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Umland Sehnde Nachrichten Stadt rechnet mit 1000 zusätzlichen Fahrten am Tag
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21:05 25.02.2018
Die drei Neubaugebiete sollen gut miteinander vernetzt werden. Quelle: Grafik: Llorens
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Rethmar

 Der Siedlungsentwicklung in Rethmar steht nichts mehr im Wege: Der Rat hat die drei Bebauungspläne für die Neubaugebiete am Westrand des Ortes einstimmig befürwortet. Auch wenn die Vorstellungen sowohl in der Politik als auch bei Bürgern teils auseinander gehen, seien bei der Auslegung der Pläne keine grundsätzlichen Bedenken eingegangen, teilte die Stadt mit. Noch offen ist das Verkehrskonzept vor allem mit der Anbindung an die B 65. Wenn alles bebaut ist – geplant sind bis zu 150 Wohneinheiten – rechnet die Stadt dort mit etwa 1000 zusätzlichen Fahrten am Tag.

Die Stadt will in Rethmar-West die drei Neubaugebiete „Großes Backhausfeld“, „Kleines Backhausfeld“ und „Vorwerks Garten“ entwickeln. Es ist die größte Siedlungsentwicklung seit vielen Jahren. Die Region Hannover hat die Erweiterung bereits genehmigt und als im Einklang mit dem Raumordnungsprogramm bezeichnet. Demnach darf Rethmar über den Eigenbedarf hinaus als „ländlich struktrierte Siedlung mit Ergänzungsfunktion Wohnen“ wachsen. Verdrängt wird dadurch vermutlich die Tierwelt. Ein Projektbüro hatte dort Feldlerchen, Zwergfledermäuse am Wasserlauf Donau, Teichfrösche im Regenrückhaltebecken sowie Riesen-Grashüpfer festgestellt – aber keine Feldhamster, die schon oft Bauprojekte gestoppt haben.

Wegen der großen Nachfrage nach Baugrundstücken sollen die Bebauungspläne für die drei Areale aber nicht nacheinander, sondern parallel angegangen werden, sagte Fachdienstleiter Godehard Kraft. „Damit ist die Planung auch aus einem Guss.“ Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke hatte beim Neujahrsempfang von 800 Bauwilligen gesprochen, denen man aber nur 70 Grundstücke habe anbieten können.

Nach Angaben von Fachdienstleiter Godehard Kraft habe man für das Verkehrskonzept an fünf Stellen im Ort den Verkehr gezählt, um zu sehen, wie er sich in Rethmar verteilt. Wichtiger Punkt ist die Anbindung der Neubaugebiete an die überörtliche B 65. Dafür gibt es zwei mögliche Varianten: Entweder im Norden in Höhe des Bode-Rings in Form eines Kreisverkehrs direkt an die B 65 oder über die Flächen des nicht mehr genutzten Bundessortenamts. 

Zudem soll es über die Straße Backhausfeld eine Anbindung an den Ort und seine Infrastruktur geben, damit die Neubaugebiete nicht als abgetrennter Teil des Dorfs wirken. Dafür sei ein Zwei-Richtungsverkehr, wie vom Ortsrat favorisiert, oder nur in eine Richtung denkbar. Eine südliche Erschließung ist dagegen noch Zukunftsmusik, weil dafür noch Grundstücke fehlen. Kraft rechnet nach Fertigstellung der Neubaugebiete mit rund 1000 Fahrten am Tag. Dies sei jedoch kein Problem – selbst ein Kreisverkehr an der B 65 könnte dies leisten.

Die Erstellung der Bebauungspläne erfolgt aber erst in einem zweiten Schritt. Zunächst muss der Flächennutzungsplan geändert werden, weil die Flächen derzeit noch landwirtschaftlich genutzt werden. Dennoch sind bei der öffentlichen Auslegung insgesamt 31 Stellungnahmen von Bürgern sowie neun von Trägern öffentlicher Belange eingegangen. Doch diese seien schon viel zu konkret gewesen, sagte Kraft. Häufig seien die Verkehrsentwicklung und der Artenschutz angesprochen worden, und dass man die Infrastruktur im Ort wie Kita und Grundschule nicht mit zu vielen Neubürgern überfordern dürfe. Diese Anpassung könne erst nach den fertigen Bebauungsplänen geregelt werden. Doch auch dann rechnet Kraft noch mit Kritik: „Auch diese werden immer ein Kompromiss und nicht für alle zufriedenstellend sein.“

Von Oliver Kühn

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