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Nachrichten BZE: Mosch löst Treichel ab
Umland Springe Nachrichten BZE: Mosch löst Treichel ab
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20:22 03.09.2013
Von Tobias Lehmann
Klaus Treichel verabschiedet sich Ende des Jahres vom BZE. Quelle: Tobias Lehmann
Springe

Holger Mosch hat Erfahrung. 17 Jahre hat er bei verschiedenen Unternehmen Führungspositionen ausgefüllt. „Das operative Geschäft kenne ich mittlerweile sehr gut. Jetzt will ich mich dem Bereich Bildung und Weiterbildung widmen“, sagte Mosch, der in der Region Hannover aufgewachsen ist und in Rodenberg wohnt.

Mosch hat an den Universitäten in Göttingen und Leipzig Betriebswirtschaftslehre studiert und promoviert. Anschließend hat er unter anderem für die Märkte Norma, Plus und Netto gearbeitet. Zuletzt war er als Verantwortlicher für internationale Projekte für Tchibo tätig. Dazu gehörte unter anderem der Aufbau eines Filialnetzes in Rumänien.

Der 43-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mosch wird Klaus Treichel im Januar 2014 offiziell ablösen.

Treichel hat das BZE 27 Jahre lang geleitet und geht in den Ruhestand. Er wird den Jahresabschluss für dieses Jahr noch machen. Mosch will die Zeit bis zum Januar nutzen, um sich einzuarbeiten und mit der neuen Aufgabe vertraut zu machen.

Interview:Treichel plant keine Rückkehr in die Politik

Der Springer Klaus Treichel (68) hat das Bildungszentrum des Einzelhandels (BZE) mit Hauptsitz in Springe 27 Jahre lang geleitet. Mit Tobias Lehmann sprach der ehemalige CDU-Ratsherr über die Zukunft des Einzelhandels und Entscheidungen der Vergangenheit.

Sie gehen Ende des Jahres in den Ruhestand. Haben Sie Pläne? Nein. Die Zeit lasse ich auf mich zukommen.

Bis 2001 waren sie Ratsmitglied in Springe. Ist eine Rückkehr in die Politik möglich? Ich habe mich aus der Politik zurückgezogen und dabei bleibt es auch.

Werden Sie den Kontakt zu den Auszubildenden am BZE vermissen? Meine Aufgabe war eher das Organisatorische. Den Kontakt zu den Auszubildenden hat eher mein Stellvertreter Norbert Hitter gehalten. Wenn ein Teilnehmer des BZE mit mir persönlich Kontakt hatte, war das für ihn meistens eher unerfreulich.

Warum sollte ein junger Mensch heute eine Laufbahn zum Einzelhändler einschlagen? Der Beruf hat einfach viele attraktive Seiten. Er bietet die Möglichkeit, bereits in jungen Jahren viel Geld zu verdienen und große Verantwortung zu tragen. Zudem haben Einzelhändler einen festen Job nahezu sicher.

Wie sieht es für die Zukunft des Berufs aus, der am BZE gelehrt wird? Wird der Einzelhändler in Zeiten des Internets überhaupt noch gebraucht? Das ist das Paradoxe. Der Verkäufer wird scheinbar vom Internethandel in den Hintergrund gedrängt. Doch derjenige, der den Kunden direkt bedient, bekommt im Gegenteil einen immer höheren Stellenwert. Denn er muss dem Kunden ein gutes Gefühl vermitteln, sodass er einkauft und auch wiederkommt. Ein gutes Gefühl ist für Kunden häufig noch wichtiger als der Preis des Produkts.

Dann ist der freundliche Umgang mit Kunden eine besonders wichtige Voraussetzung für den Beruf? Ein Einzelhändler muss viele Fähigkeiten haben, besonders wichtig ist jedoch ein offener Charakter: Wer nicht lächeln kann, ist falsch in diesem Beruf. Verkäufer müssen menschenfreundlich sein und Sympathie ausstrahlen.

Wird Springe auch weiterhin der Hauptstandort des BZE bleiben? Es gibt viele Argumente, die dafür sprechen. Zum Beispiel stehen mehr als die Hälfte unserer Betten hier in Springe. Allerdings ist unter den Lehrgangsteilnehmern auch der Standort Goslar sehr beliebt. Dort ist das Freizeitangebot größer als in Springe.

Die Stadtverwaltung hat jetzt vorgeschlagen, ein Einzelhandelskonzept für Springe in Auftrag zu geben. Ist das sinnvoll? Es kommt darauf an, wer den Auftrag bekommt. Es muss jemand sein, der empirische Daten auch sensibel auszuwerten versteht und daraufhin eine gute Empfehlung geben kann. Dann wird es der Stadt zumindest nicht schaden. Ob es kurzfristig zu Verbesserungen führen wird, ist aber fraglich.

Hätten die richtigen Weichen also früher gestellt werden müssen? Ich halte mich bei der Frage nach richtig oder falsch raus. Ich möchte nur betonen: Als die Entscheidung für das Einkaufszentrum an der Osttangente fiel, waren die Folgen vorhersehbar. Niemand kann behaupten, dass er das nicht gewusst hat.

Tobias Lehmann

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