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Nachrichten Miersch will für Brunnen sammeln
Umland Springe Nachrichten Miersch will für Brunnen sammeln
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19:18 23.07.2018
Künstler Andreas Rimkus (r.) berichtet Matthias Miersch von aktuellen Projekten in Deutschland und Afrika. Quelle: Fotos
Springe

12.000 Euro solle der neue Brunnen kosten, berichtet Künstler Rimkus, der in Westafrika Schmieden und ein Museum gebaut hat, damit die Jahrtausende alte Tradition für Generationen bewahrt wird. „Und dort gibt es eine Region mit Bauern, die täglich sechs bis sieben Kilometer laufen müssen, um Wasser zu holen“, berichtet Rimkus. Er hofft nun, das Geld für den Bau eines tiefen Brunnens zusammenzubekommen, um den Bauern das Leben zu erleichtern.

„Das kriegen wir hin", sicherte Miersch jetzt bei seinem Besuch in Springe zu. Gleichzeitig konnte sich der Bundestagsabgeordnete eine afrikanische Schmiede auf dem Gelände des Künstlers ansehen. Innerhalb von gerade einmal drei Wochen hat Rimkus mit Hiwame und Doufougou Konate aus Oury, einer Gemeinde in Burkina Faso, die traditionelle Schmiede gebaut.

Im Rahmen von Workshops können Springer Kinder und Erwachsene das Handwerk lernen und sich ausprobieren. Rimkus wünscht sich, dass die neue Schmiede als außerschulischer Lernort anerkannt wird. Schließlich kämpften einige Schulen derzeit mit Raumnot. „Und nirgendwo gibt es so viel Praxis wie hier in diesem multikulturellen Raum“, betonte Miersch. Besonders spannend ist aus seiner Sicht die Verbindung von der Schmiedekunst mit den kulturellen Aspekten. „Wir können die Tradition für die Kinder lebendig machen, anders etwa als in einem Museum“, erklärt Rimkus.

Bislang sei die Resonanz der heimischen Einrichtungen allerdings verhalten. Die Springer hätten kein Interesse daran – und die Lehrer müssten den Unterrichtsstoff in einem engen Stundenplan unterbringen. Da hätte kaum jemand Zeit, einmal bei der Schmiede in Springe vorbeizuschauen. „Darüber müssen wir sprechen. Sie haben hier eine Oase geschaffen, von der eigentlich einige Lehreinrichtungen profitieren können“, sagt Miersch. Schließlich würde hier Kultur gelebt werden. „Das müsste hier ein Publikumsmagnet sein.“

Es sei beeindruckend, wie mit relativ wenig finanziellem Aufwand den in Burkina Faso lebenden Menschen das Leben leichter gemacht werden könne. „Sie leisten hier einen Mosaikstein, den viele machen müssten.“ Nicht nur in Afrika gehe das Projekt von Rimkus nun weiter: Er wird in Twistringen im Landkreis Diepholz vier Säulen in der Fußgängerzone schnitzen. Initiiert wurde das Projekt von einer blinden Pastorin im Ort.

Von Saskia Helmbrecht