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Enno König serviert Ministerin Wildbratwurst

Springe Enno König serviert Ministerin Wildbratwurst

Enno König lädt die Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast zum Wildschweinbratwurstsessen ein: Damit will er auf den dramatischen Einbruch beim Wildschweinfleischverkauf hinweisen. Aus Angst vor der afrikanischen Schweinepest kauft kaum noch jemand das Fleisch der zahlreichen getöteten Tiere – und die Kühlhäuser sind zum Bersten voll.

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Wildhändler Enno König (Mitte) spricht in der Kantine von Sandor Bana (links) mit Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast.
 

Quelle: Foto: privat

Springe/Hannover.  Eigentlich war die Kühltruhe schon gepackt – 20 Wildbratwürste hatte Enno König für seinen Besuch bei der Landwirtschaftsministerin Barabara Otte-Kinast abgezählt. Am Abend der Anruf: Es werden doch mehr Essensgäste. Also packte König gleich das Doppelte dazu. Mehr zu essen – und mehr Zeit zu reden.

Neben Sauerkraut, Würstchen und Kartoffelpüree kamen ernste Themen auf den Tisch. Der Absatz beim Wildschweinfleischverkauf ist eingebrochen; die Kühlhäuser der Händler seien randvoll. Der Grund: Viele Menschen hätten wegen der Afrikanischen Schweinepest Angst, das Fleisch zu essen – dabei ist die Virusinfektion nicht einmal in Deutschland ausgebrochen, geschweige denn ist sie gefährlich für Menschen. König will aufklären – und bekommt dabei Unterstützung von Otte-Kinast.

Otte-Kinast: Wild besser verwerten als für Abdecker schießen

Erst Ende Januar landete die Ministerin aus Beber mit dem Ausspruch „Leute, esst Wildschwein“ in den Schlagzeilen. Vor wenigen Wochen im Landtag setzte sie das auch in der Kantine des Ministeriums um. Es sei wichtig, das Wild nicht für Abdecker zu schießen, sondern zu verwerten: „Lieber einen Braten daraus machen“, sagte die 53-Jährige.

Das Treffen sei aus ihrer Sicht ein „vorgezogener“ Valentinstag gewesen, sagte Otte-Kinast. Und König bekam die Gelegenheit, seine Probleme der Ministerin zu schildern. „Wir haben darüber gesprochen, wie man den Absatz wieder ankurbeln kann“, berichtet König nach dem Treffen.

Dass der Verkauf eingebrochen ist, sei aber nur eine Baustelle, die die Wildhändler gerade beschäftigt. „Hinzu kommen die hohen Gebühren der Region, das ist untragbar.“ Die Gebühr für die Fleischbeschau sei deutlich erhöht und nach dem Arbeitsaufwand errechnet worden. Der für König zuständige Tierarzt kommt aus Osterwald – allein für seinen Anfahrtsweg werden pro Stunde 48 Euro fällig. „Da muss sich die Region wirklich Gedanken machen, wenn sich der Verkauf irgendwann nicht mehr lohnt.“ Otte-Kinast hatte sich während des Essens Notizen gemacht und will über die hohen Gebühren mit Vertretern der Landkreise sprechen.

“Wir müssen jetzt am Ball bleiben“

Und weil das Treffen mit der Ministerin so gut geklappt hat, will König jetzt mit neuem Rückenwind auch Regionspräsident Hauke Jagau ins Boot holen. „Wir müssen einfach am Ball bleiben.“

Von Saskia Helmbrecht

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