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Nachrichten Dreiste Diebesbande wird verurteilt
Umland Springe Nachrichten Dreiste Diebesbande wird verurteilt
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19:32 13.09.2018
Das Gericht verurteilte vier Täter zu sozialen Trainingseinheiten und -kursen, einer muss 90 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Quelle: picture-alliance/ dpa
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Springe

Erst haben sie versucht, in die Niedertor-Apotheke einzubrechen. Danach zerschlugen sie die Scheibe eines Kiosk, stahlen eine leere Kasse und diverse Flaschen Alkohol: Ein 19-jähriger Springer, ein 19-jähriger Völksener und ein 18-jähriger Barsinghäuser mussten sich jetzt vor dem Jugendschöffengericht am Springer Amtsgericht verantworten. Nach und nach räumten die Angeklagten diese Taten auch ein.

Im Mai vergangenen Jahres hatten sich die jungen Männer am Springer Bahnhof getroffen. Bereits in einer gemeinsamen Chat-Gruppe hatten sie sich verabredet, um bei „Apotheken Maß zu nehmen“, also dort einzubrechen. In der Nacht zum 19. Mai probierten sie mehrfach vergeblich, die Scheibe der Niedertor-Apotheke mit einem Gullydeckel zu zerbrechen. „Die wollten alle Geld machen, da ist mir nur der Kiosk am Ebersberg eingefallen“, berichtete der Springer.

Erster Versuch scheitert

Dort scheiterte zwar ebenfalls ein erster Versuch, die Frontscheibe mit einem Gullydeckel zum Bersten zu bringen. Dann kam – erfolgreich – das Rohr eines Fahrradständers zum Einsatz.

Er sei dann in den Kiosk gegangen und habe die Kasse und die Getränke herausgeholt, erzählte der junge Mann. Der Völksener stand derweil draußen Schmiere, ebenso wie der Barsinghäuser. Ein vierter Beteiligter, ein 19-jähriger Springer, wartete zudem in einem Auto. Das hätte die Gruppe notfalls für eine Flucht genutzt. Vor der Aktion trafen sich die jungen Männer, um sich mit Sturmhauben und Handschuhen auszustatten und sich für den Einbruch zu vermummen.

Wenn auch der Schaden für den Kioskbesitzer auf den ersten Blick überschaubar ausfiel, so sind die Folgen für den Inhaber jedoch gravierend. In seiner Zeugenaussage berichtete er, dass durch das zersplitterte Glas sämtliche Süßigkeiten und Blumen unbrauchbar geworden waren. Und schlimmer noch: Eigentlich wollte er den Kiosk in andere Hände geben. Doch wegen inzwischen mehrerer Einbrüche sei das unmöglich geworden. Er sei auch aus der Versicherung herausgeflogen.

Drei Fahrräder gestohlen

Der Springer und der Völksener erklärten, sich bald nach dem Einbruch bereits bei dem Mann entschuldigt zu haben. Für den Völksener war der Einbruch aber nicht der einzige Tatvorwurf. Um an Geld zu kommen, klaute er insgesamt drei Fahrräder in Springe, Pattensen und Hannover. Die Räder im Wert zwischen 400 und 600 Euro wollte er verkaufen. Räumte der Völksener diese Taten ein, so gab er nicht zu, im Januar in das Otto-Hahn-Gymnasium eingebrochen zu sein. Auch diese Tat war ihm zur Last gelegt worden. Das Gericht zeigte sich allerdings überzeugt, dass er gemeinsam mit einem der beiden 19-jährigen Springer auch diesen Einbruch begangen hatte. Bilder von einem Laptop und einem Beamer, die dabei aus einem Kunstraum gestohlen worden waren, fand die Polizei später auf seinem Smartphone.

Alle Angeklagten sind einschlägig vorbestraft und müssen noch Arbeitstunden und Geldauflagen abtragen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft verurteilte das Jugendschöffengericht die vier nun zu unterschiedlichen sozialen Trainingseinheiten und -kursen. Der Völksener muss zudem 90 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Von Anne Brinkmann-Thies

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