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Nachrichten Gesundheitshaus: Viele Fragen sind noch offen
Umland Springe Nachrichten Gesundheitshaus: Viele Fragen sind noch offen
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19:44 25.02.2019
Im Sparkassengebäude sollen Wohnungen entstehen – aber eben auch das neue Gesundheitshaus sowie ein Familienzentrum. Quelle: Saskia Helmbrecht
Springe

Mehrere Interessenten, viele Ideen – das neue Gesundheitshaus im alten Sparkassengebäude an der Bahnhofstraße nimmt langsam Gestalt an. Bei der Stadt wartet man momentan noch auf den offiziellen Förderbescheid der Region. Und führt Gespräche zur ebenfalls erwogenen Ansiedlung eines Familienzentrums.

Familien- und Gesundheitszentrum

Mit dem Gesundheitshaus will man sich in Springe nach dem Aus fürs Krankenhaus und dem Scheitern der Notfallambulanz in Sachen Gesundheitsversorgung zukunftssicher aufstellen. Neben heimischen Ärzten, die hier unter einem organisatorischen Dach auch auf Synergieeffekte hoffen können, könnten hier auch weitere sogenannte Gesundheitsdienstleiter angesiedelt werden: beispielsweise Therapieangebote oder Beratungsstellen. Laut Bürgermeister Springfeld gibt es mehrere konkret an einem Einzug interessierten Ärzte.

Mehrere Ärzte sind an Einzug ins Gesundheitshaus interessiert

Zuletzt hatte die Regionsversammlung im Dezember mit der Mehrheit von SPD und CDU 50 000 Euro für das Vorhaben bereitgestellt. Geflossen ist das Geld, mit dem ein Konzept erstellt werden soll, jedoch noch nicht. „Die Region erstellt gerade einen offiziellen Förderbescheid“, sagt Springfeld – Stadt und Investor Stefan Rehse haben dann auch etwas Schriftliches in der Hand.

Geld von der Region erst bei Bedarf

Fließen soll das Geld, so erklärt es die Region Hannover auf Anfrage, erst bei Bedarf: „Wenn die Stadt Unkosten hat, meldet sie sich schriftlich bei uns“, so Sprecherin Christina Kreutz. Die Region erstatte das Geld dann – bis hin zu der beschlossenen Summe von 50 000 Euro. Darüber hinaus engagiere sich die Region weiterhin im von Springfeld organisierten Gesundheitsforum – dem Treffen heimischer Gesundheitsakteure mit Politik und Verwaltung: „Wir stehen in engem Kontakt.“ Das bestätigt auch Springfeld, der die Zusammenarbeit mit der Region lobt: „Wir erhalten Unterstützung und Expertise, wenn wir sie brauchen, und werden bei dem Thema Gesundheitshaus ernst genommen.“

Betreiber steht noch nicht fest

Wenn der Bescheid da ist, soll das Konzept entstehen – und Fragen beantworten wie: Wer ist der Betreiber des Gesundheitshauses? Welche Angebote soll es dort geben? „Welche Organisationsform sich die handelnden Gesundheitsdienstleister geben wollen, ist den Beteiligten überlassen“, sagt Springfeld. Soll heißen: Die Stadt selbst wird es nicht – und mischt sich auch nicht ein. Spannend wird aber auch: Welche Fördermöglichkeiten gibt es? „Wenn wir einmal die Grundstruktur haben, ist vieles vorstellbar“, sagt Springfeld – etwa Telemedizin-Angebote, bei denen Diagnostik oder Therapie etwa per Videoübertragung möglich ist.

Sparkasse entrümpelt frühere Arztpraxen

Am Sparkassengebäude selbst läuft die Entrümpelung: Arbeiter schaffen Tag für Tag die Inhalte der einzelnen Etagen in große Container – darunter etwa Mobiliar der seit Jahren geschlossenen früheren Arztpraxen. Die Stadt hat unterdessen vor allem auf das ältere Gebäude rechts vom Hochhaus einen Blick geworfen, das ebenfalls zur Sparkasse gehörte: Kurz vor Weihnachten berichtete diese Zeitung erstmals von den Überlegungen, dort ein Familienzentrum für Angebote von Stadt, Region aber auch für kirchliche und private Einrichtungen zu schaffen.

Dort soll es nicht nur Beratung geben, sondern auch die Möglichkeit für Eltern und Kinder, sich dort aufzuhalten und Zeit zu verbringen – nach dem Vorbild des Familiencafés, das die St.-Andreas-Gemeinde Ende 2018 für zwei Wochen an der Burgstraße eingerichtet hatte. Die Pläne und Überlegungen seien durchaus noch aktuell, bestätigte Springfeld am Montag.

Von Christian Zett