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Umland Sehnde Nachrichten Mit Rücksicht und Vorsicht darf’s ruhig laut werden
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17:43 29.12.2017
Die Stadtfeuerwehr Sehnde hält sich für den Notfall bereit - im vergangenen Jahr musste sie aber zu keinem Silvestereinsatz ausrücken. Quelle: Stadtfeuerwehr Sehnde
Sehnde

 Am Sonntag wird es in den Städten und Dörfern wieder laut. Dann ist die halbe Nation auf den Beinen, um ihr Silvesterfeuerwerk abzubrennen. Im Sehnder Ortsteil Bilm gab es im Sommer aus Tier- und Naturschutzgründen Aufregung um ein Feuerwerk in einem gastronomischen Betrieb. Zum Jahreswechsel ist das Brauchtum aber ganz regulär erlaubt. Die Stadt appelliert jedoch, Vorsicht und Rücksicht walten zu lassen, und die Feuerwehr Sehnde hat einige Hinweise und Tipps für eine sorgenlose Knallerei zusammengestellt – damit es wie im Vorjahr zu keinen unnötigen Brandeinsätzen kommt.

Die Stadtverwaltung sieht dem Jahreswechsel entspannt entgegen. „Es gibt von unserer Seite aus keine Regelungen“, sagt Sprecherin Ines Raulf. Es gebe keine Großveranstaltungen, deshalb seien bei der Stadt auch keine Anträge auf ein aus dem üblichen Rahmen fallendes Feuerwerk eingegangen. 

Aus Sorge um die Bruten von Schleiereulen im Ortszentrum von Bilm hatten der Naturschutzbund (Nabu) und der Hannoversche Vogelschutzverein im Juni das Abbrennen eines Feuerwerks im Ort kritisiert. Ein Veranstalter hatte sein Feuerwerk deshalb sogar abgesagt. Die Stadt hatte daraufhin ein Gutachten in Auftrag gegeben, dass Feuerwerkern empfahl, auf Blitz-Knalleffekte zu verzichten und möglichst niedrige Feuerwerke abzubrennen. „Aber zu Silvester wollen wir niemandem den Spaß verderben“, betont Nabu-Mitglied Wilfried Brauns. Auch wenn Hunde und Katzen sich dann unter dem Sofa verköchen und das Wild aufgeschreckt würde. Problematisch bleibe jedoch die Feinstaubbelastung. 

Die Stadtfeuerwehr weiß aus Erfahrung, dass die meisten Unfälle und Sachschäden zu Silvester beim leichtsinnigen Umfang mit Feuerwerksartikeln passieren. „Der letzte Jahreswechsel hat uns zwar keine Brandeinsätze beschert“, sagt Sprecher Tim Herrmann. Die Regionsleitstelle dagegen habe in dieser Silvesternacht in der Region Hannover 718 Einsätze gezählt – das seien rund 30 Prozent mehr als im Vorjahr gewesen. Wenn etwas passiere, könne es schnell gefährlich werden. So wie beim Brand eines Carports in Sehnde vor drei Jahren. Auslöser war eine Rakete, und ohne den Großeinsatz der Feuerwehr hätte der Brand beinahe auf das Wohnhaus übergegriffen.

In diesem Jahr sehen Herrmann und seine Kollegen dem Jahreswechsel aber gelassen entgegen. „Es soll ja nass werden, da ist die Gefahr gering, dass ein Böller trockenes Laub entzündet.“ Die Ortsfeuerwehren seien zudem über den Notruf 112 einsatzbereit. Die wichtigste Regel: Alle Fenster schließen – schon allein der Haustiere wegen. Selbstredend ist der Hinweis, auf selbst gebastelte Feuerwerkskörper, auch Polen-Böller genannt, zu verzichten. Raketen müssen zudem ausgerichtet werden, damit sie nicht beim Nachbarn auf dem Haus oder Gartenschuppen landen.

Tipps der Feuerwehr: Knaller nicht festhalten und Raketen ausrichten

Jeder weiß es zwar – doch viele halten sich aus Sorglosigkeit, Leichtsinn oder Gedankenlosigkeit trotzdem nicht daran. Die Stadtfeuerwehr Sehnde gibt deshalb noch einmal Tipps für ein gefahrloses Silvesterfeuerwerk. Die wichtigste Regel vorweg: Alle Fenster schließen – schon allein der Haustiere wegen. Brennbare Gegenstände sollten von Haus, Terrasse und Balkon entfernt werden. Auch einen Eimer mit Wasser bereitzustellen, könne nicht schaden. Wer draußen knallt, sollte zudem auf seine Kleidung achten. Leicht entzündliche Polyesterjacken etwa könnten in einem Funkenregen schnell Feuer fangen. Selbstredend ist der Hinweis, auf selbst gebastelte Feuerwerkskörper, auch Polen-Böller genannt, zu verzichten. Auf zugelassenen Artikeln stehen entweder eine BAM-Nummer und/oder ein CE‐Kennzeichen. Gezündete Knallkörper dürfen niemals in der Hand gehalten werden. Raketen müssen zudem ausgerichtet werden, damit sie nicht beim Nachbarn auf dem Haus oder Gartenschuppen landen. Letzte Regel: Knaller nur nüchtern abfeuern.

Von Oliver Kühn

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