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Sehnde Flächenbrände nehmen kein Ende
Umland Sehnde Flächenbrände nehmen kein Ende
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00:18 08.07.2018
An der Kreisstraße zwischen Bilm und Wassel brennt zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen ein Feld. Der Trecker im Hintergrund zieht mit einer Egge eine Brandschneise. Quelle: Stadtfeuerwehr Sehnde
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Bilm

Stadtbrandmeister Jochen Köpfer hat es vorausgesehen: Erneut ist in Sehnde ein Flächenbrand ausgebrochen. Ein Autofahrer hatte das Feuer am Mittwoch gegen 17.45 Uhr auf einem Stoppelfeld in der Gemarkung Bilm entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Es war damit der dritte Brand auf landwirtschaftlichen Flächen innerhalb von vier Tagen – und zum zweiten Mal an der Kreisstraße 147 zwischen Bilm und Wassel. Die Häufung hat bereits erste Konsequenzen: Wie Köpfer mitteilt, hat Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing aufgrund der vielen Flächenbrände in der Region bereits angeordnet, vorerst auf Übungen zu verzichten. Das schone die Einsatzkräfte und spare aufgrund der großen Trockenheit vor allem Wasser. Zudem komme man sonst nach den Einsätzen nicht mehr mit dem Prüfen der Geräte und Reinigen der Schutzanzüge nach, sagt Köpfer.

Der Alarm am Mittwoch löste sofort einen größeren Einsatz aus. Die Ortsfeuerwehren aus Wassel, Bilm und Ilten rückten mit 30 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen aus. Die Brandbekämpfer hätten das Feuer, das sich fast kreisrund ausgebreitet hatte, jedoch schnell löschen können, sagt Feuerwehrsprecher Chris Rühmkorf. Das war auch wichtig, um eine Ausbreitung in Richtung des Waldes zu verhindern. Wie bereits am Sonntagnachmittag wurde die Feuerwehr dabei von der Landwirtschaftlichen Betriebsgemeinschaft aus Höver unterstützt. Ein Mitglied zog mit einem Trecker eine Brandschneise und grub die Stelle nach den Löscharbeiten mit einer Scheibenegge um. Damit soll verhindert werden, dass noch einmal Brandnester auflodern.

Das Feuer ist nach kurzer Zeit gelöscht. Quelle: Stadtfeuerwehr Sehnde

Dass es an derselben Kreisstraße zweimal innerhalb von drei Tagen gebrannt hat, sei aber reiner Zufall, sagt Köpfer. Die Brandursache ist unbekannt. Zum Beispiel, ob dort vorher landwirtschaftliche Arbeiten stattgefunden haben oder sich abgemähtes Gras am Fahrbahnrand entzündet hat. In der Region haben etwa heiß gelaufene Mähdrescher in Uetze, Burgwedel oder Neustadt die abgeernteten Felder in Brand gesetzt – genauso wie am Mittwoch auf einem Acker zwischen Arpke und Hämelerwald. Dabei sind drei Hektar der Ernte vernichtet worden.

Bei Temperaturen um die 30 Grad müssen die Feuerwehrleute in ihren Schutzanzügen und beim Hantieren mit schwerem Gerät körperlich bis an ihre Grenzen gehen – und manchmal sogar darüber hinaus. Bei dem Scheunengroßbrand in Rethmar am Wochenende, bei dem ein Schaden von einer Million Euro entstanden war, war ein Feuerwehrmann kollabiert. Weil derzeit überall Erntearbeiten in Gang sind, befürchtet Köpfer wie schon am Sonnabend für die nächste Zeit nichts Gutes: „Das wird nicht der letzte Flächenbrand gewesen sein.“

Von Oliver Kühn

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