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Sehnde Neue Drehleiter ist das dringenste Problem
Umland Sehnde Neue Drehleiter ist das dringenste Problem
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17:02 07.01.2019
Der spektakulärste Einsatz: Im Juni war ein Linienbus in Müllingen vollständig ausgebrannt. Quelle: Stadtfeuerwehr Sehnde
Sehnde

Der Brand eines Linienbusses im Müllinger Wald im Juni war sicherlich der spektakulärste Einsatz für die Ortsfeuerwehr Sehnde. Nur mit einem Großaufgebot konnte ein Ausbreiten der Flammen in den angrenzenden Wald verhindert werden. Doch auch die mehrfachen Feuer auf der Brache der ehemaligen Keramischen Hütte in der Kernstadt, die sich allesamt als Brandstiftung herausstellten, waren für die Aktiven eine Herausforderung. Dort sei es bei jedem Einsatz zu Unfällen gekommen, bei denen Mitglieder verletzt worden seien, wie Ortsbrandmeister Sven Grabbe bei der Jahresversammlung betonte. Als eines der wichtigsten Anliegen bezeichnete Grabbe die Neubeschaffung der in die Jahre gekommenen Drehleiter.

Insgesamt hat die Ortsfeuerwehr 27 Brände, 55 technische Hilfeleistungen und 13 Fehlalarme abgearbeitet. Probleme bereite jedoch die Drehleiter. Das Fahrzeug sei technisch überholt und habe seine Altersgrenze erreicht. „Eine Neubeschaffung ist daher dringend erforderlich“, resümiert Grabbe. Denn eine Drehleiter werde nicht nur als Rettungsweg für Bürger, sondern auch für die eigenen Aktiven benötigt. Kritisch sieht der Ortsbrandmeister auch die Planungen für einen Neu- oder Umbau des Sehnder Feuerwehrhauses am Borsigring – diese kämen nicht recht voran, bemängelte er. Grabbe hofft nun auf den Ausschuss für Brandschutz und eine zukunftsfähige Lösung: „Die Leistung der Feuerwehr wird in den nächsten Jahren nicht weniger werden, und dazu wird auch ein funktionales Feuerwehrhaus benötigt.“

Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (Vierter von links) ist mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber ausgezeichnet worden. Quelle: Reiner Luck

Außerdem mussten die Einsatzkräfte wieder zu vielen Notfällen ausrücken und Türen öffnen. Zudem sei die Brandmeldeanlage des Apart Hotels erneuert worden. Jeder Alarm sei jedoch gerechtfertigt gewesen, betonte Grabbe. Auch in der Justizvollzugsanstalt Sehnde am Schnedebruch wurde eine neue Gebäudefunkanlage installiert. Außerdem fanden dort im vergangenen Jahr Begehungen und Übungen statt. Die 14 Atemschutzgeräteträger der Ortsfeuerwehr trainierten darüber hinaus die Bekämpfung von Gebäudebränden unter realitätsnahen Bedingungen im sogenannten Flashover-Container in Mehrum. Und die Tauchergruppe verfüge inzwischen über sechs Feuerwehrtaucher und zwei Lehrtaucher. Sie war 2018 zu zwei Taucheinsätzen alarmiert worden.

In der Versammlung zeichnete Regionsbrandmeister Karl Heinz Mensing zudem Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber aus. Ortsbrandmeister Grabbe beförderte Ralf Meyer zum Feuerwehrmann sowie Nick Körfer und Jesko Warnecke zu Oberfeuerwehrmännern. Den Dienstgrad Erster Hauptfeuerwehrmann erhielt Sebastian Lambrech, und Dominik Latka wurde von Stadtbrandmeister Jochen Köpfer zum Löschmeister befördert. Für seine 40-jährige Mitgliedschaft im Landesfeuerwehrverband wurde Stefan Langer ausgezeichnet. Eine Auszeichnung für 40 Jahre Dienst im Feuerlöschwesen erhielt Karsten Zschoch, für 25 Jahre Christian Wittenberg. Weitere Ehrungen fördernder Mitglieder gingen an Clemens Grosser für 40-jährige sowie an Hans Dieter Knoop und Ralf Neumann für 25-jährige Mitgliedschaft.

Weil mit der Feuerwehr Möckmühl aus Baden-Württemberg ein gutes freundschaftliches Verhältnis besteht, haben diese der Ortsfeuerwehr Sehnde einen originalen Maibaum geschenkt. Dieser etwa 16 Meter lange Maibaum soll in diesem Jahr in Sehnde aufgestellt werden. Auch dabei funktionierte das Netzwerk: Eine Spedition hatte den Maibaum kostenlos aus Möckmühl nach Sehnde transportiert. Außerdem bedankte sich Grabbe beim Förderverein für die Beschaffung von zwei Schlauchpaketen, die bereits im Ausbildungsdienst zum Einsatz gekommen sind.

Von Oliver Kühn

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