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Nachrichten 18-Jähriger zu Freizeitarrest verurteilt
Umland Springe Nachrichten 18-Jähriger zu Freizeitarrest verurteilt
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00:46 08.03.2018
Der 18-Jährige wurde für zwei Delikte verurteilt. Quelle: picture alliance / Uli Deck/dpa
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Springe

Er beleidigte Springer Polizeibeamte, stahl Kleidung in einem hannoverschen Kaufhaus und bestellte teure Markenartikel im Internet. Die Quittung: Der einschlägig vorbestrafte 18-Jährige aus Springe muss wegen dieser Taten in die Jugendarrestanstalt in Neustadt am Rübenberge. 

Im Juni war der 18-Jährige mit seinen Kumpeln in der Nähe der IGS unterwegs, als zwei Polizeibeamte erschienen. Anwohner hatte sich über laute Knallereien beschwert. Die Beamten kontrollierten die jungen Männer. „Alle waren ziemlich respektlos“, erinnerte sich einer der Polizisten in seiner Zeugenaussage vor Gericht.

Bei einer zweiten Begegnung habe der Angeklagte den Beamten seinen Mittelfinger entgegengestreckt. Das berichteten zwei Kollegen übereinstimmend. Auch ein Kumpel des 18-Jährigen hatte das bei seiner ersten Zeugenaussage auf dem Springer Kommissariat erzählt – vor Gericht hatte er jetzt eine Erinnerungslücke. Der Angeklagte selbst bestritt die Geste: „Ich war müde. Und mir war schwindelig. Ich hatte mit mir selbst zu tun.“

Mit Kumpels Waren im Wert von 1100 Euro gestohlen

Auch dass er in einem hannoverschen Kaufhaus zusammen mit einem anderen Kumpel Kleidung im Wert von insgesamt 1100 Euro gestohlen haben soll, leugnete er zunächst. Die Waren, die die beiden im zweiten Obergeschoss erst anprobiert und dann in zwei mitgebrachte Tüten gesteckt hatten, wollten sie angeblich im Erdgeschoss bezahlen.

Als der Detektiv die beiden kurz vor dem Ausgang stellte, entdeckte er bei dem Springer Waren im Wert von rund 600 Euro. „Die Sicherheitschips und die Preisetiketten waren entfernt“, schilderte der Detektiv vor Gericht. Und dann folgte auch bei dem Angeklagten eine Einsicht: Es sei dumm von ihm gewesen, das zu machen, bekannte er schließlich. 

Rechnung für Internet-Ware erst nach Anzeige bezahlt

Einen Moment später gestand er, bei einem Internetanbieter Kleidung im Wert von 200 Euro bestellt und zunächst nur ein T-Shirt für 50 Euro bezahlt zu haben. Erst nachdem der Anbieter Anzeige erstattet hatte, zahlte der 18-Jährige den Rest. Er habe gehofft, sein leiblicher Vater werde das Geld überweisen, suchte er nach einer Rechtfertigung.

Außerdem gab es eine Anklage, weil der Springer von einem Grundstück in der Innenstadt Brennholz und eine Schubkarre gestohlen haben soll. Allerdings ließ sich nicht eindeutig belegen, dass es der Angeklagte war, der die Ladung quer über den St.-Andreas-Kirchplatz zu einer Bar schob. „Ich erkenne ihn nicht mehr“, meinte die Bestohlene. Leider werde bei ihr ständig Holz gestohlen. Auch ein Nachbar, der zwei Dieben mit dem Rad gefolgt war, konnte den Angeklagten nicht wiedererkennen.

Dieser Teil des Verfahrens wurde eingestellt. Wegen der anderen beiden Delikte verurteilte die Jugendrichterin den jungen Mann zu zwei Freizeitarresten.

Von Anne Brinkmann-Thies

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