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Camp Hohenfels: Stadt hat Pflegeverträge gekündigt

Sehnde Camp Hohenfels: Stadt hat Pflegeverträge gekündigt

Anwohner in Wehmingen hatten sich einen öffentlichen Grünstreifen zu ihren Grundstücken einverleibt, den sie eigentlich nur pflegen sollten. Sie müssen die Flächen nun bis Ende März wieder räumen.

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Missstand: Schuppen und Holzlagerplatz gehörten nicht zur Pflegevereinbarung für den Grünstreifen.

Quelle: Stadt Sehnde

Wehmingen.  14 Anwohner des Wohngebiets Camp Hohenfels in Wehmingen hatten vor Jahren mit der Stadt einen Pflegevertrag über einen Grünstreifen an ihren Häusern abgeschlossen – und viele sich anschließend die Fläche unzulässigerweise zu ihrem Grundstück einverleibt. Die Verwaltung kündigte daraufhin im vergangenen Jahr an, diese „Missstände“ wieder rückgängig machen zu wollen. Oder die Eigentümer sollten die Flächen kaufen. Doch das Interesse daran ist sehr zwiespältig. Inzwischen ist die Stadt tätig geworden: Sieben Vereinbarungen sind bereits gekündigt worden, bis Ende März müssen die Anlieger den Grünstreifen wieder in den Ursprungszustand herstellen.

Im September habe man das Kaufinteresse der Anwohner abgefragt, sagt Sabine Gambig vom Fachdienst Grünflächen und Umwelt. „Doch das war nicht ausreichend, um den Bebauungsplan zu ändern.“ Deshalb habe die Stadt von sich aus vier Pflegevereinbarungen mit Anwohnern der Straße Roter-Berg-Ring gekündigt, bei denen kein Kaufinteresse vorlag. Ohne diese hätte der zu pflegende Grünstreifen keinen zusammenhängenden Bereich ergeben. Zudem haben drei Anlieger die Vereinbarung von sich aus gekündigt. Alle sieben Parteien müssen das unzulässig genutzte Grundstück nun bis Ende März räumen, Schuppen und Grünabfälle beseitigen. „Das werden wir auch kontrollieren“, kündigt Gambig an. Auch der Ortsrat Wehmingen hatte die von der Stadt geforderte Zurückführung in den ursprünglichen Zustand einhellig befürwortet. 

Auch als Platz für Grünabfälle sind die Flächen nicht vorgesehen

Auch als Platz für Grünabfälle sind die Flächen nicht vorgesehen.

Quelle: Stadt Sehnde

Die jetzige Situation sei aber nur ein Zwischenstand. Denn nach einer Versammlung mit Anwohnern von Roter-Berg-Ring und Gustav-Dehnhard-Straße Anfang des Jahres sei bei sieben Parteien noch offen, ob sie die Grünfläche kaufen wollen. Nun wolle die Stadt den Anwohnern ein Kaufangebot unterbreiten. Entweder müssten die Grünstreifen wieder hergegeben oder endgültig zur Privatfläche werden. „Davon hängt ab, ob der Bebauungsplan geändert werden muss“, verdeutlicht Gambig. Denn dann müssten Ersatzflächen an anderer Stelle gefunden werden.

Unterdessen hat die Stadt am Donnerstag unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen die Grünpflege im Norden des Camps Hohenfels vorgenommen. Dies sei erst jetzt durch das frostige Wetter möglich gewesen, heißt es aus dem Rathaus. Vorher habe der milde und nasse Winter es  fast unmöglich gemacht, die Grünflächen und Gräben zu erreichen. Dabei seien nicht nur Sturmschäden, sondern vor allem die wilden Pappelsämlinge beseitigt worden, die sich im Laufe der Zeit massenhaft vermehrt und die natürliche Vegetation zurückgedrängt hätten. Etwa 50 bis 60 Pflanzen seien betroffen gewesen, sagt Gambig. Darunter auch einige größere mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern, aber keine ausgewachsenen Bäume. „Ohne diese fachgerechten Eingriffe würde sich ein monotoner Pappelwald entwickeln.“ 

Von Oliver Kühn

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