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18:42 20.01.2019
Alexander Klockemann kritisiert, dass die Planungskosten für das neue Feuerwehrgerätehaus im Haushalt gestrichen worden sind.   Quelle: FOTO
Völksen

Die Frage ob und wann es kommt, das dringend ersehnte neue Feuerwehrgerätehaus in Völksen, konnte während der Jahresversammlung der Ortsfeuerwehr nicht geklärt werden. Das Thema brennt allen auf den Nägeln, denn das alte Gerätehaus entspricht längst nicht mehr den Anforderungen. „Unser Bedarf hat nichts mit Megalomanie zu tun“, betonte Ortsbrandmeister Alexander Klockemann. Megalomanie bedeutet Größenwahn.

Das Gerätehaus erfülle weder die Richtlinien des Arbeitsschutzes noch seien die grundlegendsten Dinge vorhanden, wie etwa eine Dusche oder eine städtische Reinigung. Derzeit lassen die Kameraden auf Kosten ihrer Kameradschaftskasse das Feuerwehrhaus reinigen „aber das stellen wir spätestens zur Jahresmitte ein“, verlautbarte der Ortsbrandmeister. Auch die Kontaminationsverschleppung sei ein Problem: „Die Kameraden gehen nach einem Brandeinsatz nach Hause und verschleppen die teils krebserregenden Partikel.“ Er bedauerte, dass die Verwaltung die Planungskosten zum Feuerwehrhaus aus dem Haushaltsentwurf strich. „Dies geschah ohne jeglichen Kommentar“, sagte Klockemann. Erst auf Nachfrage hin habe er erfahren, dass das Geld erst wieder eingestellt werde, wenn Grundstücke vorhanden seien.

„Problem nicht verschleppen“

„Die Problemlösung der Feuerwehrhäuser darf nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden“, appellierte Klockemann an die Verwaltung. In dem Tempo sei nämlich erst 2035 mit einer Lösung zu rechnen.

Mehr Wertschätzung wünscht sich auch der Stadtbrandmeister Herbert Tschöpe. Er empfahl zudem, die Gebühren für die Kostensatzung anzuheben. Gemessen an der Einwohnerzahl und besonderen Kriterien, wie etwa der Hanglage, der Bundesstraße und der Bahnstrecke sollte Völksen den Stellenwert einer Stützpunktfeuerwehr erhalten, sagte Tschöpe – und damit eine höhere Finanzausstattung und eine bessere Ausrüstung.

Auch die Jugendfeuerwehr war aktiv. Den Höhepunkt bildete das runde Jubiläum, welches mit den Nachbarwehren gebührend gefeiert wurde, sagte Jugendwart Mauro Hecke. Mit 55 Jahren hat Völksen die älteste Jugendfeuerwehr im Stadtgebiet.

31 Prozent mehr Einsätze

42-mal wurden die Kameraden zu Einsätzen gerufen. Das ist eine Steigerung um 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Insgesamt wurden 18  Personen, eine Katze und Sachwerte in Höhe von rund 3,3 Millionen Euro gerettet“, fasste Klockemann zusammen. Mit 39 Kameraden im Einsatzdienst sieht er die Feuerwehr gut aufgestellt. Am letzten August-Wochenende wird sie ihr 120-jähriges Bestehen feiern. 

Von Patricia Szabo