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Nachrichten Schützen übergeben Königsketten an Museum
Umland Sehnde Nachrichten Schützen übergeben Königsketten an Museum
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00:37 20.05.2018
Schießsportleiter Reinhard Hartmann (links), der Vorsitzende Christoph Schemschat (rechts) und sein Stellvertreter Christopher Gieseke von den Schützen der Stadt Sehnde übergeben die Königsketten an Museumschef Erhard Niemann. Quelle: Katja Eggers
Rethmar

 Das Regional-Museum Sehnde auf dem Gutshof in Rethmar ist um drei besondere Ausstellungsstücke reicher: Die Schützen der Stadt Sehnde, die unter ihrem Dach alle 13 Schützenvereine des Stadtgebietes vereinen, haben dem Haus drei ihrer Königsketten übergeben. „Das ist ein Stück Stadtgeschichte“, betonte Christoph Schemschat, der Vorsitzende der Stadtschützen. Denn schließlich seien auf den versilberten Ketten die Namen von Sehndes Stadt- und Gemeindekönigen von 1975 bis 2014 eingraviert.

Die Königsketten wurden 1975 nach der Gebietsreform eingeführt, als die ehemals 15 selbständigen Gemeinden zur Stadt Sehnde zusammengefasst wurden. Wer in seinem örtlichen Schützenverein Sommerkönig geworden war, durfte im September ein besonderes Privileg genießen und stets noch einmal um den Titel des Sehnder Stadtkönigs schießen. Der beste Schütze aller Vereine durfte sich am Ende des Wettbewerbs mit der Königskette schmücken.  Die Übergabe erfolgte stets beim Gemeinde- oder Stadtkönigsball. Von 1975 bis 1998 rangen die Schützen um die Ketten des Gemeindekönigs und der Gemeindekönigin, ab 1998 um die des Stadtkönigs und der Stadtkönigin. 1981 kam die Kette für den Jugendkönig dazu, vier Jahre später konnten sich auch die Schülerkönige Ketten um den Hals hängen.

Ein echtes Prachtstück: Die Kette der Königin. Quelle: Katja Eggers

Die Namen der jeweiligen Stadt- und Gemeindekönige wurden stets in einzelne Kettenglieder graviert. Auch Schemschats Name taucht auf, er hat die Würde des Stadtkönigs 2011 und 2013 erungen. Daher weiß er auch, dass man als König mit den Ketten ein durchaus ordentliches Gewicht zu tragen hat. „Die Kette des Königs dürfte an die zwei Kilo wiegen“, vermutet Schemschat.

Gestiftet hat die imposannten Königsketten erst die Gemeinde und später die Stadt – dies ist bis heute so. Denn auch heute noch legen Sehndes Sommerkönige an, um sich mit dem besten Schießergebnis die Königskette zu sichern. Seit 2014 gibt es allerdings vier neue Ketten, und die jeweiligen Stadtkönige dürfen diese auch behalten und mit nach Hause nehmen. Die alten Ketten hatte bisher Schemschat bei sich zu Hause aufbewahrt. „Aber in Absprache mit der Stadt haben wir uns überlegt, dass es doch auch schön wäre, die Ketten im Regional-Museum der Öffentlichkeit zu präsentieren“, sagt der Stadtschützenchef.

Alle Ketten ziert das Wappen der Stadt Sehnde. Quelle: Katja Eggers

Zusammen mit seinem Stellvertreter Christopher Gieseke und dem Schießsportleiter Reinhard Hauptmann hat er nun drei Königsketten an Museumschef Erhard Niemann übergeben. Eigentlich hätten es vier Ketten sein müssen. Niemann nahm aber lediglich die Trophäen des Königs, der Königin und des Jugendkönigs entgegen. „Die Kette des Schülerkönigs ist irgendwie verschollen“, erklärte Schemschat schulterzuckend.

Die anderen drei Ketten bekommen im Regional-Museum nun einen Ehrenplatz und eine eigene Vitrine. Zuvor werden sie aber in der neuen Ausstellung des Museums zu sehen sein. Am Sonntag, 10. Juni, wird um 12 Uhr die Schau „Schützenwesen im Großen Freien“ eröffnet. Nach der Ausstellung werden die Exponate der Stadtschützen dann vermutlich im oberen Stockwerk des Museums in der Dauerausstellung über das Große Freie gezeigt.

Von Katja Eggers

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