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Sehnde Rethmar: Ärger um sanierte Ortsdurchfahrt
Umland Sehnde Rethmar: Ärger um sanierte Ortsdurchfahrt
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18:16 27.09.2018
Die Verkehrsinsel auf der Triftstraße ist so kurz, dass Marina Franke dort mit dem Hihnterrad ihres Lastenfahrrads regelmäßig auf der Fahrbahn steht. Quelle: Katja Eggers
Rethmar

 Fahrradfahrer sind genervt, Eltern sorgen sich um ihre Kinder, Fußgänger fürchten um ihr Leben: In Rethmar herrscht mittlerweile großer Unmut nach der Sanierung der Ortsdurchfahrt (Bundesstraße 65). Als Rethmar eine Baustelle war, herrschte dort Tempo 30, nach der Grunderneuerung wurde die Geschwindigkeitsbegrenzung jedoch aufgehoben. Nun gilt wieder Tempo 50. „Aber da hält sich keiner dran“, sagt Daniela Amelunxen. Auto- und Lastwagenfahrer führen viel zu schnell. Bei Baustellen und Unfällen auf der A 2 würde Rethmars Ortsdurchfahrt als Ausweichstrecke genutzt. Im Ort herrsche dann regelmäßig Verkehrschaos.

Als zweifache Mutter sorgt sich Amelunxen vor allem um ihre Kinder. „Auf der B 65 an der Fußgängerampel ist der Gehweg besonders schmal“, berichtet Amelunxen. „Wenn da die Lastwagen an uns vorbeidonnern, entsteht ein starker Sog – da nehme ich meine Kinder immer ganz fest an die Hand.“ Andere Mütter sind ebenfalls besorgt. Wenn ihre Kinder an der Ampel warteten, würden manche Lastwagenfahrer kurz vor der Ampel nochmal richtig Gas geben, um noch bei Gelb mit durchzukommen, sagen sie.

Klaus Homann fährt auf dem neuen Fahrradschutzstreifen - wenn sich dort zwei Lastwagen begegnen, wird es für ihn brenzlig. Quelle: Katja Eggers

Schulkinder auf dem Fahrrad sehen die Eltern ebenfalls gefährdet. Denn warum es entlang der Ortsdurchfahrt seit zwei Wochen sogenannte Fahrradschutzstreifen gibt, können viele nicht verstehen. Klaus Homann hält das Radeln auf den auf der Fahrbahn aufgebrachten Markierungen sogar für lebensgefährlich. „Wenn sich auf der Ortsdurchfahrt zwei Lastwagen begegnen, wird es dort so eng, dass sie auf dem Fahrradschutzstreifen fahren müssen“, erklärt Homann. „Als Radler sollte man dort eigentlich schon mit seinem Leben abgeschlossen haben“, schimpft der Rethmarer. Wenn sie ihn wegen der Enge nicht überholen können, hätten Lastwagen hinter ihm auch schon aggressiv gehupt. Er selbst hat seinen Enkelkindern verboten, die neuen Fahrradschutzstreifen zu benutzen. Viele Eltern habe ihren Kindern dies ebenfalls untersagt.

Die Verkehrsinsel auf der Triftstraße ist so kurz, dass Marina Franke dort mit dem Hinterrad ihres Lastenfahrrads regelmäßig auf der Fahrbahn steht. Quelle: Katja Eggers

Einen weiteren Gefahrenpunkt sehen die Rethmarer zudem an der Triftstraße/Ecke B 65. „Da ist die Verkehrsinsel zu kurz“, erklärt Marina Franke. Wenn sie dort die Straße überquert, ragen entweder das Hinterrad oder die Spitze ihres Lastenfahrrads auf die Straße. „Mit Kindern im Anhänger ist das lebensgefährlich – ich fahre dann schon immer Umwege, um an einer anderen Stelle über die Straße zu kommen“, berichtet die Mutter.

Amelunxen und weitere Frauen aus Rethmar wollen die ganzen Gefahrenpunkte im Ort nun entschärfen und haben sich an Ortsbürgermeister Matthias Jäntsch gewandt. Sie fordern eine Verkehrsberuhigung und würden gern Banner aufhängen, auf denen die Autofahrer gebeten werden, ihr Tempo zu drosseln. Laut Jäntsch hat der Ortsrat dafür finanzielle Unterstützung zugesagt. „Ich begrüße die Initiative und finde es gut, dass nicht nur gefordert, sondern aktiv mitgemacht wird“, betont er.

Auch den Vorschlag von Marion Schiller, der das Eckgrundstück an der Ecke B 65/Triftstraße gehört, findet er „sehr großzügig“. Schiller hatte angeboten, einen Teil ihres Grundstücks zur Verfügung zu stellen, um den Gehweg auf Höhe der Fußgängerampel zu verbreitern. „Aber da müssen noch Gespräche mit der Stadt geführt werden“, betont Jäntsch. Schiller und Amelunxen wollen für ihre Forderungen zudem eine Unterschriftensammlung anschieben.

Auf der Ortsdurchfahrt in Rethmar herrscht viel Verkehrsaufkommen, bei Stau auf der A2 wird es dort noch voller, weil viele Fahrer dann über Rethmar ausweichen. Quelle: Katja Eggers

Von Katja Eggers

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