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Nachrichten Gastronomie-Krise: Aus für das Da Franco
Umland Springe Nachrichten Gastronomie-Krise: Aus für das Da Franco
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00:17 30.09.2017
Das erste Haus am Platze: Im Ratskeller-Restaurant gehen Ende des Monats erneut die Lichter aus. Inhaber Klaus Nagel sucht einen neuen Pächter. Quelle: Mischer
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Springe

Vermieter Klaus Nagel muss bereits zum 1. Oktober einen neuen Pächter finden. Vor drei Jahren hatte Sciortino die Gastronomie am Markt von Alexander Hoffmann (Hoffmann’s) übernommen. Im Februar 2017 die erste Veränderung: Aus familiären Gründen übernahm Sciortinos Koch die Geschäftsführung.

Private Gründe seien es auch gewesen, die jetzt zur vorzeitigen Auflösung des Mietvertrags mit Sciortino geführt hätten, so Nagel. Eine seit Längerem angedachte Lösung innerhalb der Familie habe sich jetzt doch nicht umsetzen lassen. Das Restaurant in Hameln, das der Gastronom betreibt, sei von der Schließung in Springe nicht betroffen. Er bedauere diesen Schritt sehr, so Nagel weiter: Man habe in Sciortino „in den letzten drei Jahren immer einen verlässlichen Partner gehabt“.

Ab sofort sei man auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Aus seiner Sicht ein Vorteil: Das Restaurant bleibe voll ausgestattet und biete einem neuen Betreiber die Möglichkeit, schnell zu starten.

Nagel hofft, sogar noch zum Weihnachtsgeschäft einen Nachfolger präsentieren zu können. Auch nach dem Weggang von Hoffmann, der für den Betrieb einen Insolvenzantrag stellen musste, habe Nagel zügig eine Lösung gefunden. „Bis jetzt hat das immer gut geklappt“, betont der Eigentümer. Der Standort sei in Springe durchaus begehrt, sagt Nagel.

Bevor Hoffmann den Ratskeller übernahm, hatte das Restaurant mangels ernsthafter Interessenten etwa ein Dreivierteljahr leer gestanden. Damals hatten sich die Verhandlungen länger hingezogen als ursprünglich geplant, zwischenzeitlich sprang ein Interessent, der schon zugesagt hatte, wieder ab.

Und: Das Gastronomie-Karussell dreht sich in Springe weiter. Auch das Carpaccio (ehemals Catello) ist dicht. Dort gab es erst einen Wechsel. Claudio del Core hatte im Mai 2016 das Restaurant in die Hände seines Cousins übergeben. Aus Catello wurde kurzerhand Carpaccio. Doch seit einigen Tagen ist das Restaurant zu - und der nächste Wechsel steht bevor: Zum 1. Oktober wird Raman Jit die Gaststätte am Markt übernehmen und voraussichtlich am 10. Oktober wiedereröffnen. Jit ist den Springern bereits bekannt: Er ist der Sohn des indischen Ehepaars, das vor etwa drei Jahren die Göbelstuben am Mühlenweg übernahm. Sein Vater und seine Mutter werden das indische Restaurant dort weiterführen - der 18-jährige Sohn geht ins ehemalige Carpaccio. Dort will er weiterhin eine italienische Küche anbieten. Jit hat bereits in beiden Vorgängerbetrieben gearbeitet.

Keine schnelle Lösung ist für die seit Jahren leer stehende Speisekammer am Niederntor in Sicht. In einem Immobilienportal steht das Gebäude für 240.000 Euro zum Verkauf. Auf Nachfrage dieser Zeitung teilt der Makler mit, dass es durchaus mehrere Anfragen für das Restaurant gebe. Doch es brauche Zeit, auch einen geeigneten Interessenten zu finden, der ein Konzept für das Objekt habe. Trotzdem seien die Makler weiterhin optimistisch, bald einen neuen Inhaber zu finden. 2014 hatte die Speisekammer das Kiek mol in ersetzt.

Doch es gab in den vergangenen Monaten auch immer wieder neue Gastronomen, etwa für das Café Chocolat am Nordwall oder für das Restaurant im Hallenbad. Nach vier Jahren Leerstand hatte Bürgermeister Christian Springfeld Ende Juni mitgeteilt, dass man für Letzteres einen neuen Pächter gefunden habe. Seit dem Sommer ist die Einrichtung wieder geöffnet.

Auswirkungen auf die Stadtkasse

Der Leerstand etwa der Speisekammer wirkt sich auch auf die Stadtkasse aus. Wenn die Gaststätten Bänke zur Außenbewirtschaftung auf öffentliche Flächen stellen, kassiert die Stadt, erklärt Vize-Ordnungsamtschef Karsten Kohlmeyer. Etwa 8000 bis 9000 Euro fließen daher jährlich in die Kasse. Größter Posten bei der sogenannten Dauernutzung öffentlicher Flächen sind übrigens seit etwa zwei Jahren die Altkleidercontainer, so Kohlmeyer.

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