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19:44 06.12.2018
Gerd Gennat Quelle: foto: Saskia Helmbrecht/Archiv
Springe

Gerd Gennat dürfte in diesen Tagen nicht die beste Laune seines Lebens haben. Immerhin wurden dem Leiter des städtischen Tiefbauamtes gerade zwei Stellen aus seinem Personalplan gestrichen: Im Bereich des Garten- und Landschaftsbaus hatte er Bedarf für einen Gärtner und einen Verwaltungsangestellten angemeldet. Die bekommt er nicht. Den Beschluss dazu fällte der Verwaltungsausschuss. Und das hat Konsequenzen für die Pflege der städtischen Grünflächen, wie Gennat klarstellt.

Grünflächenkataster erst 2020

Der Verwaltungsmitarbeiter sollte, laut Gennat, schwerpunktmäßig im Bereich des Managements der Friedhöfe arbeiten – nicht nur an der nötigen Überprüfung der Satzung. Gennat: „Die städtischen Friedhöfe sollen attraktiver werden. Zur Zeit können wir da aber keine Zeit für investieren.“ Deshalb – eben – die zusätzliche Stelle. Heißt: Um das Thema Friedhofsmodernisierung wird sich bei der Stadt auch künftig niemand kümmern können.

Der Fachdienst Tiefbau sei derzeit vollauf damit beschäftigt, die Voraussetzungen für die Erhebung der wiederkehrenden Beiträge für den Straßenbau zu schaffen – und zwar mit „voller Power“, wie Gennat betont. Deshalb und aufgrund der Stellenstreichung hat er auch die Erstellung eines Grünflächenkatasters auf die Jahre 2020/21 vertagt.

Das Grünflächenkataster soll die Arbeiten der Grünpfleger effektiver machen, indem es ihnen einen Überblick darüber verschafft, wo es überhaupt Grünflächen gibt, die sie pflegen müssen – und wie oft. Dadurch soll die Pflege erkennbar effektiver werden, sprich: Die Flächen sähen dadurch auch besser aus, obwohl der gleiche Aufwand betrieben würde, so die Argumentation.

Dass Beete, Rasenflächen, Parks und Co. in den nächsten Jahren allerdings besser aussehen, ist wohl eher unwahrscheinlich. Denn auch die Grünflächenpflege werde zwangsläufig sehr ausgedünnt werden müssen, wie der Leiter der Behörde betont. „Uns fehlt einfach die Manpower“, so Gennat, es werde deshalb Sachen geben, die liegen bleiben. „Die Grünflächenpflege wird auf ein Minimum heruntergefahren.“ Priorität dabei hätten allein solche Arbeiten, die nötig sind, um die Verkehrssicherheit zu erhalten, also etwa das Schneiden von Ästen. Andere Dinge wie Rasenmähen oder gar Beetpflege werden laut Gennat nicht mehr erledigt werden können.

Nur Verkehrssicherheit erhalten

Im Rat war noch kritisch über die Streichung diskutiert worden, unter anderem Matthias Lenz (FDP) hatte moniert, dass es laut Verwaltung an Personal dafür fehle, die Friedhofsgebührensatzung auf den neusten Stand zu bringen und die Höhe der Gebühren anzupassen. Und generell hatte Lenz infrage gestellt, ob es sinnvoll sei, bei der Grünpflege zu sparen – immerhin sähen Bürger das Ergebnis der Einsparungen sofort auf der Straße in Form nicht gepflegter Beete und Anlagen.

Und auch für die Neufassung der Friedhofsgebühren fehle es „an Manpower“, sagt Gennat, die Satzung befände sich zwar nicht in rechtsfreiem Raum, aber es bestehe Handlungsbedarf.

Selbst wenn man die Berechnung an externe Experten übergebe, bliebe ein Viertel der Arbeiten bei den Stadtmitarbeitern hängen. „Und diese Kapazitäten sind bei uns nicht vorhanden“, sagt der Tiefbauchef.

Von Ralf T. Mischer