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Nachrichten Härtling-Schule: Aus wird diskutiert
Umland Springe Nachrichten Härtling-Schule: Aus wird diskutiert
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02:34 05.03.2018
Der Schulausschuss stimmt für das Ende der Peter-Härtling-Schule. Quelle: foto: Ackermann
Bennigsen

Der Stadtelternrat fühlt sich in der Diskussion um die Peter-Härtling-Schule übergangen: Das Gremium habe keine Informationen bekommen, ärgerte sich Claudia Mattiszik während der jüngsten Schulausschusssitzung.

Erst aus der Drucksache habe die Elternvertretung kurzfristig von den Plänen zur Förderschule erfahren. „Das ist eine Missachtung des Stadtelternrats. Wir können daher inhaltlich überhaupt keine Stellungnahme abgeben“, sagte Mattiszik. Zudem enthielte die Vorlage zu wenig Informationen – zum Beispiel fehle die Schüleranzahl in dem Dokument. Diese Infos hätten die Eltern sogar erst aus der Zeitung erfahren. „Woran liegt das denn?“, fragte Ausschussmitglied Sigrid Hachmeister (SPD). „Es ist unglücklich gelaufen“, antwortete Schulamts-Chefin Gabriele Tegtmeyer. Die Abwicklung zur Zukunft der Schule habe man als „Geschäft der laufenden Verwaltung“ bewertet – und die Debatte selbst sei vom Land Niedersachsen angestoßen worden.

Elternrat bereits mehrfach miteinbezogen

Es sei bereits das dritte Mal in Folge, dass der Elternrat nicht miteinbezogen wurde, betonte Mattiszik. So seien die Vertreter auch nicht über das Ende der Hauptschule informiert worden. Dabei schreibe das Schulgesetz die Beteiligung vor, sagte Mattiszik, die Fachanwältin für Verwaltungsrecht ist. „Wir konnten daher keine Meinung der Schulen abfragen.“ Dennoch wollten die Eltern die Abstimmung der Politik nicht boykottieren. Und: Eine Vertagung des Themas sei nicht sinnvoll, weil die PHS Klarheit brauche, um Schülern während der Anmeldephase jetzt abzusagen. Einen Antrag auf Verlängerung müsste bis zum 31. Juli gestellt werden.

Kollegium sprach sich gegen Verlängerung aus

Während der Elternrat keine Stellung nehmen konnte, bekamen dafür einige Lehrer der Peter-Härtling-Schule die Möglichkeit, ihre Entscheidung zu begründen. Das Kollegium hatte sich gegen eine Verlängerung der Förderschule ausgesprochen. Wegen der wenigen Anmeldungen müssten die Jugendlichen in Kombi-Klassen unterrichtet werden, berichteten Silvia Behrens, Timo Abheiden und Achim Prziwara. Die Konzepte seien in den Kombi-Klassen gar nicht mehr umsetzbar. „Es gibt keinen Grund, die Schule wieder aufleben zu lassen“, sagte Prziwara. Die Vorsitzende des Elternrates, Heike Brenneke-Schiller, nahm an der Sitzung als Zuhörerin teil. Sie bedaure die Entscheidung zur Schließung. Ihr Sohn gehe zur PHS und fühle sich dort sehr wohl. „Es ist schade, dass die Eltern keine Wahlmöglichkeit mehr haben“, meldete sich Grundschulleiterin Yvonne Pape zu Wort. Kritische Worte kamen auch von Matthias Lenz (FDP/FWS). „Würde eine Verlängerung der PHS einen Rückfall für die Planung der Grundschule Bennigsen bedeuten?“ Die Gefahr bestehe durchaus, weil das Gebäude für die Baumaßnahme genutzt werden soll. „Dennoch: Wenn man die PHS wollte, wäre das zu wuppen“, betonte die Ausschussvorsitzende Elke Riegelmann (CDU). Am Ende der Sitzung fiel die Entscheidung für das Aus der Schule: Acht Mitglieder stimmten gegen eine Verlängerung, drei enthielten sich, darunter auch Riegelmann.

Von Saskia Helmbrecht