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Sehnde Lehrke will erneut Bürgermeister werden
Umland Sehnde Lehrke will erneut Bürgermeister werden
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00:38 15.10.2018
Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (links) tritt für eine dritte Amtszeit an, was den CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Lutz Lehmann freut. Quelle: Oliver Kühn
Sehnde

Gefragt wurde er schon öfter, spekuliert schon länger: Am Freitagmittag hat Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke nun offiziell bekanntgegeben, dass er bei der Bürgermeisterwahl am 26. Mai nächsten Jahres erneut als Kandidat für die CDU antritt. Bei einem Erfolg wäre es für den 61-jährigen Christdemokraten die dritte Amtszeit. Lehrke rechnet sich aufgrund seiner guten Vernetzung als Landwirt und Mitglied der Feuerwehr offenbar gute Chancen aus: „Eine Bürgermeisterwahl ist eine Persönlichkeitswahl, da spielt die Partei nur eine untergeordnete Rolle.“

Lehrke war von 2001 bis 2005 zunächst ehrenamtlicher Bürgermeister, nachdem die CDU bei der Kommunalwahl die Mehrheit im Rathaus erobert hatte – eine dicke Überraschung in der bis dahin von der SPD dominierten Bergbaustadt. Seit 13 Jahren fungiert der 61-Jährige als hauptamtliches Stadtoberhaupt. In einem Alter, in dem andere sich auf den Ruhestand vorbereiteten, habe er lange mit sich gerungen, gesteht Lehrke. „Das war die schwerste Entscheidung in meinem Leben.“ Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Lutz Lehmann ist darüber hoch erfreut und lobt seinen Parteifreund dafür ausdrücklich: „Carl Jürgen Lehrke leistet seit Langem hervorragende Arbeit, die Stadt hat sich gut entwickelt.“ Er sei ein Verwaltungsfachmann mit mehr als 30 Jahren Erfahrung und fest verwurzelt in Sehnde. Der Stadtverband habe den Amtsinhaber deshalb einstimmig für die Wahl vorgeschlagen. Dies müssten nun aber noch die 220 Mitglieder bei der Urwahl am 16. November bestätigen.

Lehrkes Amtszeit läuft am 31. Oktober nächsten Jahres aus. Der Christdemokrat ist nach eigener Aussage seit 37 Jahren kommunalpolitisch tätig und begann seine Laufbahn 1981 im Ortsrat Sehnde. 1986 rückte er in den Rat auf, zwölf Jahre später wurde er dort Fraktionsvorsitzender. Seit 17 Jahren leite er die Geschicke der Stadt, das sei die längste Bürgermeisteramtszeit in Sehnde seit der Gebietsreform 1974, wirbt Lehrke für sich und zeigt sich schon ein wenig im Wahlkampfmodus: „Ich habe nie eine Liste gebraucht, sondern bin immer direkt gewählt worden.“ Das war offenbar auch mitentscheidend für seine erneute Kandidatur.

Sollte er gewählt werden, liefe seine dritte Amtszeit bis ins Jahr 2026. Für diese wäre das Thema Digitalisierung mit dem Breitband-Ausbau und eventuell freiem WLAN ein Schwerpunkt. Aber auch den Status Quo im öffentlichen Nahverkehr bei Bus und S-Bahn zu erhalten und eine Ausdünnung der Taktzeiten zu verhindern, gehöre dazu, sagt der Bürgermeister.

Außer der CDU will noch die SPD einen Kandidaten aufstellen, doch dieser soll erst im November bekanntgegeben werden (siehe Kasten). Die Satirepartei Die Partei dagegen hat bereits angekündigt, die 22-jährige Jura-Studentin Christina Lütkebohmert ins Rennen zu schicken. Ob Grüne und AfD einen eigenen Kandidaten aufstellen werden, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen.

SPD entscheidet bald, Grüne verzichten

Im Gegensatz zur Nachbarstadt Lehrte, die bereits den amtierenden Bürgermeister Klaus Sidortschuk nominiert hat, will die Sehnder SPD ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin erst Anfang November bekanntgeben. „Dann entscheidet die Mitgliederversammlung als höchstes Gremium über den Vorschlag des Vorstands“, kündigt die Ortsvereinsvorsitzende Silke Lesemann an. Ein genauer Termin dafür stehe aber noch nicht fest. Für eine Nominierung kämen mehrere Kandidaten infrage. Die Partei habe mehrere Ortsbürgermeister und viele langjährige Ratsmitglieder in ihren Reihen.

Dagegen werden die Grünen keinen eigenen Kandidaten aufstellen – trotz des positiven Bundestrends, sagt Fraktionschef Günter Pöser. Es habe niemand aus der Partei Interesse gezeigt. Man wolle deshalb die SPD unterstützen, denn „ein bisschen frischer Wind in Sehnde wäre gut“, meint Pöser.ok

Von Oliver Kühn

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