Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Ein Leben für Leibniz und die Literatur
Umland Springe Nachrichten Ein Leben für Leibniz und die Literatur
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 21.02.2015
Das Lebensthema der 1939 in Hannover geborenen Gabrielle Spaeth ist das Universalgenie Gottfried Wilhelm Leibniz.
Bad Münder

Dass sie die wohl größte Chance ihres Lebens voll Uneigennützigkeit hat verstreichen lassen, das sieht die 76-jährige Gabrielle Spaeth mit Gelassenheit. „Es war um 1990, als das Manuskript von ,Sophies Welt’ von Jostein Gaarder mit der Bitte um Veröffentlichung auf meinem Schreibtisch landete. Ich fand es ungeheuer gut, fürchtete aber, in meinem kleinen Verlag ginge es unter und verwies auf den Hanser Verlag“. Das Buch wurde ein Welterfolg.

Doch das Lebensthema der 1939 in Hannover geborenen Gabrielle Spaeth ist das Universalgenie Gottfried Wilhelm Leibniz. Dessen „Monadologie“ hat sie bereits im Alter von 14 Jahren gelesen. „Seitdem bin ich bekennender Leibniz-Fan“, lacht sie. Nach dem Konkurs ihres Arbeitgebers, des hannoverschen Schroedel Verlages, wagte sie am 22. Februar 1985 den Schritt in die Selbstständigkeit, gründete in Bad Münder die „Leibniz-Bücherwarte“. „Ich wollte Leibniz, der ja 40 Jahre in Hannover lebte, von einer anderen Seite zugänglich machen“, so die Verlegerin. Immer wieder haben die von Spaeth herausgegebenen Bücher deshalb den Genius Leibniz zum Thema.

Mit „Leibniz und die Rosenkreuzer“ soll 2016 die allerletzte Publikation von Spaeths „Leibniz Bücherwarte“ erscheinen. „Ich hoffe, dass ich für dieses Thema noch Autoren finde“, so die Verlegerin. „Wenn ich das alles unter Dach und Fach habe, dann gebe ich gerne den Verlag und den Löffel ab.“

Mit sehr viel Enthusiasmus, Zähigkeit und auch unter nicht geringen Entbehrungen hat Gabrielle Spaeth, von der lokalen Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, Buch um Buch herausgegeben und ganz wesentlich zum neuen Verständnis ihres großen Vorbildes und damit zur Leibniz-Renaissance beigetragen.

Ihre Arbeit hat den Namen ihrer Heimatstadt in die internationale Welt des Buches hinausgetragen und einigen Autoren zu einer Karriere verholfen. Kein Zweifel, mit dieser bewundernswerten Lebensleistung ist Gabrielle Spaeth eine der großen Frauen von Bad Münder.

Von Christoph Huppert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Flüchtlinge kommen nach Deutschland, weil sie in ihrer Heimat verfolgt werden oder weil ein Krieg ihr Leben bedroht. Doch in Springe bekommt die Stadt immer häufiger Wohnungsangebote mit einer Einschränkung: Bitte nur Syrer.

20.02.2015

Die gehäuften Unfälle an der Gestorfer Problemkreuzung sind ausgewertet worden. Die Sachbearbeiter empfehlen, die Kreuzung mit einer Ampel nachzurüsten - das hat jetzt eine Auswertung ergeben.

20.02.2015

Der marode Bahnhof am Springer Bahnhof wird für die Stadt zur Geduldprobe: Zwischen der Verwaltung und dem Grundstückseigentümer herrscht derzeit Funkstille.

19.02.2015