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12:36 26.02.2018
2012 starteten Nicola Pastore und Günter Geppert mit einem „Deisterfest" eine Neuauflage des Stadtfestes. Quelle: foto: zett/Archiv
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Springe

Ergibt sich aus der Absage des Schützenfestes eine neue Chance für das Stadtfest? „Es muss sich grundlegend etwas ändern. Manchmal muss man sich eben von Sachen trennen“, sagt Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich.

In den vergangenen Jahren sei einiges schiefgelaufen. Wo früher Schießbuden, Autoskooter, Bratwurststände und Losverkäufe standen, herrsche seit 2017 „gähnende Leere zwischen den Buden“, bemängelt Friedrich. Auch der Umzug durch die Stadt sei einem „Trauermarsch“ nahegekommen. Geschmückte Straßen und Zuschauer: Fehlanzeige. „Das ganze Umfeld stimmt nicht, wenn man sich das Konzept in Gänze ansieht.“ Seine Idee: Das Stadtfest zurückholen, um wieder mehr Besucher in die Zelte zu locken.

Stadt wäre als Partner mit im Boot

„Ich werde oft von Springern angesprochen, wie toll sie das Fest früher fanden. Vom Schützenfest höre ich eher, dass das nicht ihre Welt sei.“ Wenn die Arbeit der Vereine nicht gewürdigt werde, müsse sich Springe etwas anderes überlegen, sagt Friedrich. „Mehr als es anbieten können wir ja nicht, dann muss etwas Neues aus dem Boden gestampft werden, damit sich etwas ändert.“

Unterstützung für seinen Vorschlag bekommt Friedrich von Bürgermeister Christian Springfeld. „Er rennt damit bei mir offene Türen ein.“ Als er nach Springe zog, konnte er gar nicht glauben, dass es kein Stadtfest gibt. „Man kann die Absage schon zum Anlass nehmen, einiges neu zu überdenken und die Vergangenheit hinter sich zu lassen.“ Trotz aller Ideen: Für ein Stadtfest braucht es einen Ausrichter, egal ob Privatpersonen, Firmen oder Zusammenschlüsse von Gastronomen. „Die Verwaltung selbst ist keine Eventagentur, das private Engagement muss da sein. Wir als Stadt machen in unserem Rahmen gerne alles möglich, was geht, etwa in Sachen Lärmschutz, und können die Spielräume so günstig wie möglich gestalten.“ Die Ausrichtung selbst sei aber nicht Aufgabe der Verwaltung: „Wir wären als Partner mit im Boot.“ Die Stadt könne die Pause nutzen, um sich neu aufzustellen, so Springfeld.

“Deisterfest“ hat sich nicht etablieren können

2012 wagten Nicola Pastore und Günter Geppert mit einem „Deisterfest“ einen neuen Versuch, das Stadtfest wiederzubeleben, nachdem 2008 das Fest eingestellt wurde. Die hannoversche Veranstaltungsagentur Schnakenberg hatte damals eine Ausrichtung für 2009 abgesagt. Die Agentur hatte eine Zahlungsklage eingereicht. Ihr war beim Stadtfest 2007 beträchtlicher Gewinn entgangen, weil mehrere verärgerte Wirte während der Party aus Protest Bier für einen Euro ausschenkten. Stadt und Schnakenberg sahen sich vor dem Landgericht Hannover wieder. Auch das damalige Wirtefest stand auf der Kippe, weil die Gastronomen um die Höhe der Sondernutzungsgebühr stritten. Die Gastronomen klagten gegen die Stadt, weil sie die geforderten 6000 Euro für zu hoch hielten.

Von Saskia Helmbrecht

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