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Umland Sehnde Nachrichten Sehnde wird Vorbild für Wathlingen
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17:57 05.02.2018
Die SPD-Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch lässt sich von Projektleiter Gerold John am Beispiel Friedrichshall die von K+S geplante Haldenabdeckung in Wathlingen erläutern. Quelle: Sandra Köhler
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Sehnde

 Die SPD-Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch hat am Montag die Kalihalde Friedrichshall in Sehnde besucht, um sich dort über die seit Jahren fortgeführte Abdeckung zu informieren – so wie es von K+S auch in ihrem Wahlkreis Wathlingen geplant, aber heftig umstritten ist: „Ich wollte mich schlau machen, damit ich den Bürgern Antworten geben kann.“ Man müsse den Gutachtern vertrauen können: „Viele der Befürchtungen treffen so wohl nicht zu.“

Die Abdeckung werde in Wathlingen „nach dem gleichen Prinzip vonstatten gehen“, bestätigt K+S-Sprecher Ulrich Göbel. Zweck sei es, die Neubildung von salzhaltigem Wasser zu reduzieren und damit die Umweltsituation zu verbessern. Das Verfahren sei mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie abgesprochen und auch für weitere Halden geplant. 

Das Verfahren in Sehnde sieht mehrere Schichten vor: Ganz unten, aber oberhalb des Salzes liegt eine weitgehend wasserundurchlässige Tonschicht. Darüber folgt eine Drainage aus gröberem Material, wie etwa aus dem bei Gleisbetterneuerungen der Bahn ausrangierten Steinen. Zum Schluss folgt erneut eine Tonschicht. „Wir müssen Terrassen anlegen, sonst halten die Hänge nicht“, macht Göbel deutlich. In Sehnde ist dies im vergangenen Jahr passiert und musste mit viel Aufwand erneuert werden.

Die Abdeckung in Sehnde ist bereits zu großen Teilen abgeschlossen. Fast 13 Millionen Tonnen Material sind bereits verbaut worden, die restlichen 1,34 Tonnen folgen in den nächsten zwei Jahren. „Dann ist Sehnde nach 25 Jahren abgeschlossen“, sagt Göbel. Geplant sei später, ein Viertel der Fläche für Naherholung freizugeben. Auf den anderen drei Vierteln sollen sich Tiere und Pflanzen möglichst ungestört entwickeln können. 

In Wathlingen soll zusätzlich zu dem in Sehnde praktizierten Verfahren auch auf den Abhängen eine Tonschicht zur Abdeckung aufgebracht werden. Insgesamt seien 12 bis 14,5 Millionen Tonnen Material notwendig, sagt Projektleiter Gerold John. Dies bestehe aus Bodenmaterial und Bauschutt – im Inneren werde auch belastetes Material verwandt. Das sei aber nicht gesundheitsgefährdend: „Wir produzieren keine Sondermülldeponie.“ Hanisch lobte die Bereitschaft des Konzern zur Transparenz: „Herr Göbel wird bei konkreten Fragen auch Bürgern zur Verfügung stehen.“ In puncto Verkehrsführung, die in Hänigsen und Sorgensen zu Protesten geführt hat, seien Alternativen im Gespräch. 

Von Sandra Köhler

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