunde konnte sie dann hören, dass der Rat nahezu geschlossen gegen die geplante Einleitung von Assewasser in Sehnde ist.

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Die Bürgerinitiative "Assewasser - Nein Danke" hat vor der Ratssitzung eine Mahnwache abgehalten und Unterschriften gesammelt.

Quelle: Oliver Kühn

Sehnde. "Wir wollen die Leute aufrütteln und warnen", sagt Sprecher Cedric Bätje. Er stelle in Gesprächen immer wieder fest, dass viele Sehnder von dem Vorhaben noch gar nichts wissen. Hintergrund ist, dass die Asse-GmbH Salzlauge aus dem Atomendlager Asse II bei Wolfenbüttel in das stillgelegte Kalibergwerk Friedrichshall entsorgen will. Nach dieser Information hätten drei Bürger spontan ihre Unterstützung zugesagt. Zudem haben die Aktiven weitere 60 Unterschriften gesammelt, darunter von einigen Ratsmitgliedern.

In der Einwohnerfragestunde wollte es der Sprecher der Bürgerinitiative dann aber konkret wissen. "Wie stehen Sie zu dem Vorhaben?", fragte Bätje nicht nur alle Ratsmitglieder, sondern auch die Verwaltung. Als deren Chef entgegnete Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke, dass die Stadt dazu noch keine Stellung nehmen könne. Erst wenn ein Antrag der Asse-GmbH vorliege, könne die Verwaltung sich dazu äußern und eine Drucksache vorlegen.

SPD-Ratsherr Olaf Kruse, Sprecher der Gruppe SPD/Grüne, erklärte, dass "das Unwohlsein bei allen sehr hoch" sei: "Ich habe damit Bauchschmerzen und bin eher gegen das Vorhaben." Noch deutlicher äußerte sich Fritz Wilke (Die Linke): "Ich bin strikt dagegen." Was man "unten versaubeutelt hat", wolle man jetzt nach oben holen. "Aber das gehört nicht in ein Wohngebiet." Auch Wolfgang Ostermeyer (AfD) bekannte sich als Gegner des Assewassers. "Ich empfinde das Vorhaben als Provokation und sehe darin in einem Ballungsraum keinen Sinn."

 Lediglich die CDU/FDP-Gruppe wollte sich nicht positionieren. "Wir müssen das noch in der Fraktion besprechen und sehen, wie sich die Dinge weiterentwickeln", erklärte Sprecher Klaus Hoffmann. Bei einem Besuch der Asse habe man gehört, dass Sehnde vielleicht gar nicht betroffen werde. Bätje wertete die Antworten als "durchweg positiv" - nur von der CDU/FDP-Gruppe hätte er sich auch ein eindeutiges Votum erwünscht: "Das war ein bisschen enttäuschend."

Von Oliver Kühn

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