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Springe Keine Verlängerung für die Förderschule
Umland Springe Keine Verlängerung für die Förderschule
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03:35 02.03.2018
  BU: Wird nur noch von 53 Kindern und Jugendlichen besucht: Die Lern-Förderschule in Bennigsen. Quelle: Ackermann
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Nur noch vier Jahre, dann ist die Peter-Härtling-Schule Geschichte. Das Land Niedersachsen bietet zwar eine Verlängerung an, doch sowohl das Kollegium der Förderschule als auch die Stadtverwaltung haben sich dagegen ausgesprochen. Widerstand gibt es nur vom Schul-Elternrat. Die Peter-Härtling-Schule ist die einzige Lern-Förderschule im Stadtgebiet.

53 Fünf- bis Zehnklässler besuchen die Bennigser Schule. Elf Jugendliche werden sie in diesem Sommer verlassen – nach jetzigem Stand kommt kein Kind neu dazu. Die Jahrgänge sechs und sieben sind bereits so dünn besetzt, dass sie gemeinsam unterrichtet werden. Vor diesem Hintergrund sei es wenig sinnvoll, die Schule auch nach dem Sommer 2022 weiterlaufen zu lassen, sagt die neue Schul-Fachdienstleiterin Hanna Kahle. Selbst wenn doch weitere Jungen oder Mädchen nachkommen sollten, sei die entstandene Lücke zu groß. Die Offerte des Landes komme für die Peter-Härtling-Schule zu spät.

Kinder, die eine Beeinträchtigung haben, sollen mittlerweile eine normale, allgemeinbildende Schule besuchen. „Inklusion“ heißt das Fachwort dafür. Trotzdem arbeitet das Land derzeit an einer Gesetzesänderung: Die „Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen“ sollen statt im Sommer 2022 erst 2027 auslaufen müssen. Städte, die eine Verlängerung wünschen, müssen sie aktiv beantragen. „Voraussetzung für die Fortführung ist, dass die Entwicklung der Schülerzahlen sie rechtfertigt“, schreibt die Verwaltung zu dem Thema. Außerdem müsse es einen Übergangsplan geben. Für Fachdienstleiterin Kahle zeigt die zuletzt gesunkene Nachfrage nach speziellen Förderschulen, dass die Inklusion an den anderen Springer Schulen gut funktioniert: „Die Eltern haben sich gut auf die Situation eingestellt.“

Der Stadt-Elternrat hat sich in seiner Sitzung am Montagabend mit der Auflösung der beschäftigt. Die Vorsitzende Heike Brenneke-Schiller steht auch der Elternschaft der Peter-Härtling-Schule voran – und bedauert die Entwicklung in Bennigsen: „Es gibt Kinder, die dort besser lernen können.“ Der Elternrat hätte sich in Bennigsen eine Schwerpunkt-Förderschule für den Süden der Region Hannover gewünscht.

Traurig bis ärgerlich sind die Elternvertreter, dass sie von der Verwaltung nicht rechtzeitig über das Thema informiert wurden. Brennecke-Schiller stolperte vor eineinhalb Wochen im Ratsinfo-System über die Vorlage, die die Schul-Politiker erhalten haben. Sie werden sich in ihrer heutigen Sitzung mit der Zukunft der Schule beschäftigen.

Wegen dieses formalen Fehlers werde der Elternrat bei der Abstimmung mit „Nein“ stimmen oder sich enthalten, sagt Brenneke-Schiller: „Wir haben Bauchschmerzen.“ Bei der Abschaffung der Hauptschule seien die Eltern ebenfalls übergangen worden. „Dabei müssen wir laut Gesetz frühzeitig informiert werden“, betont Brenneke-Schiller.

Von Marita Scheffler