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Nachrichten Historische Mauer eingerissen
Umland Springe Nachrichten Historische Mauer eingerissen
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19:53 16.12.2013
Die historische Mauer auf dem Burghof, die zu einem früheren Schweinestall gehörte, wird gekappt. Quelle: Tobias Lehmann
Springe

„Langsam schockt mich in dieser Stadt nichts mehr“, sagte Angelika Schwager am Montag. Die Vorsitzende des Springer Museumsvereins schaute gegen 12 Uhr aus dem Fenster des Museums auf dem Burghof und sah einen Bagger, der Teile der alten Mauer einriss. Es handelt sich um die ehemalige Schweinestallmauer der Wasserburg in Springe. Die Mauer soll laut Schwager um das Jahr 1600 erbaut worden sein. Das Team des Museums wurde über die Arbeiten zuvor nicht informiert.

Reinhard Borchardt, Leiter des Fachdienstes Liegenschaften in der Stadtverwaltung, teilte auf Anfrage mit, dass Eile geboten gewesen sei. Immer wieder seien Kinder gesehen worden, die auf der mehr als zwei Meter hohen Mauer spielten und teilweise Steine lockerten. „Es bestand akute Unfallgefahr, wir mussten handeln“, sagte Borchardt. In Absprache mit der Unteren Denkmalbehörde sei deshalb beschlossen worden, die Mauer bis auf einen Meter niederzureißen. Jetzt können Kinder zwar immer noch darauf spielen, doch die Unfallgefahr sei gering.

Angelika Schwager schlägt vor, Steine der historischen Mauer für das Fundament des geplanten historischen Backhauses zu verwenden, das neben dem Museum gebaut werden soll. Der Baubeginn steht noch nicht fest. Borchardt sieht keine Einwände die Steine zu verwenden. „Wir werden sie zunächst auf dem Bauhof lagern. Doch wenn das Backhaus gebaut wird, wäre das sicherlich eine Option“, sagte er.

An der Mauer befindet sich der erste und einzige Wohnmobilplatz in Springe. Bis zu drei Fahrzeuge dürfen dort kostenlos abgestellt werden. Der Platz wurde 2006 freigegeben. Damals wurde, um ihn anzulegen, ein Teil der laut Verwaltung desolaten Mauer entfernt, was großen Wirbel verursachte. Der Ortsrat Springe jedoch fühlte sich übergangen und beklagte mangelnde Information. Für die SPD-Ratsfraktion war das sogar ein Thema im nicht öffentlichen Verwaltungsausschuss. Baudezernent Hermann Aden argumentierte damals, den Platz anzulegen sei ein „Geschäft der laufenden Verwaltung“.

Historie

Wiederaufbau mit Café und Toiletten war geplant

So schnell kann sich das ändern: Noch vor rund zehn Jahren gab es ehrgeizige Pläne die Mauer bei der Neugestaltung des Hofes vor dem Springer Museum einzubinden. Hof und die benachbarte Grünfläche sind rund 5000 Quadratmeter groß.

Im Gespräch war den Schweinestall der alten Wasserburg wiederaufzubauen und dort ein Café und Toiletten unterzubringen. Es war der teuerste Posten auf der Liste der Vorschläge, die Studenten der Fachhochschule Hannover/Nienburg gemacht hatten. Im Haushalt stand jedoch bereits Geld für die Planung und erste Arbeiten bereit. Doch dann musste die Stadt sparen und das Projekt wurde verworfen. Das letzte Mal, dass die historische Bedeutung der Mauer erkannt wurde und besonders zur Geltung kam, war im Jahr 2004.

Bei einem Workshop der Firma Philips AEG Licht in Springe mit rund 50 Planern aus ganz Deutschland wurden mehrere Gebäude an einem Abend zwei Stunden lang farbenprächtig illuminiert. Die Fenster des früheren Schweinestalls leuchteten in Grün und Pink.

Tobias Lehmann

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