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Umland Springe Nachrichten Keine Gelbe Karte für fegefaule Bürger
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00:30 01.06.2018
Anwohner sind verpflichtet, den zu ihrem Grundstück gehörenden Gehweg zu reinigen. Da dies viele recht lax handhaben, hatte der Ortsrat die Idee, „Gelbe Karten“ zu verteilen – damit es nicht aussieht wie hier in der Nordstadt. Quelle: Steiner
Bennigsen

Keine „Gelbe Karte“ bekommen auch künftig die Grundstückseigentümer aus Bennigsen gezeigt, die ihrer Straßenreinigungspflicht nicht regelmäßig nachkommen. Das hat der Ortsrat Bennigsen mehrheitlich beschlossen. Lediglich der Liberale Udo Herrmann stimmte für die Verwarnung – er hatte auch den entsprechenden Antrag für die FDP-Fraktion im Ortsrat gestellt.

Karte sollte nicht böse gemeint sein

Das Aushändigen einer solchen Gelben Karte sei ja keineswegs böse gemeint, argumentierte Herrmann. Es sei vielmehr eine Erinnerung für die Anwohner, die mal wieder die Gossen, den Gehwege und auch die Straße vor ihrer Haustür von Laub oder Unkraut befreien sollten. Auch aufs Schneeschippen müssten einige Bürger hingewiesen werden. „Es werden auch nicht immer die Hecken und Bäume, die über die Grundstücksgrenze ragen, zurückgeschnitten“, kritisierte Herrmann eine weitere Nachlässigkeit.

„Das Ziel kann ich nur unterstützen. Aber nicht den Weg“, erklärte Ortsbürgermeister Jörg Niemetz (CDU). Es sei viel sinnvoller, Bürger direkt anzusprechen, meinte Volker Gniesmer (SPD). Zwar gehörten dazu Mut und Fingerspitzengefühl. Aber: Es sei wesentlich angenehmer für die Mitbürger, persönlich von einem Ortsratsmitglied angesprochen zu werden, stimmte auch der Ortsbürgermeister zu. Schließlich wisse man nie, aus welchem Grund ein Anwohner seiner Pflicht nicht nachkomme. Eine „Gelbe Karte“ könne da schnell zu weiterem Unmut führen.

Schreiben wäre „bedrohlicher“ als eine Postkarte

Herrmann verteidigte seine Position. Erhalte der betreffende Anwohner irgendwann ein Schreiben von der Stadt, wirke das viel bedrohlicher als eine freundlich formulierte, gelbe Postkarte. In dem Text wird der Grundstückseigentümer darauf aufmerksam gemacht, gegen die Regeln der örtlichen Gemeinschaft verstoßen zu haben. „Soweit, dass die Stadt einschreiten muss, wollen wir es ja gar nicht erst kommen lassen“, sagte Niemetz.

Von Anne Brinkmann-Thies