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Springe Eldagsens Bürgermeister gibt Betriebshof noch nicht verloren
Umland Springe Eldagsens Bürgermeister gibt Betriebshof noch nicht verloren
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19:08 26.09.2018
Unklar: Wird der Betriebshof in Eldagsen geschlossen? 170 Mitarbeiter wären betroffen. Quelle: Foto: Archiv
Eldagsen

Hinter den Kulissen hat Eldagsens Ortsbürgermeister Karl-Heinrich Rohlf in den vergangenen Tagen zahlreiche Gespräche geführt und gekämpft – er gibt sich nicht geschlagen. „Ich habe die Hoffnung, dass etwas bleibt“, sagt er einen Tag vor der Aufsichtsratssitzung, die über die Regiobus-Zukunft in Eldagsen entscheidet.

Dabei geht es um viel: „Es stehen eine Menge Arbeitsplätze auf dem Spiel“, sagt Rohlf. Rund 200 Mitarbeiter hat der größte der fünf Regiobus-Betriebshöfe. „Die nutzen natürlich auch unsere Geschäfte“, befürchtet er im schlimmsten Fall einen massiven Kaufkraftabfluss. „Die Stimmung im Ort ist derzeit nicht gut“, wird Rohlf deutlich. „Viele sagen, sie fühlen sich nicht mehr mitgenommen. Die Region wird hier in Teilen infrage gestellt.“

Nicht aufs Ganze geht indes der Betriebsrat der Regiobus: Generell will er die Entscheidungen des Aufsichtsrates nicht kommentieren – stellt aber mit Blick auf die mögliche Eldagsen-Schließung klar, dass Mitarbeiter dadurch nicht schlechtergestellt werden dürfen. Darüber lasse man mit sich auch nicht verhandeln: „Für uns steht fest, dass sich weder die Arbeitsbedingungen noch die Löhne verschlechtern dürfen“, sagt der stellvertretende Betriebsrats-Chef Gaetano Lazzaro. Voraussetzung für die Zustimmung des Betriebsrates sei auch, dass es keine Kündigungen und keinerlei Nachteile für die betroffenen 200 Mitarbeiter am Standort in Eldagsen gebe.

Rund 50 Prozent der Belegschaft in Eldagsen, so Lazzaro, habe durch den Umzug des Betriebshofes vermutlich eine längere Anfahrt. Für diese Mitarbeiter habe die Betriebsleitung schon die Bereitschaft signalisiert, den Betroffenen eine Entschädigung anzubieten. In welcher Form auch immer: Ob als Zeitgutschrift oder Geld-Entschädigung, stehe noch nicht fest. „Am Ende soll für die Mitarbeiter gewährleistet sein, dass sie den Status quo trotz des Umzuges wahren können“, sagt Lazzaro.

Die CDU will sich auch nach der Sitzung des Aufsichtsrates, bei der erwartet wird, dass der Beschluss zum Standort-Aus getroffen wird, mit dem Thema befassen: Für den 17. Oktober hat sie den Chef der CDU-Regionsfraktion, Bernward Schlossarek, eingeladen. Er wird mit Bürgern über das Thema „Springe – von der Region abgehängt“ sprechen: Im Berggarten Eldagsen um 19.30 Uhr.

Von Ralf T. Mischer und Marita Scheffler