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Lesemann will mehr Klarheit über Asse-Wasser

Sehnde Lesemann will mehr Klarheit über Asse-Wasser

Die Asse GmbH will ab nächstem Jahr Salzlauge aus der Schachtanlage Asse II, dem jetzigen Atomendlager bei Wolfenbüttel, in das stillgelegte Kalibergwerk Friedrichssegen einleiten. Die Sehnder SPD-Landtagsabgeordnete Silke Lesemann hat dazu nun eine parlamentarische Anfrage im Landtag eingebracht.

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Im nächsten Frühjahr soll die Flutung des stillgelegten Kalibergwerks Friedrichshall mit Asse-Wasser beginnen.

Quelle: Kühn (Archiv)

Sehnde. „In der Bevölkerung gibt es Fragen. Hier nutze ich meine Möglichkeit als Abgeordnete, Antworten darauf zu bekommen“, begründet Lesemann ihren Vorstoß. Die Bolzumer Ortsbürgermeisterin verweist darauf, dass Vertreter der Asse die Pläne bei einer öffentlichen Sitzung erläutert und sich bemüht hatten, die Bedenken der fast 200 Besucher zu zerstreuen. Das sei aber nur bedingt gelungen: „Im Interesse der Bürger sowie der betroffenen Kommunen muss sichergestellt werden, dass es durch die Einleitung der Salzlauge zu keinen negativen Spätfolgen für die Umwelt kommt." Darüber hinaus müsse es während der Einleitung ausreichend Beteiligungsmöglichkeiten für die Betroffenen geben, fordert die Landtagsabgeordnete. Inzwischen steht die Interessengemeinschaft "Lass es Sehnde" kurz vor der Gründung als Bürgerinitiative.

Lesemann will von der Landesregierung konkret wissen, inwieweit die zuständigen Landesämter zusammenarbeiten und Informationen austauschen, um eine bestmögliche, nachhaltige - und gegebenenfalls alternative - Entsorgungsmöglichkeit zu entwickeln. „Ich möchte wissen, nach welchen Kriterien dabei geprüft und entschieden wird." Zudem fragt Lesemann nach Zahlen, die bei der Präsentation nicht zur Sprache kamen. Etwa welche maximalen Einleitungsmengen und welche höchstmögliche Strahlenbelastung im Genehmigungsverfahren beantragt worden sind.

Weiterhin will die Sehnderin wissen, wie die Landesregierung sicherstellen will, dass keine höher belasteten radioaktiven Wässer eingeleitet werden. Als letztes will Lesemann Klarheit, welche Entscheidungs- und Beteiligungsmöglichkeiten die Bürger und auch die betroffenen Kommunen beim Genehmigungverfahren und bei der Umweltverträglichkeitsprüfung haben. Denn auch das Iltener Bergwerk Bergmannssegen-Hugo wäre betroffen, weil beide unterirdisch miteinander verbunden sind.

Hintergrund ist, dass in die ehemalige Schachtanlage Asse II täglich rund 12 Kubikmeter Wasser (12.000 Liter) eindringen, die entsorgt werden müssen. Dies sei aber "radiologisch unbedenklich", sagt die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Die Tritium-Werte unterschritten die Grenzwerte für Trinkwasser um das Zwanzigfache. Zudem werde der größte Teil des Wassers in 650 Metern Tiefe und damit rund 100 Meter oberhalb der Einlagerungskammern mit den radioaktiven Abfällen aufgefangen. Deshalb unterliege das Asse-Wasser auch nicht mehr dem Atom-, sondern dem Bergrecht. "Aber wir befürchten, dass die Wassermengen größer und auch stärker belastet sind als angegeben", hatte Sehndes Ortsbürgermeister Helmut Süß gesagt.

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Das stillgelegte Kaliwerk Bergmannssegen-Hugo in Ilten wird noch bis 2020 geflutet.

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Im nächsten Frühjahr soll die Flutung des stillgelegten Kalibergwerks Bergmannssegen-Hugo mit Asse-Wasser beginnen.

Quelle: Reiner Luck

Von Oliver Kühn

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