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Springe Das Springer Wisentgehege feiert seinen 90. Geburtstag
Umland Springe Das Springer Wisentgehege feiert seinen 90. Geburtstag
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18:55 02.08.2018
Im Zeichen des Wisents: Rund 80 Gäste feiern im Café Wild den 90. Geburtstag des Wildparks (Bild). Quelle: Mario Moers
Alvesrode

Es sitzen die im Café Wild, die Geld geben, die helfen und die sich auskennen. Fachleute bei den Themen Wisent und Wildparks, Firmenchefs, die das Gehege unterstützen – und Mitglieder des Fördervereins. “Wir feiern heute unter Freunden“, sagt dazu Forstamtschef Christian Boele-Keimer.

Die Feier für die illustren Gäste ist der Auftakt zu einem illustren Veranstaltungsreigen. Auf diesen Umstand, dass eine Party nicht ausreicht, zielte auch Klaus Jänich in seiner Festrede ab: Das sei hier nicht wie bei „Dinner For One“, sagte der Vizepräsident der Niedersächsischen Landesforsten: „Da wird nur einmal gefeiert und dann auch noch in Schwarz-Weiß.“ Das Wisentgehege feiere gleich mehrfach. Eine Gemeinsamkeit haben der Filmklassiker und das Wisentgehege aber trotzdem: Bei beiden geht es um den 90. Geburtstag.

Und den nahm Jänich zum Anlass, sich noch einmal demonstrativ vor die Arbeit des Wisentgeheges und dessen Leiter Thomas Hennig zu stellen. Das Wildgehege nehme einen wichtigen Teil im Gesamtkonzept der Landesforsten ein und kümmere sich um die Themen Umweltbildung und Artenschutz. „Jung und Alt an die Natur heranzuführen gelingt gut, wenn man Natur sehen und begreifen kann.“ Dabei müssten immer wieder neue Anreize für Besucher geschaffen werden – „das gelingt Thomas Hennig und seinem Team gut.“ Jänichs ausdrückliches Lob ist auch als Antwort auf die Kritik des Landesrechnungshofes zu verstehen, der die Arbeit des Wisentgeheges als zu teuer kritisiert hatte.

Lob gab es auch von Eckhard Wiesenthal, dem Vorsitzenden des Deutschen Wildgehege Verbandes. Der unterstrich die herausragende Rolle Springes bei der Etablierung einer Wildparkkultur und beim Erhalt der Wisente. „Das Wisentgehege Springe ist ein Markenzeichen in Niedersachsen – und darüber hinaus“, sagte er. Und auch vom Chef des Wisentgehege-Fördervereins gab es Lob für die Artenschutz-Arbeit: „Daran, dass heute Wisente wieder große Teile der Welt bevölkern, hat auch das Wisentgehege einen Anteil“, sagt Thomas Freutel.

Dem pflichtete schließlich auch Wisent-Expertin Professor Wanda Olech bei, vor 20 Jahren hatte die Expertin erstmals Springe besucht. Als größte Gefahr für den Bestand sieht sie heute Krankheiten und Parasiten, weshalb die Expertin resümiert, dass nicht nur wichtig sei, wie groß der weltweite Bestand sei – was zähle, sei eben auch die Qualität des Bestandes.

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Von Ralf T. Mischer