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Nachrichten Ausbau für das schnelle Internet beginnt
Umland Springe Nachrichten Ausbau für das schnelle Internet beginnt
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00:34 10.06.2018
Michael Krüger von der Telekom (v. l.), Bürgermeister Christian Springfeld und Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz packen für Bild mit an – in Holtensen haben die Tiefbauarbeiten für den Breitbandausbau begonnen. Quelle: foto: Helmbrecht
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Holtensen

Gleichzeitig telefonieren, Fernsehen und Musik streamen? Bislang war das in den kleineren Ortsteilen kaum möglich. Jetzt aber sollen Eldagsen, Boitzum, Wülfinghausen und Holtensen schneller im Internet surfen können.

Der Tiefbau für den Breitbandausbau hat bereits begonnen. Jetzt machten sich Vertreter von Stadt und Politik in Holtensen selbst ein Bild vom Fortschritt der Bauarbeiten. Derzeit surfen die kleineren Ortsteile noch mit weniger als 30 Mbit/s im Download – und gelten damit als unterversorgt. Mit dem neuen Glasfasernetz soll die Geschwindigkeit auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde steigen, erklärte Michael Krüger von der Telekom. Profitieren sollen insgesamt 600 Haushalte, 32 Unternehmen sowie die Grundschule in Eldagsen. 14 Kilometer Glasfaser werden insgesamt verlegt, zudem wird die Telekom sieben Verteilerkästen mit Vectoring-Technik aufstellen. Rund 700 000 Euro investiert die Telekom in den Ausbau in Springe.

Region schließt Versorgungslücke

Aus Sicht der Unternehmen sei es nicht wirtschaftlich, kleinere Orte mit schnellem Internet zu versorgen, weiß Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz. Diese wirtschaftliche Lücke hat die Region geschlossen. Damit auch die letzten weißen Flecken von der Karte verschwinden, fördert das Bundesministerium für Verkehr die Erschließung mit 1,15 Millionen Euro. Vom Niedersächsischen Ministerium für Verbraucherschutz kommen weitere 1,68 Millionen Euro, die Region steuert mit dem kommunalen Eigenanteil insgesamt 330 000 Euro bei.

Im Herbst sollen die Arbeiten bereits abgeschlossen sein. „Durch den geförderten Ausbau erreichen wir in der Region Hannover eine Versorgungsquote von über 99 Prozent und sind damit in ganz Niedersachsen am besten versorgt“, so Franz. Einzelne Haushalte, etwa in Bockerode, müssten aber noch mit langsamem Internet leben. Schwierig sei die Lage auch in der Siedlung Köllnisch Feld oder bei einzelnen Forsthäusern – „einzelne Adressen rechnen sich nicht mal mit Fördergeldern, da setzen wir auf Funklösungen“, so Krüger. Eine gute Nachricht gab es dafür für die Altenhägener, die am Mühlenbusch und Im Hagen wohnen. Für die etwa 25 Adressen, die derzeit noch unterversorgt sind, wurde ein gesondertes Förderverfahren gestartet, berichtete Franz.

Ausschreibung in Altenhagen I noch dieses Jahr

Die Mittel für den Ausbau in Altenhagen I seien der Region Hannover vom Land zugesichert worden, daher hoffen die Verantwortlichen, noch in diesem Jahr den Ausbau ausschreiben zu können. Auch da soll die Geschwindigkeit auf 100 Mbit/s steigen. „Man muss bei anderen Haushalten die Alleinlage auch einsehen, die nun mal auch Nachteile mit sich bringt, für zwei Leute können schlecht kilometerlange Leitungen verlegt werden, aber wir vermitteln gerne Alternativen“, so Springfeld. Die Planungen für Eldagsen, Boitzum, Wülfinghausen und Holtensen sind dafür bereits abgeschlossen. „Wir gehen in überschaubaren Bauabschnitten vor, um die Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten.“

Auch in den anderen Ortsteilen tut sich einiges: Bis Ende 2018 sollen auch die Haushalte nördlich des Bahnhofs in Springe, die Anwohner im Bereich der Steinhauer Straße in Völksen sowie am Bennigser Bahnhof mit bis zu 100 Mbit/s surfen können – das geschieht allerdings anders als in Eldagsen über den Eigenausbau der Telekom, also ohne Fördermittel.

Bald 90 Prozent aller Adressen mit 400 Mbit/s unterwegs

Etwa 90 Prozent aller Adressen in der Kernstadt, Völksen, Bennigsen, Mittelrode und Eldagsen können sogar mit bis zu 400 Mbit/s online unterwegs sein. Die Region darf den Breitbandausbau nur dort fördern, wo weniger als 30 Mbit/s zur Verfügung stehen und wo in den kommenden Jahren kein Eigenausbau geplant ist.

Zudem will die Region ein Förderprogramm für Unternehmen nachschießen, so Franz. Profitieren davon könnten auch Springer Firmen und das Gewerbegebiet.

Von Saskia Helmbrecht

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