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Sehnde Stipendien-Vergabe zieht Bewerber an
Umland Sehnde Stipendien-Vergabe zieht Bewerber an
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15:17 03.12.2018
Lisa Kaune ist aktuelle Stipendiatin und hat als Praktikantin schon in der Kita Sehnde-West gearbeitet. Lisa Kaune hat als Stipendiatin in einer städtischen Kita angefangen. Quelle: Sandra Köhler (Archiv)
Sehnde

Viele Kommunen leiden unter Personalmangel. Besonders Erzieher und Ingenieure sind zurzeit sehr gefragt. Um Bewerber für sich zu begeistern und als Mitarbeiter langfristig zu binden, setzt die Stadt Sehnde seit Jahren auf ein ausgefeiltes Konzept. Dieses zahlt sich nun langsam aus.

Eine besonders gute Resonanz gebe es auf das Stipendien-Programm für angehende Erzieher und Sozialassistenten, erklärt Fachdienstleiterin Kerstin Lickert. „Das hat sich mittlerweile herumgesprochen“, sagt sie. Auch andere Kommunen der Region informierten sich inzwischen über das Programm, das die Stadt Sehnde als Vorreiter bereits vor einigen Jahren startete. Danach zahlt die Stadt Sehnde insgesamt vier Auszubildenden zwischen 150 und 200 Euro pro Monat als Stipendium. Im Gegenzug verpflichten sich die Azubis ihre Pflichtpraktika in den Einrichtungen der Stadt abzuleisten. Die Resonanz sei sehr positiv, sagt Lickert. Auch an den Berufsschulen habe sich das Stipendium-Programm der Stadt Sehnde bereits herumgesprochen. Eine Auszubildende habe man aus dem Programm langfristig binden können, weitere habe man für befristete Stellen –etwa als Schwangerschaftsvertretung – gewinnen können. Und: „Letztlich ist es ein Marketingfaktor. Die Stadt ist damit bei den Auszubildenden positiv im Gespräch“, so Lickert.

Trotzdem werden auch bei der Stadt Sehnde Erzieher und Sozialassistenten dauerhaft gesucht. Besonders Springerstellen, oder Arbeitszeiten bis in den späten Nachmittag schreckten Bewerber häufig ab. Noch mehr Anreize – etwa im Verdienstbereich – könne die Stadt nicht schaffen, so Lickert. „Wir sind da an den Tarifvertrag gebunden“, so die Fachdienstleiterin.

Auch im Rathaus können viele Stellen schwer besetzt werden. So sind mittlerweile Ingenieure oder Mitarbeiter in technischen Bereichen kaum zu kriegen. Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Personalgewinnung sei da das Angebot der Telearbeit. Bei Bewerbungsgesprächen für Jobs in der Verwaltung werde dieser Punkt immer häufiger nachgefragt, erklärt Kerstin Lickert. Inzwischen nutzten 11 Mitarbeiter die Möglichkeit, einen Teil ihrer Arbeit zu Hause zu erledigen. „Wir sind auch selbst überzeugt von dem Vorteil der Telearbeit und leben das hier im Haus auch“, wirbt die Personalchefin. Das überzeuge auch so manchen Bewerber beim Vorstellungsgespräch, meint Lickert. „Das ist ein ganz klarer Wettbewerbsfaktor.“ In Zukunft wolle man das Thema noch weiter ausweiten. Außerdem soll in weiterer Zukunft auch Mobile Arbeit in der Verwaltung möglich sein, so Lickert. Dies biete gegenüber anderen Kommunen weitere Wettbewerbsvorteile, ist Lickert überzeugt. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt eine immer größere Rolle“, sagt sie. Im Unterschied zur Telearbeit ist das Arbeitszeitmodell flexibler anwendbar. Aber dazu werden neben einer Softwareanpassung auch Schulungen der Mitarbeiter benötigt. Über die Einführung dieses Angebots müsse aber zunächst die Politik beraten, sagt Lickert.

Zusätzlich hat die Personalchefin das Ziel, mehr Frauen in bislang typische Männerberufe zu bringen. Doch das gestaltet sich bislang nicht so einfach. So gibt es etwa bei Ausschreibungen für den Baubetriebshof kaum weibliche Bewerber. „Obwohl wir diese gezielt umwerben“, sagt Lickert. Man habe sich im Haus etwa darauf verständigt, Einsatzorte und den Dienstpläne auf das Personal anzupassen. Zudem wirbt die Stadt für den Baubetriebshof mit Schnuppertagen, Hospitationen und Praktika sowie Fortbildungen. Lickert hofft, dass sich auch Frauen künftig für eine Stelle beim Baubetriebshof begeistern lassen. „Da ist generell ein Umdenken erforderlich, aber das muss schon in den Elternhäusern passieren.“

Für die Maßnahmen zur Personalgewinnung und Personalbindung werden sind im Haushalt 2019 rund 50.000 Euro veranschlagt. Das Konzept ist am Donnerstag, 13. Dezember, um 18 Uhr Thema im Rat der Stadt Sehnde.

Von Patricia Oswald-Kipper

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