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02:15 29.09.2017
Das Otto-Hahn-Gymnasium wird derzeit saniert. Zumindest die Gebäudehülle soll bis November fertig sein. Foto: Archiv
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Knapp vier Wochen ist es her, dass die Debatte um die teils seit Jahren bekannten baulichen Probleme am OHG eskalierte. Eine öffentliche Brandrede von Leiterin Kerstin Prietzel - nicht nur mit Blick auf die Stillstände bei der Kunsttrakt-Sanierung - und eine plötzliche Schließung des maroden Bunkers bringen nun noch mehr Bewegung in das Thema. Bürgermeister Christian Springfeld und Prietzel haben in einer gemeinsamen Stellungnahme Geschlossenheit demonstriert, die Stadt will nicht nur kurzfristig die Probleme beheben, sondern dem OHG ein langfristiges Konzept verpassen.

Geschlossen hatte Prietzel den Bunker Anfang September, weil dort immer wieder Schüler und Lehrer über Kopfschmerzen klagten. Springfeld hatte auf Gutachten verwiesen, die keine Gesundheitsgefahr erkennen ließen - die Schließung sei daher unnötig. Und: Der Bürgermeister ließ damals auch durchblicken, dass die ansonsten oft beklagte Raumnot des OHG ja so schlimm nicht sein könne, wenn die Schule auf einen Schlag auf mehrere Räume verzichten könne.

Fakt ist nun: Der Bunker bleibt nach einer Begehung mit dem Gesundheitsamt und der Landesschulbehörde, die Prietzel eingeschaltet hatte, erst mal zu. Die befürchtete Gesundheitsgefährdung, betont Springfeld, habe sich dabei nicht ergeben. Stattdessen seien aber Mäuse in der ohnehin teils durchhängenden Decke gefunden worden. Und auch die Feuchtigkeitsprobleme im Bunker sind nun erneut protokolliert. All diese „wesentlichen Mängel“ seien unstrittig, sagt Springfeld, und sollen nun behoben werden, bevor das Nebengebäude wieder in Betrieb genommen wird.

Was passiert in der Zeit mit den Schülern? Die nun heimatlosen siebten Klassen ziehen in die Räume der zehnten Klassen. Die wiederum müssen einige Wochen lang durchs Gebäude wandern und werden dort unterrichtet, wo etwas frei ist. „Wanderklassen“ nennen Springfeld und Prietzel das in ihrer Mitteilung und führen aus: „Derzeit reichen die Räume nicht aus, um alle Klassen mit eigenen festen Klassenräumen zu versehen.“ Klingt anders als das, was der Bürgermeister direkt nach der Bunker-Schließung geäußert hatte.

Langfristig will Springfeld das OHG nun räumlich auf neue Füße stellen. Denn: Dass der Bunker wegen seines Zustands keine Zukunft hat, darin sind sich die Beteiligten einig. Wo aber die zusätzlichen Räume hernehmen? Die Lösung soll ein Zukunftskonzept mit dem Namen „OHG 2030“ bringen.

Es soll im Detail klären, welche Räume das Gymnasium braucht, wie diese ausgestattet werden müssen und wo nachgebessert werden muss. Steht ein Anbau zur Debatte? Kommt man mit Umorganisationen aus? Ein in Teilen der Politik umstrittenes Schulgutachten hatte am OHG vor knapp zwei Jahren gar ein leichtes Raumplus berechnet und im Grunde das empfohlen, was nun erst umgesetzt werden soll: Sanierungsstau beheben, Bunker entfernen, ein Raumprogramm erwägen.

Fachlich unterstützen soll den Prozess ein Experte. Die Stadt hat die Dienste von Architekt und Ingenieur Stefan Schmitz von einem bundesweit tätigen Unternehmen eingekauft. Er soll die Planungen begleiten und koordinieren. Nicht nur beim Thema Platznot, sondern auch bei den bereits laufenden Arbeiten an Kunsttrakt und Bibliothek, deren Verzögerungen einen Teil des Ärgers ausgelöst hatten.

Das OHG, betont Springfeld, sei nun Chefsache: Er lasse sich täglich über den Fortgang der Arbeiten informieren und schreibt in der Mitteilung: „Viel Zeit bis zum Winter bleibt nicht mehr, dann muss die Gebäudehülle wieder dicht sein.“ Erste Gespräche mit Schmitz ließen den Zeitplan mit der vorgesehenen Fertigstellung im November aber realistisch erscheinen. Für alle weiteren Maßnahmen an der Fassade und für die Malerarbeiten hänge der Baufortschritt „extrem vom Wetter ab“, so der Bürgermeister.

Prietzel, so steht es auch in der Mitteilung, freut sich über die externe Unterstützung durch Schmitz. Einige der bisherigen Probleme, so liest es sich dort, seien auch durch die personelle Unterbesetzung des städtischen Bauamts entstanden. Einer der Kritikpunkte Prietzels: Es habe zu wenig Informationen über den Verlauf der Bauarbeiten und über Verzögerung gegeben. Viele Mängel auf einer langen Liste seien noch gar nicht abgearbeitet gewesen.

Ab sofort stehen daher wöchentliche Gesprächsrunden auf dem Programm - mit Schulleitung, Bürgermeister, Bauamt, Architekten und Projektmanager.

Von Christian Zett

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