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14 Jahre Landespolitik: Kohlenberg zieht Bilanz

Springe 14 Jahre Landespolitik: Kohlenberg zieht Bilanz

Die Völksenerin Gabriela Kohlenberg hat für die CDU 14 Jahre lang im Landtag gesessen. Nun kandidierte sie nicht wieder und bricht für Berufspolitiker eine Lanze: „Wer sagt, die Leute im Landtag tun nichts und sind weit weg, der irrt sich.“

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Zwei aus der Heimat: Eine Legislaturperiode lang arbeiteten Gabriela Kohlenberg aus Völksen (links) und Petra Joumaah aus Bad Münder zusammen im Landtag. Kohlenberg trat im Oktober nicht mehr an; Joumaah schaffte es über die Liste erneut ins Parlament.

Quelle: Privat

Völksen. Diesen einen Moment, den wird sie nicht vergessen: Februar 2003, die erste Fraktionssitzung nach der Landtagswahl. Eine Wahl, die nicht nur sie, sondern auch 90 ihrer Parteifreunde ins Parlament gespült hat. Ein Erdrutschsieg, ein großer Tag für die niedersächsische CDU. Ein großer Tag für Gabriela Kohlenberg aus Völksen. Sie schlägt 2003 im Wahlkreis völlig überraschend den damaligen SPD-Justizminister Christian Pfeiffer. Nach mehr als 14 Jahren ist sie jetzt aus dem Landtag ausgeschieden.

Aber erst mal zurück zu diesem Moment. Kurz nach der Wahl 2003 betreten die CDU-Abgeordneten den Fraktionsraum im Landtag. Christian Wulff, designierter Ministerpräsident, gibt jedem einzelnen die Hand. „Das sind alles Königinnen und Könige, hat er gesagt. Wir hatten ja alle unseren Wahlkreis direkt gewonnen“, erinnert sich Kohlenberg. Ein Kunststück, das sie 2008 und 2013 wiederholte. Der Vorsprung wurde knapper – aber die Siegerin hieß bei drei Wahlen immer Gabriela Kohlenberg.

Soziales Themen liegen ihr am Herzen

Im Laufe der Jahre übernahm sie im Landtag neben der Ausschussarbeit weitere Posten, gehörte zuletzt dem Präsidium und dem Ältestenrat an. Sie traf Vertreter anderer Parlamente, drei Bundespräsidenten, von denen sie Wulff in der Bundesversammlung mit wählte. Ihre Herzensthemen? Die gelernte Krankenschwester muss nicht lange überlegen: Soziales – und vor allem die Pflege.

Anfang 2016 reifte in ihr dann die Entscheidung aufzuhören: „Auch wenn mir die Arbeit derzeit noch großen Spaß macht, habe ich aber das Gefühl, dass es dann reicht“, sagte sie gegenüber dieser Zeitung. Die Politik selbst, sie reicht der 59 Jahre alten Völksenerin noch nicht. Bei der Kommunalwahl 2016 wurde Kohlenberg erneut in die Regionsversammlung gewählt, der sie auch schon seit 2001 angehört. Und: Sie verfolgt natürlich die aktuellen Entwicklungen in der Landespolitik, sieht, wie ihre ehemaligen Mitstreiter auf eine Große Koalition zustreben: „Ich bin gespannt, was da so läuft.“

Keine Debatte mehr im sanierten Landtag

Ihren offiziellen Abschied aus dem Parlament feierte Kohlenberg noch im alten provisorischen Landtag im Georg-von-Cölln-Haus, in den die Parlamentarier während der Sanierung des Leineschlosses gut drei Jahre lang tagten. Im neuen Landtag war sie auch, noch als Abgeordnete bei der offiziellen Einweihung. Und auch zur konstituierenden Sitzung am 14. November ist sie eingeladen. „Da muss ich aber mal schauen, ob das klappt“, sagt sie. Dass sie in den neuen Räumen nie debattieren, abstimmen, entscheiden wird, sei zwar schade, aber nicht zu ändern: „Wenn die vorgezogenen Neuwahlen nicht wären, dann hätte das ja noch geklappt ...“

Am Schluss bricht sie noch mal eine Lanze für Berufspolitiker – und gegen Kritik: „Wer sagt, die Leute im Landtag tun nichts und sind weit weg, der irrt sich. Hier wird wirklich gerackert, die Leute sind fleißig – durch alle Fraktionen.“ Den Bürgern gibt sie einen Rat: „Besuchen sie Ihre Abgeordneten – das ist nicht deren Landtag, das ist Ihr Landtag!“

Von Christian Zett

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