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Umland Sehnde Nachrichten Trotz Absagewelle: Der erste Rohbau steht 
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00:20 22.02.2018
Das erste Haus ist im Rohbau schon weit fortgeschritten. Quelle: Oliver Kühn
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Sehnde

 Eigentlich hatte die Stadt gehofft, das Neubaugebiet „Kleines Öhr“ gegenüber dem städtischen Friedhof im Norden der Kernstadt schneller vermarkten zu können. Doch eine unerwartet „große Absagewelle“ von Kaufinteressenten hat zu einer erheblichen zeitlichen Verzögerung geführt, sagt Nadine Jobst von der Gebäudewirtschaft der Stadt. Doch jetzt scheint ein Ende in Sicht: Inzwischen sind nur noch fünf der insgesamt 55 Baugrundstücke frei, und das erste Haus ist im Rohbau weitgehend fertig.

Die Vermarktung hatte im vergangenen Frühjahr begonnen. Die Stadt hatte danach insgesamt 477 Interessenten angeschrieben, von denen bis zum Herbst 222 geantwortet und sich für ein Grundstück beworben hatten. Diese sind nach einem Kriterienkatalog mit Punktevergabe in eine Rangliste sortiert worden: Etwa ob die Kaufinteressenten Kinder haben, noch kein Eigentum besitzen, in Sehnde arbeiten oder schwerbehindert sind. Davon sind schließlich 101 Bewerber übrig geblieben – doch selbst von diesen sind noch einmal 50 abgesprungen. 

Viele hätten sich offenbar auch in anderen Kommunen um Grundstücke beworben, bei anderen habe die Finanzierung nicht mehr gestimmt, sagt Jobst. Einige haben sich gar nicht zurückgemeldet. Mit anderen Interessenten sei verhandelt und teils schon Kaufvertragsentwürfe in Auftrag gegeben worden, bevor sie dann doch noch abgesprungen seien: „Hier wurden dann allerdings entstandene Kosten in Rechnung gestellt.“ Und viele warteten offenbar auch noch auf die Vermarktung der geplanten Neubaugebiet in Rethmar, vermutet Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke. In einem Fall hat die Stadt selbst die Notbremse gezogen und den Kauf rückgängig gemacht. Der Käufer hatte falsche Angaben gemacht und zu viele Kinder angegeben, um in der Rangliste nach oben zu rutschen.

Mittlerweile seien 44 Grundstücke verkauft und beurkundet, und für weitere sieben lägen verbindliche Kaufvertragsvorbereitungen vor, sagt Jobst. Damit seien nur noch fünf Restgrundstücke verfügbar. Der Quadratmeterpreis liegt bei 142 Euro.

256.000 Euro Mehrkosten wegen archäologischer Funde

Die Entdeckung archäologischer Funde haben die Erschließungskosten für das Neubaugebiet „Kleines Öhr“ deutlich nach oben getrieben. 256.000 Euro musste die Stadt für Baggerarbeiten und die Ausgrabungen der Firma Arcontor ausgeben, die im Auftrag der Denkmalschutzbehörde im Einsatz war. Das hat Nadine Jobst von der Gebäudewirtschaft der Stadt mitgeteilt. Die dadurch bedingte zeitliche Verzögerung bei der Entwicklung der Bauflächen habe aber auf ein Minimum begrenzt werden können. Ein Baggerfahrer hatte im Boden Reste sogenannter Rennöfen aus der Eisenzeit entdeckt. Die Relikte wie auch Tonscherben wiesen auf eine frühe Siedlungs- und Produktionstätigkeit hin, stellte die Kommunalarchäologin der Region Hannover fest. Das Areal sei wahrscheinlich von der vorrömischen Eisenzeit in den letzten Jahrhunderten vor Christi Geburt bis in die Zeit der Völkerwanderungen im fünften oder sechsten Jahrhundert nach Christus besiedelt gewesen.ok

Von Oliver Kühn

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